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Hintergrund
Die Stadt Voerde und ihre Beteiligungen

Hintergrund: Die Stadt Voerde und ihre Beteiligungen
Auch an Deltaport hat die Stadt Voerde Anteile. FOTO: Jana Bauch
Dinslaken. Fast 918.000 Euro erhielt die Kommune an Dividenden und Überschüssen, 12.800 Euro fielen an Verlusten an. Von Heinz Schild

VOERDE Die Stadt Voerde war im Jahr 2016 an sieben Unternehmen als Gesellschafter sowie an zwei Zweckverbänden beteiligt, außerdem hielt sie einen Genossenschaftsanteil an der Volksbank Rhein-Lippe. Auf ihre sieben Unternehmensbeteiligungen erhielt Voerde für das Geschäftsjahr 2016 insgesamt 917.000 Euro an Dividenden oder Gewinnen. Allerdings fiel ein Zuschuss in Höhe von 12.820 Euro an, der an die Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide gezahlt werden musste, da sie Verluste einfuhr.

Zu den Unternehmensbeteiligungen gehörte der Kommunalbetrieb Voerde (KBV), der eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt war. Er wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2017 in die kommunale Kernverwaltung zurückgeführt. Die Dinkomm wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2016 von den Anteilseignern an die Stadtwerke Dinslaken verkauft, wie aus dem Beteiligungsbericht der Stadt Voerde für das Jahr 2016 hervorgeht.

Im Berichtsjahr war die Kommune Besitzerin des Kommunalbetriebs Voerde, der eine 100-prozentige Tochter war. Das gezeichnete Kapital betrug 20 Millionen Euro. Weiterhin hielt die Kommune Anteile an: Wasserversorgung Voerde GmbH (Beteiligung 50 Prozent, 1,3 Millionen Euro), Deltaport GmbH & Co. KG (8,8 Prozent, 88.000 Euro), Deltaport VerwaltungsGmbH (8,8 Prozent, 2200 Euro), Wohnbau Dinslaken GmbH (12,75 Prozent, 767.000 Euro), Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide mbH (5 Prozent, 1278 Euro), Dinkomm GmbH (4,6 Prozent, 15.000 Euro).

Gemäß Ratsbeschluss wurde zum 1. Januar 2007 der Kommunalbetrieb Voerde gegründet. Sein letztes Wirtschaftsjahr 2016 schloss er mit einem Überschuss von etwas mehr als 175.800 Euro ab, wie aus dem Beteiligungsbericht hervorgeht. Abzüglich des Verluste aus dem Jahr 2015 in Höhe von 12.500 Euro blieb ein Überschuss in Höhe von 163.300 Euro. Damit verfügte der KBV bis zum Schluss über eine als gesund einzustufende Eigenkapitalausstattung. Die Rückführung in die Kernverwaltung, die vom Rat im September 2015 beschlossen worden war, wurde in diesem Jahr planmäßig umgesetzt.

An der Wasserversorgung Voerde ist neben der Stadt die Gelsenwasser AG aus Gelsenkirchen mit einem 50-Prozent-Anteil beteiligt, der 1,3 Millionen Euro entspricht. Von dem Gewinn, den das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 erzielte, ging eine Dividende in Höhe von 150.000 Euro an die Stadt Voerde. Die Kapitalertragssteuer wird mit 37.500 Euro ausgewiesen, der Solidaritätszuschlag zur Kapitalertragssteuer mit 2062 Euro. Die Nettodividende beträgt damit rund 110.450 Euro.

An der Hafengesellschaft Deltaport, die für die drei Standorte Rhein-Lippe-Hafen, Hafen Emmelsum und Stadthafen zuständig ist, sind neben Voerde auch der Kreis Wesel und die Stadt Wesel beteiligt. Für das Berichtsjahr 2016 wird ein Defizit von 363.000 Euro ausgewiesen. Nach den gegenwärtigen Planungen wird davon ausgegangen, dass Deltaport das laufende Geschäftsjahr 2017 erneut mit einem Verlust abschlossen wird. Die Deltaport Verwaltungsgesellschaft befindet sich in Besitz des Kreises Wesel der Stadt Wesel und die Stadt Voerde. Der Jahresfehlbetrag liegt bei 3330 Euro.

Die Wohnbau Dinslaken ist ein Unternehmen, das seinen Anteilseignern (Stadt Voerde, Stadt Dinslaken, Gemeinde Hünxe, Kreis Wesel, Vivawest Wohnen, Niederrheinische Sparkasse RheinLippe und Provinzial Rheinland Versicherung) Freude bereitet, denn es erwirtschaftet Gewinn und schüttet daher eine Dividende aus. Das Geschäftsjahr 2016 schloss die Wohnbau mit einem Bilanzgewinn von fast 6,9 Millionen Euro ab. die Stadt Voerde erhielt auf ihren Geschäftsanteil eine Dividende von 874.000 Euro (Nettodividende: rund 644.000 Euro).

An der Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide sind neben der Stadt Voerde auch die Städte Dinslaken und Bottrop, die Gemeinde Hünxe sowie der Kreis Wesel beteiligt. Auch im Berichtsjahr 2016 erwirtschaftete diese Gesellschaft keinen Gewinn, sie schloss das Jahr vielmehr mit einem Fehlbetrag in Höhe von 241.000 Euro ab. Für Voerde bedeutete dies, dass die Kommune einen Zuschuss in Höhe von 12.820 Euro zahlen musste.

An der Dinslakener Telekommunikations-Gesellschaft (kurz Dinkomm) waren neben der Stadt Voerde die Stadt Dinslaken, die Dinslakener Stadtwerke und die Niederrheinische Sparkasse RheinLippe beteiligt. Das Geschäftsjahr schloss das Unternehmen mit einem Defizit von fast 200.000 Euro ab, es wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2017 an die Stadtwerke Dinslaken verkauft. Angesichts des Verlustes, den die Gesellschaft machte, erhielt Voerde zwar keine Dividende, musste allerdings auch keinen Verlust übernehmen, wie im Beteiligungsbericht ausgeführt wird.

Beteiligt ist die Stadt Voerde am Sparkassenzweckverband Wesel - Dinslaken mit 11,83 Prozent. Ihm gehören zudem die Kommunen Wesel, Dinslaken, Hünxe, Hamminkeln und Schermbeck an. Laut Beteiligungsbericht gibt es hier keine Finanz- und Leistungsbeziehungen mit dem Voerder Haushalt. Weiterhin gehört Voerde dem Volkshochschul-Zweckverband Dinslaken-Voerde-Hünxe an. Die Verbandsumlage 2016 betrug 551.500 Euro, davon musste Voerde 22,7 Prozent zahlen (Dinslaken 66, 9 Prozent und Hünxe 10,4 Prozent).

Außerdem hält Voerde noch einen Genossenschaftsanteil an der Volksbank Rhein-Lippe in Höhe von 260 Euro. Im Geschäftsjahr 2016 gab es dafür eine Dividende in Höhe von 11 Euro.

Quelle: RP
 
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