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Dinslaken
Dinslakener im Katastrophen-Einsatz

Dinslaken: Dinslakener im Katastrophen-Einsatz
Einige der Feuerwehrleute aus Dinslaken, die in der Nacht zu Donnerstag in Hamminkeln im Katastrophen-Einsatz waren und gestern Morgen von dort zurückkehrten. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Die Feuerwache an der Hünxer Straße war gestern für Hunderte von Wehrleuten aus anderen Kommunen Anlaufpunkt, bevor sie nach Hamminkeln, Xanten und Sonsbeck geschickt wurden, um dort gegen die Wassermassen zu kämpfen. Von Heinz Schild

Für Alfred Rachner war es eine lange Nacht. Von Mittwoch auf Donnerstag befand er sich gemeinsam mit etwa 20 weiteren Mitgliedern der Dinslakener Feuerwehr im Katastropheneinsatz in Hamminkeln - dies im Zuge nachbarschaftlicher Unterstützung. Dort kämpfte der Hauptbrandmeister des Löschzugs Stadtmitte mit den Kräften aus Dinslaken, deren Einsatz er leitete, gegen die Folgen der sintflutartigen Regenfälle. Die Wassermassen hatten in Teilen des Kreises Wesel für chaotische Verhältnisse gesorgt. Der Damm der Issel bei Hamminkeln drohte zu brechen. Katastrophenalarm musste ausgerufen werden. Als Rachner gestern Morgen kurz nach 10 Uhr zurück in der heimischen Feuerwache war, fiel die Anspannung des kräftezehrenden Einsatzes langsam von ihm ab. "Ich bin mit einem zufriedenen Gefühl gegangen, denn wir konnten wirklich helfen", sagte der Einsatzleiter. Voll des Lobes äußerte er sich über die "beeindruckende Zusammenarbeit, die grandios funktioniert hat". Tief bewegt zeigte er sich von der aufrichtigen Dankbarkeit der Menschen, denen die Einsatzkräfte hatten helfen können.

Die Dinslakener Feuerwache an der Hünxer Straße war zum Bereitstellungsraum für auswärtige Kräfte erklärt worden. Von dort aus fuhren morgens die angerückten Feuerwehr-Bereitschaften aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf in die ihnen zugewiesenen Einsatzorte. Der ersten Bereitschaft gehören Feuerwehrkräfte aus Essen, Mülheim und Oberhausen an. Helfer aus Solingen, Wuppertal und Remscheid bilden die Bereitschaft zwei, zur dritten zählten Kräfte aus Mönchengladbach, Krefeld und Viersen. Eine Bereitschaft setzt sich in der Regel aus fünf Zügen (etwa 130 Personen), samt Fahrzeugen und Geräten, zusammen. Im Laufe des gestrigen Tages wurden in Dinslaken noch weitere Feuerwehrleute aus anderen Kommunen erwartet wie Ulrich Borgmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Dinslaken, sagte.

Mitglieder der Feuerwehr aus Kamp-Lintfort stärkten sich in der Feuerwache Dinslaken, bevor es für sie dann weiter nach Sonsbeck ging. FOTO: Martin Büttner

Ein Dutzend Einsätze absolvierte Rachner mit den Kräften aus Dinslaken. Da mussten voll gelaufene Keller leergepumpt und hillfose Menschen betreut werden. So kümmerten die Dinslakener sich um eine über 80-jährige Frau und deren bettlägerigen Ehemann, die zu Hause von den Wassermassen überrascht worden waren. Der letzte Einsatzort der Dinslakener war ein Bauernhof. Dort befanden sich etwa 40 Kühe und Kälber sowie sechs Schafe und ein Pferd in höchster Not. Die Tiere standen im Wasser und drohten zu unterkühlen. Die Wehrleute setzten vier Pumpen ein, die über 20.000 Liter pro Minute absaugten und konnten so ein weiteres Ansteigen des Wassers verhindern. Die völlig verängstigten Tiere wurden dann auf Anhängern abtransportiert, berichtete Stefan Roskosch vom Löschzug Stadtmitte aus Dinslaken.

Für den 30-jährigen Oberfeuerwehrmann war der Einsatz in mehrfacher Hinsicht ein außergewöhnliches Erlebnis. So beeindruckte ihn das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe, bei der innerhalb kürzester Zeit das zerstört wurde, was Menschen sich in Jahren mühsam aufgebaut hatten. "Der Einsatz hat aber auch gezeigt, dass wir gemeinschaftlich stark sind", sagte Roskosch, der seit fünf Jahren der Dinslakener Wehr angehört. Er lobte den kameradschaftlichen Geist, der auch die Helfer aus verschiedenen Kommunen verbindet. "Alle sind miteinander umgegangen, als wenn sie sich schon seit Jahren kennen würden. Das ist schon toll."

Hochwasser an der Issel in Hamminkeln FOTO: dpa, mku fdt
Quelle: RP
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