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Dinslaken/Voerde
Dinslakener Tafel wird überrannt

Dinslakener Tafel wird überrannt
Ein Förderer der Dinslakener Tafel ist der selbst ernannte König des Pop-Schlagers Michael Wendler (Bildmitte). FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Dinslaken/Voerde. Vorstandsmitglied Volker Marquard wünscht sich, dass für die Sortierung der Lebensmittel eine zusätzliche Fläche von rund 400 Quadratmetern gefunden wird. Die Einrichtung kann momentan nicht alle Bedürftigen versorgen. Von Hendrik Gaasterland

Die Dinslakener Tafel erhält monatlich rund 50 Tonnen Ware. Damit versorgt sie zwischen 1800 und 2000 Bedürftige. Es könnten jedoch noch viel Menschen bedient werden, wenn der gemeinnützigen Organisation mehr Platz zur Verfügung stünde. "Die Lebensmittel sind dabei nicht das Problem, sie werden nicht knapp. Vielmehr sind wir auf der Suche nach einer weiteren Fläche, um die ganzen Waren auch sortieren zu können. Unsere bisherige Fläche ist zu klein geworden, um mehr als 2000 Menschen zu versorgen", erklärt der 2. Vorsitzende Volker Marquard.

Auch wegen der Flüchtlingswelle in Dinslaken berichtet Marquard von 2500 Bewerbern im Monat, die bei der Tafel Hilfe suchen. "So gerne wir das auch machen würden: Wir können so viele Bedürftige nicht bedienen und haben bei den Neuzugängen einen Stopp gemacht", sagt das Vorstandsmitglied, das von einem Ansturm auf die Tafel bereits seit Jahresbeginn berichtet.

Dabei sei es auch schon zu Konflikten mit Hilfesuchenden gekommen: "Wenn wir Leute abweisen mussten, konnten diese das nicht nachvollziehen und bezogen es auf ihre Person. Es ist dann auch mal lauter geworden, weil die Menschen es wegen der Sprachprobleme gar nicht verstanden. Erst als Dolmetscher vermittelten, haben sie eingesehen, dass es an unseren Platzproblemen liegt."

Seitdem es die Schwierigkeiten mit der Sortierung gibt, ist die Dinslakener Tafel auch auf der Suche nach mehr Platz. Marquard wünscht sich eine zusätzliche Unterkunft mit 400 Quadratmetern Fläche, die sich nicht allzu weit entfernt von dem Standpunkt der Tafel an der Ecke von Hünxer Straße und Augustastraße befindet. Dort besitzt die Organisation ein eigenes Kühlhaus - die Kühlkette der Lebensmittel darf nicht unterbrochen werden - und auch Sortierflächen, aber mit einem derartigen Ansturm wie zurzeit hat niemand bei den Planungen gerechnet. "Vor anderthalb Jahren ist uns ein altes Bauernhaus angeboten worden. Damals haben wir es aber nicht gebraucht und haben es abgelehnt. Jetzt könnten wir es gut gebrauchen", erzählt Marquard.

Während die Dinslakener Tafel auf Hilfe von der Stadt oder auf Tipps aus der Bevölkerung hofft, hat der Gedeckte Tisch in Voerde mit solchen Schwierigkeiten nicht zu kämpfen. Der Gedeckte Tisch wird von der katholischen Kirche an jedem vierten Samstag im Monat im Maximilian-Kolbe-Haus ausgerichtet und bietet von 12 bis 13. 30 Uhr finanziell schlechter gestellten Menschen die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen zu erhalten. "Die Tendenz, dass mehr Menschen seit der Flüchtlingswelle uns besuchen, gibt es. Aber sie stellt kein akutes Problem dar", sagt Pastor Wilhelm Kolks. Schwierigkeiten habe es nur gegeben, als auch Bedürftige über die Stadtgrenze hinaus die Hilfe in Anspruch nahmen. "Wenn 60 Leute kommen, dann können wir das gut händeln. Der Gedeckte Tisch ist für Voerder, und mittlerweile kennt man seine Gäste. Aber als sich das Angebot herumgesprochen hatte und 120 Leute gekommen waren, sind wir vom Platz an unsere Grenzen gestoßen", berichtet Kolks.

Quelle: RP
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