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Dinslaken
Dommusik 2016 im Zeichen Max Regers

Dinslaken: Dommusik 2016 im Zeichen Max Regers
Organist Ansgar Schlei - hier vor der Marcussen-Orgel in Willibrordi - hat ein gutes und reichhaltiges Programm für die Dommusik erstellt. FOTO: Ekkehart Malz
Dinslaken. Auf den Spuren Karl Straubes: Organist Ansgar Schlei hat ein anspruchsvolles Jahres-Programm zusammengestellt. Eingebunden sind besondere Veranstaltungen mit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Von Hanne Buschmann

Kirchenmusikalisch wird 2016 ein Reger-Jahr. Der Komponist Max Reger wurde am 19. März 1873 in Brand, Oberpfalz, geboren, er starb vor 100 Jahren am 11. Mai 1916 in Leipzig. In der betreffenden Programm-Broschüre der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die in Kooperation mit den Evangelischen Kirchengemeinden Rheydt und Wesel erstellt wurde, sagt Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek: "In Wesel knüpfen wir biografisch an das dortige Wirken des späteren Thomaskantors Karl Straube als Domorganist an. In den Jahren 1897 bis 1903 gelangten durch ihn an der Sauer-Orgel des Willibrordi-Domes zahlreiche Großwerke zur Uraufführung." Wie Max Regers Musik auf dem jetzigen Instrument der dänischen Firma Marcussen klingt, soll erkundet werden und überdies ein kompaktes Programm in Wesel stattfinden.

"Reger 2016 - auf der Suche nach dem verlorenen Klang" lautet der Titel des betreffenden EKiR-Programms. Ein ehrgeiziges künstlerisches und poetisches Vorhaben. Dem Klang großer Orgeln der Firma Wilhelm Sauer, die auf romantische Musik ausgelegt waren und deshalb oft für die Aufführung von Regers Werken gewählt wurden, soll nachgespürt werden. Aber nur wenige solcher Instrumente überdauerten den Krieg und renovierende Überarbeitungen ohne Einbußen. Wesels Sauer-Orgel wurde bei den Bombenangriffen im Februar 1945 mit dem Dom zerstört.

In dem von Domkantor Ansgar Schlei erstellten Dommusik-Programm 2016 (es liegt unter anderem im Dom aus) sind die Reger-Aufführungen mit einem besonderen Schriftzug und einer Porträt-Skizze des Komponisten hervorgehoben. Der wichtigste Tag der Weseler Veranstaltungen ist der 19. März, der Geburtstag Regers. Um 10 Uhr beginnt das Orgel-Interpretationsseminar "Suite op. 16 - ein kompositorisches Vermächtnis", Orte sind das Haus am Dom und der Willibrordi-Dom. Um 16 Uhr wird im Dom die Ausstellung "Max Reger - Leben und Werk" eröffnet. Geplant und erstellt wird diese vom Max-Reger-Institut Karlsruhe.

Karl Straube sorgte von 1897 bis 1903 für große Uraufführungen in Wesel. FOTO: NN

Im Bühnenhaus findet ab 20 Uhr ein Kammermusik-Konzert statt. Studierende der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf, Klavierklasse Prof. Schenck, spielen Klavierwerke Regers. Die Veranstaltung ist Teil des städtischen Programms zur 775-Jahr-Feier Wesel. Für die Ausrichtung dieses Konzerts, für das der Willibrordi-Dom sicherlich eine würdige Stätte wäre, erhielt die EKiR in Zusammenarbeit mit der Dommusik, der Stadt Wesel und dem Städtischen Musikverein das Bühnenhaus als Aufführungsort.

Besonders wichtig und interessant ist der folgende Tag, der 20. März. Der namhafte Berliner Organist Andreas Sieling spielt im Dom Werke von Reger sowie von Bach, Muffat, Walther und Kerll in romantischen Bearbeitungen von Karl Straube. Das Reger-Jahr beginnt am 6. Februar und endet am 3. Dezember, beide Male in der Musik zur Marktzeit. Orgelwerke von Reger spielt Ansgar Schlei am 19. Juni.

Natürlich ist 2016 wie jedes Jahr im Dom auch ein Bach-Jahr, gerade auch jetzt, weil Bach für Reger ein Vorbild für konsequentes kompositorisches Arbeiten war. Man schaue Schleis Programm sorgfältig durch. Es ist rundherum gut. Traditionen werden gepflegt, so der Orgelherbst, die Lange Nacht der Orgel, Gastspiele auswärtiger Gruppen; dabei sind wieder Konzerte von Ensembles der rheinischen Landeskirche.

Quelle: RP
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