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Dinslaken
Die ganze Welt im Miniaturformat

Dinslaken: Die ganze Welt im Miniaturformat
Sammler Jochen Ponjee (rechts) und Händler Walter Euler inspizieren gemeinsam eine Dampfmaschine. FOTO: Langhoff Florian
Dinslaken. Auf dem Modellspielzeugmarkt waren Sammler unterwegs, um entweder besonders günstige Waren zu entdecken oder Liebhaberstücke mit nach Hause zu nehmen. Die Händler würden sich über mehr Kundschaft freuen. Von Florian Langhoff

Schon kurz nach 11 Uhr sind die ersten Sammler an der Trabrennbahn eingetroffen, nehmen im Tribünenhaus das Angebot der Händler in den Blick und tauchen damit ein in eine Welt der Miniaturen. Vor allem alles rund ums Thema Eisenbahn lässt sich hier entdecken, von Schienen mit verschiedenen Spurbreiten über Waggons und Züge. Die Preisspanne reicht von wenigen bis zu mehreren Hundert Euro je nach Modell. Doch neben den Zügen finden sich hier auch Fahrzeuge vom Rennwagen bis zum Lkw. Dazu ganze Dioramen aus Häusern, vom Einfamilienhaus bis zur Kirche, Rasenflächen zum Ausrollen, exotische Pflanzen und hier und da auch Bücher und Zeitschriften, bei denen es um Modellbau, aber teilweise auch um die Geschichte der Eisenbahn geht.

Nach ganz speziellen Waren sucht Sammler Jochen Ponjee. "Ich bin auf der Suche nach Antriebsmodellen für Dampfmaschinen", berichtet der 38-Jährige. Er ist zum ersten Mal auf der Modellspielzeugmarkt in Dinslaken, weil er darauf hoffte, hier etwas zu finden, dass sein Sammlerherz höherschlagen lässt. Und er wird auch relativ schnell fündig. Unter den, oftmals gebrauchten, Waren, die von den Händlern vor Ort angeboten werden, findet er ein Karussell, ein Riesenrad und eine Hufschmiedefigur. "Die kann man alle an eine Dampfmaschine anschließen und dann bewegen die sich auch", erklärt Jochen Ponjee.

Mit "Dampfmaschine" ist freilich kein ausgewachsenes Modell gemeint, das etwa eine eigene Industriehalle an Platz bräuchte, sondern ein Modell für den Heimgebrauch. "Ich hatte als Kind mal so eine Phase, in der ich mich damit beschäftigt habe", erzählt der 38-Jährige. "Während andere Computerspiele faszinierend fanden, hat mir das ganz gut gefallen." Dann wanderte die Maschine über Jahrzehnte in den Schrank, bis er sie wiederfand und wieder in Betrieb nahm. Mittlerweile hat er eine kleine Sammlung, zu der einige Walzen und ein Traktor gehören, allesamt mit Dampf betrieben. Für den Sammler hat Händler Walter Euler einen ganz besonderen Schatz parat. In einem Karton, den er hinter seinem Stand aufbewahrt, hat er eine Dampfmaschine mitgebracht. "Die sind mittlerweile ein wenig aus der Mode gekommen", erzählt der Händler. Für Jochen Ponjee wäre das Stück allerdings eine schöne Ergänzung für seine heimische Sammlung. "Allerdings sprengt das heute mein Budget", sagt er, tritt am Ende aber, mit einigen günstig eingekauften Modellen, seinen Heimweg an.

Die Modellbäume am Stand von Händler Dirk Fricke leuchten in allen Farben. FOTO: Langhof

Budget ist, wenn es nach den Händlern geht, auch ein gutes Thema. "Es hat heute kaum noch jemand das Geld, um sich für 300 oder 500 Euro eine Modellok zu kaufen", erzählt Händler Dirk Fricke. Er weiß, dass die Sammler wählerischer geworden sind. "Früher hat man alles kreuz und quer gesammelt von der Modellbahn bis zu Autos", berichtet er. "Heute sammeln viele Kunden nur Modellfahrzeuge von einer bestimmten Automarke." Was bei Preisen, die von den Produzenten für manche Produkte abgerufen werden, aber auch nicht wirklich verwunderlich ist. Und so spezialisieren sich einige Händler.

Dirk Fricke haben es Modellpflanzen angetan. An seinem Stand leuchten Sträucher, Blüten und Bäume im Miniaturformat in allen erdenklichen Farben. "Eine Modelleisenbahn kann sich vielleicht nicht jeder leisten, aber einen kleiner Baum für wenige Euro schon", erklärt der Händler. Mit einer Pinzette bringt er die kleinen Pflanzen aufgereiht in Position. Seine Kunden bekommen für relativ wenig Geld eine kleine Tüte prall gefüllt mit Buchsbäumen, Tannen oder auch Palmen. "Natürlich gibt es auch hier größere Modelle, die dann etwas teurer sind", erzählt Dirk Fricke und zeigt auf einen anderen Bereich seines Standes, wo sich bis zu 40 Zentimeter hohe Modellbäume befinden.

Aber auch für die gilt, wie für alles andere auf dem Markt: Für fast alles findet sich irgendwo der passende Sammler.

Quelle: RP
 
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