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Dinslaken
Der stille Einsatz der Grünen Damen

Dinslaken: Der stille Einsatz der Grünen Damen
Ihre Arbeit verrichten die Frauen meist still und im Hintergrund - gestern rückten sie anlässlich des 40-jährigen Bestehens in den Mittelpunkt. FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Die ehrenamtlichen Helferinnen der evangelischen Krankenhaushilfe gibt es in Dinslaken seit 40 Jahren. Von Jenny Müller

"Es ist eine ruhige und leise Arbeit, die den Patienten zu Gute kommt", so beschreibt Andreas Sander, der medizinische Geschäftsführer des evangelischen Krankenhauses Dinslaken (EKD), das Ehrenamt der Grünen Damen. Seit 40 Jahren unterstützen die Frauen in ihren grünen Kitteln - daher der Name - nun schon Ärzte und Krankenschwestern. Der Gedanke, freiwillige Hilfe in Krankenhäusern anzubieten, um die Mitarbeiter zu entlasten, kommt aus den Vereinigten Staaten und hat in Deutschland seinen Ursprung in Düsseldorf. Über die evangelische Frauenarbeit verbreitete sich die Idee der Grünen Damen innerhalb kurzer Zeit. Hier in der Stadt begann alles 1975 mit einer Gruppe von acht Ehrenamtlichen. Heute helfen 21 Grüne Damen in ihrer Freizeit in der Klinik am Rand der Innenstadt aus.

Meist still und im Hintergrund verrichten die Frauen ihre Arbeit. Doch gestern rückten sie ausnahmsweise in den Mittelpunkt und wurden für ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Die individuelle, uneigennützige Bereitschaft der Grünen Damen werde, so hieß es in den Dankesreden, werde als ruhiger Punkt in der oft hektischen Routine im Krankenhaus angesehen.

Die Aufgaben der Ehrenamtlichen sind vielfältig und ganz unterschiedlich. Sie besuchen die Patienten auf jeder Station, machen Besorgungen oder begleiten sie zu Untersuchungen, helfen, wenn gewünscht, beim Essen. Sie bringen aber auch einfach Zeit zum Reden mit, hören zu und machen den Menschen Mut. Vor allem Patienten, die keine Angehörigen haben, sollen so nicht das Gefühl bekommen, allein gelassen zu sein.

In Deutschland arbeiten mehr als 11 000 Grüne Damen ehrenamtlich in Gesundheitseinrichtungen. "Man lernt dabei viele interessante Menschen kennen, von denen manche auch zu guten Freunden werden", sagt Sybille Hülser, Einsatzleiterin der evangelischen Krankenhaushilfe in Dinslaken. Bereits seit 24 Jahren ist sie bei den Grünen Damen. "Diese Tätigkeit gibt einem selber viel zurück", sagt Hülser. "Denn ein noch so kleiner Dienst bringt den Patienten viel Hilfe und Entlastung." Ein Gefühl, das in dieser Form immer weniger Menschen empfinden - denn die Grünen Damen leiden unter Nachwuchsmangel. Der Altersdurchschnitt ist hoch, viele junge Frauen hätten heutzutage kaum noch Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten, berichtet Hülser. Dabei ist die Hilfe im Krankenhaus zwar nicht übermäßig zeitintensiv - ein Mal in der Woche hat man als Freiwillige mehrere Stunden lang Dienst - beginnt aber in der Regel schon am frühen Vormittag. Insgesamt sind die Frauen drei Tage pro Woche im Einsatz. Immer montags, mittwochs und freitags übernimmt eine Gruppe mit je vier Helferinnen die Schicht. Zudem finden regelmäßig Treffen statt, um sich über das Erlebte auszutauschen und sich gegenseitig einen Rückhalt zu geben.

Wer sich bei den Grünen Damen engagieren will, kann über das evangelischen Krankenhaus mit ihnen Kontakt aufnehmen, Telefon 02064 420.

Quelle: RP
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