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Voerde
Die Hochspannung tiefer legen

Voerde: Die Hochspannung tiefer legen
Die Monteure bringen die Reflektoren sicher nach unten. FOTO: Hermann
Voerde. Die Leitungen, die bei Götterswickershamm über den Rhein führen, werden saniert. Bei der Montage von Radarreflektoren waren gestern auch Helikopter im Einsatz. Von Robin Kunte

Stéphane Delaye blickt gelassen nach oben. "Solche Arbeiten machen wir an fünf Tagen in der Woche", sagt der Ingenieur der französischen Firma Airtelis, während ein Helikopter zwei Monteure in Richtung der Strommasten fliegt. Die Männer stehen in einem engen Beförderungskorb, hängen damit 20, 30 Meter unterhalb des Helis und montieren die sogenannten Radarreflektoren von den Stromleitungen ab, die bei Götterswickershamm über den Rhein verlaufen.

Schon seit Anfang Juni bereitet der Übertragungsnetzbetreiber Amprion die Arbeiten an der Rheinquerung zwischen Voerde und Rheinberg vor. Unterhalb der riesigen Strommasten in Götterswickershamm und gegenüber im Vorland des Orsoyer Rheinbogens hat das Unternehmen große Baustellen errichtet.

Am Dienstag war nun die Demontage der Reflektoren an der Reihe, heute sollen die neuen Seile gespannt werden, wofür der Rhein drei Stunden lang für die Schifffahrt gesperrt wird. Läuft alles nach Plan, werden die derzeitigen Mastköpfe bis Freitag von den Spitzen heruntergeholt und durch neue ersetzt.

Damit verlieren die mächtigen Stützen mehr als 40 Meter ihrer Höhe - und auch ihr Alleinstellungsmerkmal als größte Strommasten im Versorgungsgebiet von Amprion. Statt 138 Meter ragen sie dann nur noch 98 Meter über den Fluss hinaus. "Große Höhe ist heute nicht mehr nötig", sagt Andreas Preuß, Pressesprecher von Amprion. "Denn die Stromleitungen sind gebaut worden, als noch große Segelschiffe über den Rhein fuhren." Das ist lang her. Die Masten stammen aus dem Jahr 1926, die Leitungen sind in den 1950er Jahren verlegt worden.

Eigentlich sollten die Netze spätestens in diesem Jahr komplett neu gebaut werden, doch aufgrund rechtlicher und politischer Verzögerungen hat sich Amprion zu einer Sanierung entschlossen. Kostenfaktor: 1,8 Millionen Euro. "Das ist keine alltägliche Baustelle", sagt Preuß. Die Höhe und die Windanfälligkeit machen die Arbeiten unberechenbar. Deshalb hat sich Amprion fachliche Unterstützung aus Frankreich geholt.

Airtelis ist dort für die Wartung des gesamten Stromnetzes zuständig, erzählt Stéphane Delaye. Seine Monteure kennen sich aus - und arbeiten flott. Nach gut zwei Stunden sind alle Reflektoren am Voerder Boden.

Quelle: RP
 
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