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Hintergrund
Die Zukunft des Hiesfelder Freibads

Hintergrund: Die Zukunft des Hiesfelder Freibads
Rainer (l.) und Tomas Giezek sehen mit Optimismus in die Zukunft des Hiesfelder Freibads. RP-Foto: Büttner FOTO: Horstmann
Dinslaken. Der Freibadverein hat einen neuen Vorstand gewählt. Welche Vorstellungen der hat, erläuterten der neue Vorsitzende Thomas Giezek und Kassierer Rainer Horstmann im Gespräch mit der Rheinischen Post. Von Jörg Werner

Besser hätte die Versammlung im Vereinsheim eigentlich nicht laufen können. Ohne Gegenstimme haben die Mitglieder des Freibadvereins am Donnerstagabend den SPD-Stadtverordneten Thomas Giezek zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Und was noch wichtiger ist, sie statteten den neuen Vorstand mit einem eindeutigen Auftrag aus. Das Hiesfelder Bad soll kein Naturschwimmbad werden, sondern konventionell saniert werden. Dafür gab's dann auch noch die Zustimmung von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, obwohl der am vergangenen Montag dem Sportausschuss aus Kostengründen noch die Naturbad-Lösung empfohlen hatte.

Giezek und Horstmann gaben sich gestern Vormittag im Gespräch mit der Rheinischen Post dann auch optimistisch, dass das Freibad in Hiesfeld als konventionelles Schwimmbad erhalten bleibt. "Die Umgestaltung zu einem Naturbad", sagte Giezek mit Hinweis auf die im Bädergutachten aufgezeigten Risiken, "kann doch niemand verantworten". Im Gutachten wird, wie berichtet, davor gewarnt, dass Wasservögel ein Naturbad mit ihren Ausscheidung mit Keimen verunreinigen könnten und dass das Wasser auch durch andere biologische Prozesse umkippen könnte. In beiden Fällen müsste das Bad zumindest zeitweise geschlossen werden.

Das hat nicht nur Giezek umdenken lassen, der nach einem Besuch im Naturbad in Mettmann noch angetan von einer solchen Lösung für Hiesfeld war. "Die Wasserfläche in Mettmann ist dreimal so groß, wie die, die für Hiesfeld geplant wäre", sagte Giezek. "Deswegen sind die Probleme dort beherrschbar, in Hiesfeld wären sie es nicht." Das sei auch der Grund, warum Lilo Wallerich - die grüne Fraktionsvorsitzende ist vom Freibadverein zur Stellvertreterin Giezeks gewählt worden - jetzt gegen die Naturbad-Lösung votiere, obwohl ihre Fraktion diese doch zunächst vorgeschlagen habe.

Giezek und Horstmann verfolgen mit dem Freibadverein ehrgeizige Pläne. Zu denen gehört auch, dass sich der Verein anders als bisher stärker am Betrieb des Bades beteiligt. Die beiden wollen nun schnell Kontakte zu den Badvereinen in Hünxe und Dingden knüpfen, um auszuloten, was sich von deren Erfahrungen auf die Arbeit des Hiesfelder Vereins übertragen lässt. Auch streben sie Kooperationen etwa mit Dinslakens Schwimmvereinen oder der DLRG an.

Sie haben großes Verständnis dafür, dass beispielsweise die Dinslakener Schwimmvereine, wie es der Schwimmclub Dinslaken in dieser Woche in seiner Stellungnahme zum Ausdruck gebracht hat, unzufrieden sind mit den Möglichkeiten, die ihnen das DINamare im Volkspark bietet. Deswegen würden sie es begrüßen, wenn das Hiesfelder Bad, das zur Zeit nur über eine 33-Meter-Bahn verfügt, im Rahmen der Sanierung auf "sporttaugliche Maße" ausgebaut wird. Das sollte, so finden sie, eigentlich kein Problem sein, da das Becken ja ohnehin angepackt werden müsste.

Wichtig ist Giezek und Horstmann allerdings vor allem, dass das Hiesfelder Freibad erhalten bleibt, damit Kinder dort schwimmen lernen könnten und den Jugendlichen im Sommer ein attraktives und sinnvolles Freizeitangebot zur Verfügung stehe.

Dass es aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen möglicherweise vernünftiger wäre, das DIN-amare zu einem Schwimmzentrum für Dinslaken auszubauen, räumt Giezek ein. "Wir dürfen uns aber nicht nur von solchen Überlegungen leiten lassen", sagt Giezek und verweist auf die Tradition des Hiesfelder Bades, das immer auch ein Bad für ganz Dinslaken gewesen sei. Um dies zu betonen will der Frei-badverein jetzt auch schnell seinen Namen ändern und sich künftig Freibadverein Dinslaken-Hiesfeld nennen. Aber nicht nur die Tradition spricht aus Sicht des neuen Vorstands für das Hiesfelder Bad. Horstmann verweist auf die einmalige Lage am Rotbachwanderung in der Nachbarschaft zur Wassermühle und etlichen weiteren Sportstätten. Das Bad wäre somit Zentrum eines höchst attraktiven Freizeit- und Sportangebots, das weit über die Stadtgrenzen hinaus wirke.

Neben den Kontakten zu anderen Vereinen hat sich der neue Vorstand als allererstes eines auf die Fahne geschrieben: die Gewinnung neuer Mitglieder. Knapp über 400 sind es zurzeit. Im Jahr 2024, wenn das Bad sein 100-jähriges Bestehen feiert, sollen es 4220 sein. Warum 4220? Ganz einfach. So lautet die alte Dinslakener Potsleitzahl.

Den neuen Vorstand komplettiert Hans Weinmann als Schriftführer, eine noch zu beschließende Satzungsänderung soll es möglich machen, die Hiesfelder SPD-Chefin Monika Piechula als zweite stellvertretende Vorsitzende zu installiern

Quelle: RP
 
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