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Dinslaken/Duisburg
Dinslakenerin wegen Menschenraubs vor Gericht

Dinslaken/Duisburg. Wegen ein paar hundert Euro brachten ein 22-jähriger Duisburger und seine 19-jährige Dinslakener Freundin am 25. April ein 14-jähriges Mädchen und eine 19-Jährige in ihre Gewalt. Auf diese Weise sollte der Freund der 19-Jährigen dazu gebracht werden, seine Drogenschulden beim Angeklagten zu bezahlen. Seit gestern muss sich die Jugendkammer des Landgerichts Duisburg mit dem erpresserischen Menschenraub befassen. Die Täter hatten die beiden Mädchen durch einen Zufall in Duisburg-Beeck getroffen. Sie sprachen die 19-Jährige an, um den Aufenthaltsort ihres Freundes zu erfahren. Als eine telefonische Kontaktaufnahme misslang, weil der von seiner Freundin angerufene 19-Jährige auflegte, bedrohten die Angeklagten die Mädchen und schüchterten sie so ein, dass sie dem Paar zu einem Haus folgten. Im Keller schmiedeten die Täter weitere Pläne. Schließlich ließen sie die 19-Jährige mit ihre EC-Karte einkaufen und machten die Ware per Umtausch sofort zu Geld.

Zwischenzeitlich hatte sich der Freund gemeldet, er werde mit Geld in die Duisburger City kommen, falls die Mädchen unverletzt übergeben würden. Was die Angeklagten nicht wussten: Der 19-Jährige war, nachdem er mehrfach per SMS und Anrufen bedroht worden war, umgehend zur Polizei gegangen. Die schlug bei der fingierten Geldübergabe zu, nahm die Angeklagten fest und konnte die in ihrer Begleitung befindlichen beiden Mädchen vier Stunden nach Beginn des schrecklichen Abenteuers befreien.

Beide Angeklagte legten gestern mehr oder weniger umfassende Geständnisse ab. Beide betonten, man habe keine Gewalt angewandt. "Ich habe das alles gar nicht für so schlimm gehalten", so die 19-jährige Dinslakenerin. Sie habe damals nur an das Geld gedacht. "Inzwischen aber hatte ich viel Zeit, über die Sache nachzudenken. Wir haben die Mädchen wohl sehr eingeschüchtert, sie müssen schreckliche Angst gehabt haben. Das tut mir auch sehr Leid."

Eine Einschätzung, die die 19-jährige Zeugin bestätigte. "Sie haben uns angeschrien und bedroht. Ich hatte Angst und habe geweint." Für sie sei es besonders schrecklich gewesen, dass die Angeklagten gesagt hätten, sie wüssten, wo sich ihr von ihr getrennt lebendes Kind aufhält, so die Zeugin.

Die Kammer will voraussichtlich bereits heute ein Urteil sprechen.

(bm)
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