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Dinslaken/Voerde
DLRG warnt vor "tödlichem Sommer"

Dinslaken/Voerde. Flüchtlinge können oftmals nicht schwimmen und sind zudem mit den örtlichen Gegebenheiten nicht vertraut. Von Heinz Schild

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat bereits Alarm geschlagen, auf das Problem aufmerksam gemacht und vor einem "tödlichen Sommer" gewarnt. Denn vielfach werde die Leichtsinnigkeit, mit der sich Flüchtlinge in die hiesigen Badegewässer stürzen und an heißen Tagen Abkühlung suchen, unterschätzt. Viele Flüchtlinge können weder schwimmen noch die Gefahren deutscher Gewässer einschätzen. Das führte bereits dazu, dass an den wenigen heißen Tagen dieses Jahres bundesweit 20 Flüchtlinge ertrunken sind - und dabei hat der Sommer noch nichtmal richtig begonnen.

"Wir haben die Thematik auf dem Schirm, das ist ein Riesenproblem", sagt Caritasdirektor Michael van Meerbeck, dessen Verband Flüchtlinge in Dinslaken und Voerde betreut. Viele dieser Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und sich hier eine Zukunftsperspektive erhoffen, können nicht schwimmen, Dies gilt besonders für Menschen, deren Heimatländer nicht an einer Küste liegen, dazu zählt beispielsweise Syrien. "Im Moment warnen wir und machen auf die Gefahren aufmerksam, die vom Wasser ausgehen können. In Gesprächen, beispielsweise bei der Taschengeldausgabe, versuchen wir, die Flüchtlinge für diese Problematik zu sensibilisieren", berichtet van Meerbeck. Er appelliert zudem an Ehrenamtliche, Vereine und Organisationen, die Kontakt mit Flüchtlingen haben, diese auf Gefahren aufmerksam zu machen . "Das Wasser ist eine Riesengefahr", weiß van Meerbeck, Das gelte nicht nur für große Bade- und Baggerseen oder den Rhein, sondern für jegliche Art von Gewässer, selbst für den neu angelegten Teich im Dinslakener Stadtpark.

Das Problem, dass mögliche Gefahren, die in Gewässern lauern, unterschätzt oder gar nicht bekannt sind, ist für die DLRG-Ortsgruppe Dinslaken nicht neu. Besondere Erfahrungen mit Flüchtlingen haben die Dinslakener nach den Worten ihres Pressesprechers Eric Spelleken bislang noch nicht gesammelt. Die Lebensretter, die mit dem Betreiber des Strandbads Tenderingssee kooperieren und die dortige Schwimmaufsicht mit Fachkräften unterstützen, beabsichtigen, aktiv auf Behörden zuzugehen und diesen Aufklärungsmaterial zu übergeben. Die Baderegeln - wie beispielsweise niemals mit vollem oder leerem Bauch ins Wasser zu gehen; die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen; niemals in der Nähe von Schiffen zu schwimmen - wurden inzwischen in über 20 Sprachen übersetzt und auf der Webseite der DLRG Dinslaken veröffentlicht. Eric Spelleken weiß, dass Seen oftmals tief sind und das Wasser kalt ist. Stürzt sich jemand da hinein, kann dies zu Krämpfen und Kreislaufproblemen führen oder gar einen Kältschock verursachen. Eine große Gefahr stellt das Schwimmen im Rhein dar, wo die Strömung sehr stark und durch vorbeifahrende Schiff eine ein Sogwirkung verursacht werden kann. Selbst kleinere Tümpel sind nicht ungefährlich, wenn der Grund verschlammt ist und die Füße beim Gehen auf diesem Untergrund angesaugt werden. Aus Sicht des DLRG-Pressesprechers sollte jeder die Gefahren kennen. Er appelliert, niemals allein in einem Gewässer zu baden, generell sollte eine zweite Person dabei sein, die aufpasst, möglichst einen Rettungsschwimmschein besitzt oder gegebenenfalls Hilfe holen kann.

Quelle: RP
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