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Dinslaken/Voerde
Der Minister bedauert

Dinslaken/Voerde. Geplante Schließung Flüchtlingsunterkünfte - Kritik des Caritasverbandes ist in Düsseldorf angekommen. Von Heinz Schild

Die Kritik des Caritasverbandes Dinslaken-Wesel an der Landesregierung in Sachen Flüchtlingsunterkünfte ist in Düsseldorf angekommen. Ein Umdenken hat sie allerdings nicht bewirkt. Es bleibt dabei, dass die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen im Hardtfeld in Dinslaken und im ehemaligen Praktiker-Baumarkt im Gewerbegebiet Grenzstraße in Voerde zum 30. September auslaufen. Beide Einrichtungen werden von der Caritas betrieben, die sich bereits im Dezember vergangenen Jahres schriftlich an den nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger gewandt hatte.

In diesem Schreiben machte Caritasdirektor Michael van Meerbeck auf die Folgen der Schließung aufmerksam, gab zu bedenken, ob es nicht ratsamer sei, gut arbeitende Einrichtungen - wie die in Dinslaken und Voerde - weiterzuführen, statt neue Einrichtungen zu bauen. Er erinnerte auch daran, dass durch die Schließung Arbeitsplätze verloren gehen würden. Zudem kritisierte van Meerbeck die mangelhafte Kommunikation der Düsseldorfer Behörde, warf ihr einen unpartnerschaftlichen Umgang mit dem Caritasverband als Kooperationspartner und eine schleppende Zahlungsmoral vor. Der Wohlfahrtsverband müsse auf das ihm zustehende Geld warten und gehe finanziell in Vorleistung, um die beiden Notunterkünfte zu betreiben.

Ludger Harmeier, Sprecher von Innenminister Ralf Jäger, bezeichnete es gestern gegenüber der RP als "bedauerlich", dass die Caritas auf ihr Geld warten müsse. Bei der Abrechnung für Dinslaken sei der Vermerk "rechnerisch richtig" erfolgt, nicht aber "sachlich richtig". Und ohne den Vermerk "sachlich richtig" habe die Abrechnung nicht weiter bearbeitet werden können. Die fehlende Zeichnung durch die Stadt Dinslaken sei inzwischen nachgeholt worden. "Die Zahlungen werden in dieser oder der nächsten Woche gutgeschrieben", so Harmeier. Für Voerde sei noch keine Einigung erzielt worden. Es gebe Unterschiede bei den Abrechnungssystemen. Deshalb habe das Ministerium Kontakt zur zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf aufgenommen. "Die Caritas darf nicht darunter leiden, denn sie muss ihre Mitarbeiter auch bezahlen", sagte Ministeriumssprecher Ludger Harmeier, der Verständnis für die Verärgerung von Caritas-Chef Michael van Meerbeck aufbringt.

Für die Liegenschaftsplanung (also für die Erstaufnahmeeinrichtungen) ist laut Harmeier ebenfalls die Bezirksregierung Düsseldorf verantwortlich. Allgemeine Linie sei es, befristete Notunterkünfte abzubauen, dies aus wirtschaftlichen Gründen. Davon betroffen seien die Einrichtungen in Voerde und Dinslaken. Die Bezirksregierung hätte ihre Entscheidung besser und intensiver kommunizieren müssen, so Harmeier. Er bedauerte, dass durch die mangelhafte Kommunikation das gute Verhältnis zur Caritas belastet worden sei. "Die Caritas hat wichtige Arbeit geleistet, ohne dieses Engagement wäre es nicht gelungen, die Flüchtlinge unterzubringen", lobte Harmeier die gute Arbeit des Wohlfahrtsverbands. Und in dieses Lob, das auch vom Minister käme, bezog er den Einsatz und die Hilfsbereitschaft der vielen Ehrenamtlichen ein. Dass der Innenminister sich nicht selbst bei der Caritas gemeldet habe, entschuldigte sein Sprecher damit, dass Ralf Jäger nicht persönlich auf jedes Schreiben antworten könne. Da müsse dann, wie am 12. Juli dieses Jahres geschehen, der Telefonanruf des zuständigen Referatsleiters ausreichen.

Quelle: RP
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