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Dinslaken
EBGS feiert Geburtstag mit "Zauberflöte"

Dinslaken: EBGS feiert Geburtstag mit "Zauberflöte"
Einfach zauberhaft - die Schüler der Stufen 6 und 7 gaben ihr Bestes. FOTO: Markus Joosten
Dinslaken. Zum 30-jährigen Bestehen der Ernst-Barlach-Gesamtschule führten Kinder Mozarts Oper auf. Von Bettina Schack

Mozarts "Zauberflöte" für Kinder zu bearbeiten ist trotz des rätselhaften Hintergrunds der Handlung voll humanistischer und freimaurerischer Symbolik eine beliebte und erfolgreiche Art, die Welt der Oper mit all ihrem Zauber für eine junge Generation zu erschließen. Die "Zauberflöte" allerdings als Oper mit Kindern aufzuführen, ist außergewöhnlich. Die Junge Oper Detmold wagt dieses Experiment. Wie es gelingen kann, zeigten am Mittwoch die Kinder der Jahrgangsstufen 6 und 7 im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen ihrer Ernst-Barlach-Gesamtschule.

Die Realität, Sarastros "Königreich des Tages" und die Welt der Träume und der Phantasie, über das die Königin der Nacht herrscht, werden vom Baum des Lebens verbunden. Wer all dies im Gleichgewicht halten möchte, muss die Eigenschaften der vier Elemente in seinem inneren Selbst beherrschen können. Auf diese Aussage konzentrierte die Junge Oper die Schikaneders Libretto der "Zauberflöte". Viel tiefe Bedeutung für den Festakt eines Schuljubiläums, in dessen Reden immer wieder daran erinnert wurde, dass die Schulform Gesamtschule aus pädagogischer Sicht bei der Gründung vor 30 Jahren noch heiß umstritten war. "Ich hätte mir nie träumen lassen, heute Abend hier zu stehen", so Dinslakens stellvertretender Bürgermeister Eyüp Yildiz, der zum letzten Jahrgang gehörte, der den Gebäudekomplex an der Scharnhorststraße als Abiturient des Ernst-Barlach-Gymnasiums verließ. Heute habe sich die EBGS einen Spitzenruf in NRW und in einigen Bereichen sogar bundesweit erworben, so Yildiz, der politische Streit werde im Rückblick belächelt.

Und was die Gesamtschüler drauf haben, bewiesen besser als jede Rede die Vertreter der SV, denen noch so ganz nebenbei der Schwenk auf die aktuelle Flüchtlingssituation und die Notwendigkeit der Integration der Betroffenen in den Schulalltag gelang, sowie die Kinder der Jahrgangsstufen 6 und 7, die innerhalb von nur drei Tagen die szenische Aufführung der "Zauberflöte" an der Seite der Profis von der Jungen Oper stemmten.

Als deren Gründer, Bariton Stefan Lindemann, sich voriges Jahr an Schulleiter Hans-Ulrich Wangerin wandte, war dieser dem Charme der Idee, das Schuljubiläum mit einer Kinder-Zauberflöte zu begehen, gleich erlegen. Tatsächlich gelang die Aufführung mehr als beachtenswert. Die Kinder in wechselnden Besetzungen und die Profis Lindemann sowie Brigitte Zauner (Sopran) und Joachim Szepanski (Tenor) schlüpften im fließenden Wechsel in die Rollen von Tamino und Co. Die liedhaften Arien von Papageno sang ein Chor von sechs- und Siebtklässlern unter der Leitung von Szepanski in bunten Kostümen, für die Schlussszenen hielten sich die Kinder- und Erwachsenen Taminos und Paminas an den Händen. Herrlich die Szene, wo gleich zu Beginn der Tenor-Tamino von einem Drachen, in dem gleich drei Schüler steckten, durch die Aula der EBGS gejagt wurde.

Die Feier, die mit dem rhythmischen Applaus der Lehrer, Eltern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und Bildung endete, begann bereits mit ganz neuen Tönen: Erstmals fand sich für den Anlass ein Schulorchester zusammen. Vielleicht dies eine Idee, die über die Festtage hinaus fortgeführt werden könnte.

Quelle: RP
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