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Dinslaken
Dinslaken erwartet 285 neue Flüchtlinge

Dinslaken: Dinslaken erwartet 285 neue Flüchtlinge
Kaffee und Kuchen zum Abschied: Für die Bewohner der Notunterkünfte setzt sich eine Reise mit ungewissem Ausgang heute fort. FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Fliegender Wechsel in den Notunterkünften an der Taubenstraße und im Hardtfeld: 200 ziehen heute aus. Von Robin Kunte

Fliegender Wechsel in den Notunterkünften an der Taubenstraße und im Hardtfeld: Während heute Morgen die 200 bisher dort untergebrachten Flüchtlinge ausziehen, erwarten Stadt und Caritas am Abend bis zu 285 Neuankömmlinge. Dinslaken leistet damit weiterhin Amtshilfe auf Anfrage der Bezirksregierung aus Düsseldorf und stellt, wie viele andere Kommunen auch, Plätze für die Erstaufnahme des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

Gestern wurden die Bewohner der Notunterkünfte bei Kaffee und Kuchen aus dem Hardtfeld verabschiedet. Dazu gab es einige nette Worte von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und der Caritas. Die Menschen, für die sich der Weg einer ungewissen Zukunft fortsetzt, dankten mit viel Applaus. Am vergangenen Freitag wurden die 200 Geflüchteten von der Bezirksregierung registriert, berichtet Caritasdirektor Michael van Meerbeck. Heute fahren sie mit Bussen in die zentrale Unterbringungseinrichtung nach Kerken und werden innerhalb der nächsten Tage auf die Kommunen in NRW verteilt. Dort wird ihr Asylverfahren vorangebracht.

Derweil hat die Caritas die Kapazitäten im Hardtfeld in den vergangenen Wochen Schritt für Schritt erweitert. Nun können neben dem zweigeschossigen Wohnhaus, das eigens für die Notunterkunft hergerichtet wurde, weitere Gebäude auf dem Caritas-Gelände für die Unterbringung genutzt werden.

Somit stehen dort insgesamt 235 Plätze zur Verfügung. Die Zimmer in den einzelnen Wohnungen werden mit vier bis sechs Bewohnern belegt. Außerdem gibt es Räume für die ärztliche Untersuchung, die unmittelbar nach der Ankunft der neuen Flüchtlinge vorgenommen wird und für die Registrierung. Ab Mittwoch dann sollen dann auch die langersehnten Heizungen funktionieren.

In der ehemaligen Kindertagesstätte an der Taubenstraße werden nur noch 50 statt 60 Menschen wohnen und schlafen. In Anbetracht der kälteren Jahreszeit werden zusätzliche Räume für Beratung und Aufenthalt gebraucht. In Hiesfeld sind in erster Linie Familien untergebracht, im Hardtfeld meist alleinstehende Männer.

Der Aus- und Umbau der Unterkünfte bedeutete für die Caritas erneut eine Arbeit am Leistungslimit. Beispiel: Neue Betten und Matratzen seien in der Umgebung mittlerweile so gut wie ausverkauft, für den letzten Einkauf fuhren die Hausmeister bis nach Kaarst. Hinzu kommt die psychologische Belastung im Umgang mit den Flüchtlingen, die nicht selten traumatisiert sind. "Der Einsatz ist nicht selbstverständlich", sagt van Meerbeck. "Ich bin stolz auf meine Leute." Heute steht für die Mitarbeiter wieder eine Extraschicht an. Zunächst müssen die Unterkünfte in wenigen Stunden gereinigt werden, dann heißt es warten auf die Neuankömmlinge.

Wer am Abend in die Unterkünfte einzieht, wann genau das sein wird, wie viele Menschen tatsächlich kommen - das weiß niemand so genau. Caritas und Stadt erhalten weder Informationen über die Nationalitäten, noch wie viele Kinder dabei sind. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass vor allem Syrer, Iraker und Afghanen unter den Geflüchteten sind.

Das sind dann auch die Menschen, die in den vergangenen Wochen die Bilder in den Nachrichten geprägt haben: Mit ihrer Flucht aus den Kriegs- und Krisenregionen, ihrem bangen Warten am Budapester Bahnhof und ihrer Ankunft in München, von wo es für sie weiter nach Nordrhein-Westfalen ging.

Quelle: RP
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