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Dinslaken
Diakonie berät Schwangere im "Hexenhaus"

Dinslaken. Treffen jeden zweiten Freitag: Die Gruppe ist auf sieben Personen begrenzt.

"Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung in der Schwangerenberatung weiß ich, wie schwierig es für jugendliche Schwangere und Mütter ist, mit dieser Situation klar zu kommen.", sagt Beate Heinen. Sie arbeitet in der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Dinslaken für Familienplanung, Sexualität und Schwangerschaftskonflikte. Dort hat sie immer wieder mit minderjährigen Schwangeren und Müttern zu tun. Eine von ihnen ist Loreen.

Auf die Frage, wie es war, so früh schwanger zu werden, sagt sie: "Es war ein Schock. Ich wusste nicht, wie ich das alles schaffen soll. Schließlich habe ich weder Geld noch eine Ausbildung, noch eine eigene Wohnung. Gerade 17 Jahre alt, selbst noch ein Kind und dann ein eigenes bekommen? Ich hatte Angst."

Aber Loreen war mit dem Vater ihres Kindes zusammen, er stand ihr bei. Sie wusste: zusammen werden wir es schaffen. Ihre Eltern waren nicht begeistert, aber auch sie standen ihr von Anfang an tatkräftig zur Seite.

Damit stand Loreen noch besser da als manche andere in ihrer Situation. Beate Heinen weiß, wie groß der Druck für diese jungen Frauen ist. Sie müssen sehr schnell erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Oft sind sie abschätzenden Blicken ausgesetzt und fühlen sich permanent bewertet. Darum hat die Diplompädagogin der Schwangerenberatungsstelle vor drei Jahren eine Gruppe für diese jungen Frauen bis zum Alter von 21 Jahren ins Leben gerufen. Dort können sie sich wohl und angenommen fühlen und den Kontakt zu Frauen pflegen, die in der gleichen Lage sind. Sie bekommen hilfreiche Informationen für ihre Situation und können über die Herausforderungen ihres Lebens mit Kind sprechen. Die Gruppe ist bewusst klein gehalten, da natürlich auch die Kinder mit dabei sind. Die Mitgliederzahl ist darum auf sieben Personen begrenzt. Treffpunkt ist das zentral gelegene "Hexenhaus" an der Brückstraße 11 in Dinslaken.

Auch Loreen war lange Mitglied der Gruppe. Zuerst hatte sie Bedenken, ob man sie dort versteht, ob über sie gelästert wird oder ob die Kinder miteinander klar kommen. Aber ihre Befürchtungen verflogen schnell. "Ich habe es nie bereut", sagt sie. "Es waren so liebe super Menschen vor Ort, Beate stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Mit ihr konnte ich offen und wirklich ehrlich über alles reden. Mit den anderen jungen Müttern und Schwangeren habe ich mich auch außerhalb der Termine verabredet. Wir haben gekocht, mit den Kindern gespielt. Wir haben einfach das getan hat, was einem schon länger fehlt. Jede Schwangere oder frisch gebackene Mama kennt das, wenn sich plötzlich alle Freunde verabschieden und man ganz alleine da steht. Ich würde immer wieder hingehen." Beate Heinen hat sich für die Gruppe noch eine Hebamme mit ins Boot geholt. Esther Schlender berät in der Gruppe zu den körperlichen Vorgängen in der Schwangerschaft, bei oder nach der Geburt. Sie gibt Tipps bei Schlafproblemen der Babys, zum Stillen oder zur Ernährung. Auch das wissen die jungen Frauen zu schätzen. Heute geht es Loreen gut. Sie ist verheiratet, hat einen Kitaplatz für ihr Kind und kann die Ausbildung beginnen, für die sie gerade eine Zusage erhalten hat.

Die Gruppe trifft sich freitags vormittags, 14-täglich für zwei Stunden. Die Termine werden neu ausgemacht. Das nächste Treffen findet am 18. August. statt. Kontakt: Beate Heinen, Telefon 02064 434743, E-Mail: beate.heinen@diakonie-din.de

Quelle: RP
 
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