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Dinslaken
Dinslaken empfängt Freunde aus Arad

Dinslaken: Dinslaken empfängt Freunde aus Arad
Auch aus der Luft durften Arads Bürgermeister Nisan Ben Hamo (links) und seine Referentin Hila Tsahi - hier mit Bernd Schürmann auf dem Flugplatz Schwarze Heide - einen Blick auf die Partnerstadt Dinslaken werfen. FOTO: Stadt Dinslaken
Dinslaken. Zwei Jahre habe er sich erst einmal darum kümmern müssen, die eigene Stadt wieder auf positiven Kurs zu bringen. Aber jetzt sei die Zeit gekommen, die Stadt und die Menschen kennenzulernen, die seiner Heimatstadt seit 28 Jahren freundschaftlich verbunden sind.

So erklärt Nisan Ben Hamo, Bürgermeister von Dinslakens israelischer Partnerstadt Arad, den Umstand, dass er erst jetzt, zwei Jahre nach seiner Wahl im Jahr 2015, zu einem Antrittsbesuch an den Niederrhein gekommen ist. Und, so sein Fazit am Ende der zweitägigen Stippvisite, diese Reise habe seine Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen. "Ich habe in Arad ja schon einige Dinslakener getroffen und viel über die Städtepartnerschaft gehört", erläutert der 43-jährige Bürgermeister. "Aber nachdem ich hier so viele unterschiedliche Seiten der Stadt kennengelernt habe und so vielen engagierten Menschen begegnet bin, bin ich guten Mutes, dass wir die Städtepartnerschaft schon bald mit neuem Schwung und guten Ideen nach vorn bringen können."

Voraufgegangen war ein dicht gedrängtes Besuchsprogramm, das Ben Hamo und seine Referentin Hila Tsahi quer durch die ganze Stadt führte: Von Rhein und Emschermündung über den jüdischen Friedhof in die Innenstadt, ein historischer Rundgang unter der Führung von Ronny Schneider, ein spontaner Besuch in der Stadtbibliothek, Mittagspause in der Neutor-Galerie, Bergbauvergangenheit im Ledigenheim, Zukunftsvisionen im Bergpark und im KreativQuartier, Zufallsbegegnungen in Künstlerateliers und im "Hexenhaus" in der Altstadt, ein Arbeitsgespräch mit Mitgliedern von Partnerschaftsverein und Stadtverwaltung und ein Überblick über die gesamte Region bei einem 45-minütigen Rundflug vom Flugplatz Schwarze Heide. Hier durfte Nisan Ben Hamo, sogar selbst das Flugzeugruder übernehmen, war er doch während seiner Militärdienstzeit als Pilot ausgebildet worden.

Mit seinem Dinslakener Amtskollegen Michael Heidinger stimmte die Chemie auf Anhieb. Wie in Israel üblich, war man schnell beim Vornamen und die Verständigung auf Englisch machte umständliche Übersetzungen überflüssig. Beim abendlichen Essen in Dinslakens gemütlichen Restaurants trafen die Gäste aus Arad auch immer wieder auf Menschen, die sich in letzter Zeit ganz persönlich für die Verständigung und das kulturelle Miteinander in beiden Städten engagiert hatten: Thomas Nett, Samirah Al-Amrie, Alfred und Barbara Grimm, aber auch die langjährigen Weggefährten Renate Seidel, Bernd Schürmann und Thomas Pieperhoff.

"Ich bin dankbar und glücklich darüber, dass der Schüleraustausch zwischen dem Theodor-Heuss-Gymnasium und der ORT High School, die Verbindung zwischen Dinslaken und Arad so verlässlich aufrecht erhalten hat", bekräftigt Ben Hamo. "Aber es ist höchste Zeit, dass wir nun auch andere Menschen für die Städtepartnerschaft begeistern." Ein Beispiel könnten die Langstreckenläufer sein: Hila Tsahi hat in Arad einen jährlichen Halbmarathon ins Leben gerufen, der in der Nacht von Arad aus startet und zum Sonnenaufgang auf Israels berühmter Bergfestung Masada endet. Gerne würde man dort auch Läufer aus Dinslaken begrüßen, im Gegenzug könnten Laufinteressierte aus Arad beim Sparkassen-Citylauf in Dinslaken starten.

Viele Ideen sind bei der Stippvisite entstanden, nun will man gemeinsam schauen, welche die größten Chancen auf Verwirklichung haben. Luftschlösser, darin waren sich die beiden Bürgermeister einig, könne man nicht gebrauchen. "Entscheidend ist, dass die Begegnungen von Mensch zu Mensch auch tatsächlich zustande kommen. Erst das bringt die Motivation, Stück für Stück an der Städtefreundschaft weiterzubauen", so Michael Heidinger. Das nächste gemeinsame Ziel ist schon ausgemacht: 2019 wird die Partnerschaft 30 Jahre alt, und das soll gefeiert werden - in der Wüste und an Rhein und Emscher.

Quelle: RP
 
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