| 00.00 Uhr

Dinslaken
Dinslakens Suche nach Wohnbauflächen

Dinslaken: Dinslakens Suche nach Wohnbauflächen
Dinslaken. In der Stadt fehlt es an Wohnungen. Eine Änderung im Baugesetzbuch ermöglicht es, im Außenbereich für Flüchtlinge zu bauen. Vier Flächen kämen dafür in Frage. Die Politik will aber auch Wohnraum für Dinslakener schaffen. Von Jörg Werner

Eigentlich ist es eine gute Nachricht. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in näherem und weiterem Umfeld wächst Dinslaken. Nicht sehr, aber immerhin: um rund 2,1 Prozent, wie das Statistische Landesamt prognostiziert. Die Kehrseite: das Bevölkerungswachstum verschärft ein ohnehin schon jetzt in Dinslaken existierendes Problem. Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum. In Dinslaken müssen, so rechnet der Regionalverband Ruhr, 2142 zusätzliche Wohneinheiten bis zum Jahr 2030 geschaffen werden. Die Frage ist allerdings wo. Denn Dinslaken verfügt, wie Baudezernent Dr. Thomas Palotz am Montag im Planungsausschuss und gestern im Sozialausschuss verdeutlichte, über einen sehr geringen Anteil an Wohnbaureserveflächen.

Darum will Palotz jetzt mit Hilfe von Experten ein Wohnkonzept für Dinslaken erarbeiten. Das allerdings braucht Zeit. Erst ab 2018 könnten die ersten Vorhaben umgesetzt werden. Schneller könnte es beim Wohnungsbau für Flüchtlinge gehen, vorausgesetzt die Politik stimmt zu und es finden sich Investoren. Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung mit Blick auf die starke Zunahme der Flüchtlinge das Baugesetzbuch geändert. Was bis dahin nicht möglich war - das Bauen im Außenbereich - geht nun. In Außenbereichen, die unmittelbar an einen bebauten Ortsteil grenzen, dürfen dauerhaft Wohnungen für Flüchtlinge errichtet werden.

Auf diesen vier freien Flächen im Besitz der Stadt an der (im Uhrzeigersinn) Augustastraße, Ziegelstraße, Südstraße und Jägerstraße könnten Wohnungen für Flüchtlinge entstehen, wenn die Politik zustimmt und sich Investoren finden. FOTO: Stadt Dinslaken

Vier Flächen hat die Stadt ausgemacht, die dafür in Frage kommen. Zwei bislang landwirtschaftlich genutzte Areale an der Ziegel- und an der Augustastraße, eines an der Südstraße und ein weiteres Grundstück an der Jägerstraße. Insgesamt wäre hier nach ersten Entwürfen, die Palotz der Politik vorstellte, Platz für 130 neue Wohneinheiten - 24 an der Augustastraße, 48 an der Ziegelstraße, 42 an der Südstraße und 16 an der Jägerstraße. Das wäre angesichts der benötigten mehr als 2000 Wohnungen nicht viel mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, wie Palotz feststellte.

Die Dinslakener Politiker machten deutlich, dass sie arge Bauchschmerzen damit haben, dass auf den genannten Flächen Wohnungen gebaut werden, die ausschließlich für Flüchtlinge genutzt werden dürfen. Dies widerspreche zum einen den Überlegungen, die Neuankömmlinge dezentral über das Stadtgebiet zu verteilen, um so die Chancen zur Integration deutlich zu verbessern. Zum anderen dürfe auch die einheimische Bevölkerung, die ebenfalls bezahlbaren Wohnraum suche, nicht den Eindruck bekommen, dass für sie nichts getan werde. Palotz und Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann warben dafür die Chance zu nutzen, die sich jetzt bietet. Die Dezernentin setzt zudem darauf, dass sich der Gesetzgeber noch eines Besseren besinnt und es ermöglicht, dass die Wohnungen letztlich auch der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung stehen werden. Als nächstes Ratsgremium wird sich der Ausschuss für Liegenschaften mit dem Thema beschäftigen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dinslaken: Dinslakens Suche nach Wohnbauflächen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.