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Voerde
Die Gesamtschule Voerde ist startbereit

Voerde: Die Gesamtschule Voerde ist startbereit
Ursula Reinartz und Werner Brücker haben zum 1. August die kommissarische Schulleitung übernommen. FOTO: Hermann
Voerde. Viele Monate der inhaltlichen Vorbereitung liegen hinter der neuen städtischen Gesamtschule - nun läuft das Team, das sie mit Leben füllen soll, mit großen Schritten auf das Ziel zu: Ab Mittwoch kommender Woche geht es von der Theorie in die Praxis, dann werden die 177 Kinder, auf sechs Klassen verteilt, den neueren Gebäudeteil an der Allee 1 beziehen. Von Petra Keßler

Die Fünftklässler sind Schüler der ersten Stunde, sie teilen sich Gebäude und Gelände im ersten Jahr einzig mit zwei zehnten Klassen der Vorgängerschule, die in einem Jahr als Dependance der Gesamtschule Hünxe - Standort Voerde - auslaufen wird. Geplant ist, dass die älteren Schüler Patenschaften für die jüngeren übernehmen.

Seit Montag dieser Woche werden an der neuen städtischen Gesamtschule die unmittelbaren Vorbereitungen für die Aufnahme des Schulbetriebs getroffen. Stunden- und Aufsichtspläne sind zu erarbeiten, die Räume herzurichten und zu beziehen, Detailfragen zu klären, wie Ursula Reinartz erklärt. Die 58-Jährige hat zum 1. August zunächst kommissarisch die Leitung der neuen Schule übernommen. Bevor sie und ihr Stellvertreter Werner Brücker in Amt und Würden sind, müssen die Schulkonferenz und die Voerder Politik noch beteiligt werden. Für gewöhnlich reine Formsache.

20 Lehrer bilden im ersten Jahr das Kollegium an der neuen Schule. Die Lehrkräfte kommen von sehr unterschiedlichen Schulen, hätten folglich unterschiedliche Hintergründe, erklärt Ursula Reinartz. Nicht alle werden mit voller Stundenzahl in Voerde tätig sein, mehrere sind noch parallel an ihrer bisherigen Schule im Einsatz. Darunter Lehrer der benachbarten Realschule. Neben dem Lehrer-Kollegium, das zwei Sonderschulpädagogen an der Schule mit Inklusion komplettieren, verstärken zwei Sozialpädagogen das Team.

Die neue Gesamtschule wird an drei Tagen verlässlichen Ganztag anbieten - und zwar montags, mittwochs und donnerstags in der Zeit von 8 bis 15.45 Uhr. Dienstags und freitags ist jeweils von 8 bis 13.15 Uhr Schule, wobei die Kinder dort noch zu Mittag essen können. Der Dienstag sei an allen Gesamtschulen in NRW Besprechungstag, erklärt Ursula Reinartz. Das Ganztagsangebot in Voerde entspreche dem gängigen - die kommissarische Schulleiterin kann den Bedarf für eine fünftägige Ganztagsbetreuung angesichts von Berufstätigkeit beider Elternteile aber nachvollziehen. So gebe es Bemühungen, auch für Dienstag und Freitag ein Betreuungsangebot in Form einer Kooperation zu erreichen. Die Schule hofft dabei auf die Unterstützung von Verbänden und Vereinen.

Hinter dem Ganztagsbetrieb der Schule steht nach Reinartz' Verständnis weit mehr als das Lernen alleine. Die Kinder leben dort miteinander, nutzen Spiel- und Pausenangebote, essen zusammen. Der Caterer, der für die Speisen zuständig ist, kocht auch an der neuen Schule. In der Mensa im Altbau haben Kinder die Möglichkeit, sich an mehreren Stationen ihre Mahlzeiten zusammenzustellen. Auch ein vegetarisches Angebot soll dabei sein.

Ein zentraler Punkt im Profil der neuen Gesamtschule ist das Förderfach Glück, das für alle verpflichtend ist, auf dem Zeugnis ohne Note aufgeführt und eine Stunde in der Woche ausmachen wird. Es geht darum, dass die Kinder darüber reflektieren, wie sie ein glücklicher Mensch werden können - sich selbst und andere akzeptierend, ausgeglichen. Dafür sollen ihnen Methoden und Strategien mit an die Hand gegeben werden.

Die neue Gesamtschule soll eine Schule sein, zu der die Kinder gerne gehen, an der sie sich wohlfühlen, sagt Ursula Reinartz. Schule von 8 bis 15.45 Uhr - das sei bei Erwachsenen ein Arbeitstag. Die Kinder bräuchten Freiräume und Bewegung. Das soll sich auch im Unterricht wiederfinden. "Vokabeln kann man auch in Bewegung lernen."

Sie ist angesichts des langen Schultags der Ansicht, dass das grundlegende Üben, Wiederholen und Vertiefen des Lernstoffs in der Schule stattfinden sollte. Dass eine Schule gut und angewählt wird, hänge vom Konzept und davon ab, dass die Eltern Vertrauen in sie haben, betont Werner Brücker.

Quelle: RP
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