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Dinslaken
Drei Jahrzehnte Waldorfpädagogik

Dinslaken: Drei Jahrzehnte Waldorfpädagogik
Treffen in der Baugrube: Start des Baus des Schulgebäudes der Waldorfschule Dinslaken in Eppinghoven am Anfang des Jahres 1994 mit Beteiligung der gesamten Schulgemeinde. FOTO: WD
Dinslaken. Bereits im Jahr 1986 hatte sich im Dinslakener Waldorfkindergarten eine Gruppe von Eltern zusammengefunden, mit dem Gedanken, eine Schule zu gründen. Von Florian Langhoff

"Unsere Kinder kamen ins Einschulungsalter und wir haben uns gefragt, wo sie zur Schule gehen könnten", erzählt Ute Krämer, eine der Mitgründerinnen und später auch Lehrerin an der Schule. Das Problem für die damaligen Kindergarteneltern: Die nächsten Waldorfschulen lagen so weit entfernt, dass es kaum möglich gewesen wäre, die Kinder dort hinzuschicken. Man tat sich mit dem anthroposophischen Zweig in Duisburg zusammen und arbeitete erarbeitete ein Konzept für die Schule. "Das mussten wir dann beim Bund der Freien Waldorfschulen vorstellen", erzählt Ute Krämer. Das Projekt wurde genehmigt.

So machte man sich mit Gründungslehrer Friedwart Henning an die Arbeit. In wöchentlichen Sitzungen wurde am Konzept für die Waldorfschule gefeilt, und im April 1987 stand dann die erste Satzung fest: Die Waldorfschule Niederrhein, wie sie damals noch hieß, war gegründet. Im Sommer des gleichen Jahres traten die ersten 16 Schüler zum Unterricht an, damals allerdings noch in Räumen der Waldorfschule in Mülheim, deren Lehrer auch den Fachunterricht übernahmen. Und dann begann die Schule zu wachsen, während man schon nach eigenen Räumen suchte. "Die Schule sollte einen Standort im Duisburger Norden haben und für alle Kinder am Niederrhein offen sein", erklärt Corinna Franck, die als eine der ersten Lehrerinnen an die neue Bildungseinrichtung kam.

Schließlich bekam man von der Stadt Duisburg Räume in einem alten Schulgebäude am Mattlerbusch angeboten. "Die Eltern haben da das Gelände gerodet und die Klassenräume renoviert", erinnert sich Karin Wilk, die ebenfalls zu den Gründungseltern der Schule gehört und später in der Verwaltung dort tätig war. Ein kurzes Zwischenspiel, da man die Räume schnell wieder räumen musste. So ging es in ein Gebäude gegenüber der Mühle Dickmann in Walsum. Dort wuchs die Schule weiter. "Schließlich standen wir vor der Frage, ob wir das bestehende Gebäude umbauen oder irgendwo neu bauen", berichtet Ute Krämer. Der Umbau kam kaum in Frage, da dieser parallel zum laufenden Schulbetrieb hätte stattfinden müssen. Als man dann das Angebot bekam, ein Grundstück der Steag in Eppinghoven langfristig zu pachten, entschloss man sich zum dortigen Neubau. Anfang 1994 ging es mit den Bauarbeiten los, und im Frühjahr des darauffolgenden Jahres zog die Waldorfschule an ihren heutigen Standort um. Hier erfolgte dann auch die Änderung des Namens. "Wir damit wollten klarmachen, dass wir uns mit der Stadt Dinslaken verbunden fühlen", erläutert Corinna Franck.

Seitdem wächst die Schule vor Ort. 1997 baute man das Gartenhaus, 1999 das Werkgebäude. Im Jahre 2000 machten die ersten vier Waldorfschüler ihr Abitur. "Die hatten fast einen Privatunterricht hier", erinnert sich Ute Krämer. Zuletzt baute man 2009 das Fachkursgebäude fertig. Doch es stehen schon wieder neue Pläne an. "Wir wollen in den nächsten Wochen am Werkgebäude anbauen", erzählt Lehrer Matthias Moser. Aber auch einen eigenen Festsaal könnte man sich vorstellen, da momentan alle Schulveranstaltungen in der Turnhalle stattfinden. Dabei ist die Waldorfschule nach wie vor einzügig und möchte in allen Belangen offen bleiben. "Das Kollegium nimmt alle neuen Impulse auf, ganz gleich woher sie kommen", berichtet Ute Krämer.

Eine große Herausforderung ist es dabei immer, die Eltern mit ins Schulleben einzubinden. "Ohne die Mitarbeit der Eltern kann eine Waldorfschule nicht funktionieren", erklärt die Gründungsmutter und spätere Lehrerin. Bisher ist die Schule mit der starken Elternbeteiligung jedenfalls ein Erfolgsprojekt.

Quelle: RP
 
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