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Dinslaken
Dinslakens SPD will CDU Nachhilfe geben

Dinslaken: Dinslakens SPD will CDU Nachhilfe geben
SPD-Stadtverbandschef Reinhard Wolf FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Stadtverbandschef Reinhard Wolf verteidigt den Bürgermeister und sieht Lohberg auf gutem Weg.

Mit einer scharfen Antwort reagiert die Dinslakener SPD auf die Kritik der CDU an der Entwicklung im Stadtteil Lohberg. Die Christdemokraten hatten Bürgermeister Dr. Michael Heidinger vorgeworfen, in Lohberg "Luftschlösser" zu bauen und die Realität schönzureden. Die SPD Dinslaken, so deren Chef Reinhard Wolf in einer Presseerklärung, "nimmt die Vorwürfe der CDU-Kollegen Heinz Wansing und Rainer Hagenkötter mit einiger Verwunderung zur Kenntnis". Rat und Verwaltung der Stadt Dinslaken hätten über mehrere Jahre gemeinsam an der Entwicklung des ehemaligen Zechengeländes gearbeitet, hierfür unter anderem das Profil eines CO2-neutralen Gebietes entworfen und Schritt für Schritt umgesetzt. In kurzer Bauzeit sei eine Drei-Megawatt-Windkraftanlage entstanden, die Kohlenmischhalle werde von der RAG als größte Photovoltaikanlage ihrer Bauart hergerichtet und Ende des Jahres ans Netz gehen. Beide Energieträger zusammen würden mehrere tausend Haushalte mit CO2-freiem Strom versorgen. Das benachbarte Wohncluster werde energiesparend in Passivbauweise errichtet. Der Bergpark bietet den Lohbergern eine zusätzliche Naherholungsfläche.

Wenn die CDU jetzt aber Bürgermeister Dr. Michael Heidinger für einen mangelhaften Vermarktungsstand des Wohnclusters verantwortlich machen wolle, so habe sie in der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses "wahlweise geschlafen oder das Gesagte intellektuell nicht verarbeiten können". Dort sei mit eindeutigen Zahlen verdeutlicht worden, dass ein Viertel der Fläche bereits verkauft worden ist, eine weitere Hälfte des Areals sich in Vertragsverhandlungen oder im Status der Reservierung befinde. Im Hinblick auf den Vermarktungsstand des Gewerbeclusters sei auch die SPD mit dem gegenwärtigen Ergebnis nicht zufrieden. Wenn die CDU hierfür aber den Bürgermeister und nicht den Grundstückseigentümer verantwortlich machen wolle, dann offenbare das ein staatsorientiertes Wirtschaftsverständnis, bei dem sich Ludwig Erhard wohl mit Grausen abwenden würde.

Die SPD sei aber gerne bereit, den Kollegen der CDU Nachhilfe in Sachen Marktwirtschaft zu geben und ihr zu erklären, dass die öffentliche Hand für das Schaffen günstiger investiver Rahmenbedingungen zuständig ist, wie dies der Bürgermeister zusammen mit Wirtschaftsförderung und Politik in vorbildlicher Weise tue. Die Realisierung privater Investitionen sollte dahingegen privaten Unternehmen vorbehalten bleiben. Dem "CDU-Kollegen Hagenkötter" empfiehlt die SPD, bei seinem nächsten Rundgang durch Lohberg die Augen zu öffnen. Dann würde er feststellen, dass jedes Gebäude aus dem Vivawest-Wohnungsbestand eingerüstet ist und das Wohnbauunternehmen in Lohberg gerade zehn Millionen Euro investierte. Von Investitionszurückhaltung könne bei diesen Zahlen wohl kaum die Rede sein.

Abschließend stellt die SPD fest, dass auch Hagenkötter und Wansing nicht entgangen sein sollte, dass Lohberg unter der augenblicklich schwierigen öffentlichen Berichterstattung leidet. Das bleibe nicht ohne Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung des Stadtteils. Umso wichtiger sei es, hier durch aktive Entwicklungsarbeit und strategisches Marketing der negativen Berichterstattung etwas entgegen zu setzen. Die von der CDU als Schönreden diskreditierte Werbearbeit des Bürgermeisters sei im Gegenteil genau das richtige Rezept, um sich einer weiteren Herabsetzung des Stadtteils Lohbergs entgegen zu stellen.

(jöw)
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