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Dinslaken/Voerde/Hünxe
Dinslaken, Voerde und Hünxe schrumpfen

Dinslaken/Voerde/Hünxe: Dinslaken, Voerde und Hünxe schrumpfen
Städte müssen viel tun, um attraktiv zu bleiben. In Dinslaken ist da in den vergangenen Jahren - wie hier am Rutenwall - eine Menge bewegt worden. Dennoch prophezeit die Bertelsmann-Stiftung der Stadt sinkende Einwohnerzahlen. FOTO: Büttner
Dinslaken/Voerde/Hünxe. Bis 2030 sinkt die Zahl der Einwohner in Nordrhein-Westfalen um rund 480 000. Auch Dinslaken, Voerde und Hünxe verlieren Einwohner. Dies ist das Ergebnis einer Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung. Von Jörg Werner

Der Trend hat bereits eingesetzt. Und er wird sich noch deutlich verstärken. Die Menschen, die in Dinslaken, Voerde und Hünxe wohnen, so das Ergebnis der gestern veröffentlichten Studie, werden weniger. Allerdings sind die drei Kommunen unterschiedlich stark betroffen. Dinslaken wird im Jahr 2030 noch 63 610 Einwohner zählen, 2012 waren es noch 67 380, was einem Minus von 5,6 Prozent entspricht. Deutlich weniger Menschen verliert mit einem Minus von 2,9 Prozent Hünxe. 2012 lebten in der Gemeinde 13 520 Einwohner, 2030 werden es 13 130 sein. Den größten Aderlass muss Voerde hinnehmen. 2012: 36 730 Einwohner. 2030: 34 090. Ein Minus von 7,2 Prozent.

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Dieser Schrumpfungsprozess geht in allen drei Kommunen mit einem deutlich ansteigenden Durchschnittsalter einher. Während es heute in Dinslaken und Voerde bei jeweils 45,4 Jahren und in Hünxe schon bei 47,5 Jahren liegt, wird es bis 2030 auf 48,6 (Dinslaken), 48,5 (Voerde) und 51 Jahre (Hünxe) klettern. Und die Menschen werden immer älter. Die Zahl der über 65-Jährigen wächst in Dinslaken bis 2030 auf 30,2, in Voerde auf 30,5 und in Hünxe auf 33,8 Prozent an. Dabei steigt auch die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre an, währen gleichzeitig der Anteil der unter 18-Jährigen in allen drei Kommunen sinkt.

Allerdings sind diese von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Prognosezahlen kein unausweichliches Schicksal. Dinslaken, Voerde und Hünxe müssen sich zwar auf jeden Fall darauf einrichten, dass sie Angebote für eine wachsende Zahl von älteren Menschen bereithalten müssen, was sie insbesondere im Bereich der Pflege vor besondere Herausforderungen stellt. Bei einer immer älter werdenden Gesellschaft steigt zwangsläufig auch die Zahl der Pflegebedürftigen. Auf der anderen Seite dürfte sich aber auch der heute schon spürbare Mangel an geeigneten Pflegekräften verstärken.

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Was die sinkenden Einwohnerzahlen angeht, haben die Kommunen aber durchaus die Möglichkeit gegenzusteuern, indem sie alles daransetzen, auch für junge Menschen und insbesondere Familien attraktiver zu werden. Hier spielt beispielsweise das Angebot an Kindertagesstätten und an Schulen eine große Rolle. Aber auch unkonventionelle Wege sind gefragt.

Als Beispiel nennt die Bertelsmann-Stiftung die niedersächsische Gemeinde Ottenstein, die Grundstücke in bester Lage verschenkt. Bedingung: die Interessenten müssen jünger als 40 Jahre sein, auf den Grundstücken bauen und sich verpflichten, mindestens zehn Jahre zu bleiben. Kostenfreie Grundstücke sind aber nur eine Möglichkeit, eine Kommune attraktiv zu machen. Besonders für ländlichere Kommunen ist es immens wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen, um die Menschen davon abzuhalten, in die Städte abzuwandern. Es kommt aber auch darauf an, ein urbanes Lebensgefühl zu schaffen und das ist nun einmal auch verbunden mit einer lebendigen Kultur- und Kneipenszene.

Anregungen zur kommunalen Entwicklung können sich Stadtplaner, aber auch die lokale Politik in Dinslaken, Voerde und Hünxe im "Wegweiser Kommunen" der Bertelsmann-Stiftung holen. Hier finden sich jede Menge Untersuchungen und Analysen zur kommunalen Entwicklung aber auch praktische Beispiele, die Schule machen könnten.

www.wegweiser-kommune.de

Quelle: RP
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