| 00.00 Uhr

Dinslaken
Eigener Wohnraum fördert Integration

Dinslaken: Eigener Wohnraum fördert Integration
FOTO: GB
Dinslaken. Caritas legt den Jahresbericht An der Fliehburg für 2016 vor. In dem Übergangswohnheim stehen gegenwärtig 453 Zimmer zur Belegung zur Verfügung. Wohnungsähnliche Unterbringungsformen werden angestrebt. Von Heinz Schild

Das erste Zuhause der Flüchtlinge, die der Stadt Dinslaken zugewiesen werden, ist das Übergangswohnheim An der Fliehburg. Es ist für sie ein Ort der Sicherheit, wo sie die Möglichkeit haben, nach ihrer Flucht zur Ruhe zu kommen, und - soweit es sich um Familien handelt - ihr familiäres Leben wieder aufzubauen. Seit dem Jahr 2013 ist die Caritas in Dinslaken für die Unterbringung und soziale Betreuung der Flüchtlinge zuständig. Nun hat sie ihren Jahresbericht 2016 für das Übergangswohnheim An der Fliehburg vorgelegt. Erklärtes Ziel der Caritas ist es, für die Flüchtlinge während ihres Aufenthaltes in dem Übergangswohnheim die "Grundlagen für ein zufriedenes und erfolgreiches Leben in Deutschland" zu legen.

Aufgrund des starken Flüchtlingszustroms war für das Berichtsjahr 2016 damit zu rechnen, dass die Stadt Dinslaken insgesamt 1200 Plätze zur Unterbringung geflüchteter Menschen benötigt. Diese Entwicklung veranlasste den Stadtrat dazu, die Schaffung von bis 650 weiteren Plätzen zu beschließen. Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, hat die Stadt Dinslaken etwa fünf Millionen Euro in den Ausbau der Übergangsheime (dazu gehört die Unterkunft im Hardtfeld) investiert. Wegen fehlender räumlicher Kapazitäten mussten übergangsweise Gebäude an Siegfried-, Karl-, Tauben- und Riemenschneiderstraße als Unterkünfte bis Frühsommer 2016 genutzt werden.

Nach ihrem Aufenthalt im Übergangswohnheim sollen die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen in der Stadt untergebracht werden. Problem ist dabei allerdings, dass dafür nicht ausreichend Wohnraum zur Verfügung steht. "Allein für die bisher in die Stadt gekommenen Flüchtlinge werden rund 500 Wohnungen benötigt. Seit 2013 konnten etwa 150 Personen mit Wohnungen versorgt werden", wird im Fliehburg-Jahresbericht für 2016 festgestellt.

Der fehlende Wohnraum ist ein Grund, weshalb davon auszugehen ist, dass Flüchtlinge längere Zeit in den Übergangseinrichtungen leben müssen. Mit Stand 25. Oktober 2017 stehen in der Fliehburg 453 Zimmer zur Verfügung, in denen Flüchtlinge untergebracht werden können.

925 Flüchtlinge mussten im Januar 2016 untergebracht werden: 116 Familien, 210 Singles, 461 Männer, 193 Frauen und 271 Kinder, wie die Caritas-Statistik ausweist. Im Laufe des Berichtsjahres nahmen die Zahlen dann kontinuierlich ab. Für Dezember 2016 werden folgende Belegungszahlen angegeben: gesamt 578 Menschen, davon 93 Familien, 211 Singles, 292 Männer, 110 Frauen sowie 177 Kinder.

Unklar ist weiterhin, wie sich die Flüchtlingszahlen in den nächsten Jahren entwickeln werden. Geht man davon aus, dass jährlich mit einem Zuzug von 200.000 Menschen zu rechnen ist, bedeutet dies umgerechnet auf die Stadt Dinslaken eine jährliche Flüchtlingszuweisung von 170 bis 200 Menschen, die dann auch untergebracht werden müssen.

Eine Grundvoraussetzung erfolgreicher Integration ist es, Flüchtlingen ein eigenverantwortliches Leben zu ermöglichen. Dafür ist eigener Wohnraum wichtig, damit sie sich heimisch fühlen und Teil der Gesellschaft, in der sie leben, werden können. Caritasdirektor Michael van Meerbeck plädiert angesichts der angespannten Wohnungslage in Dinslaken für die Herrichtung von wohnungsähnlichen Unterbringungsformen in der Übergangseinrichtung, um Flüchtlinge darauf vorzubereiten, eigengenutzten Wohnraum zu haben sowie zur Förderung einer familiengerechten Unterbringung mit besonderer Berücksichtigung von Kindern. Dadurch würde jedem der Platzbedarf eines Zimmers eingeräumt, für eine Familie würden vier Räume durch innere Verbindung miteinander verknüpft. Davon verspricht sich van Meerbeck eine bessere Begleitung ins selbstständige Wohnen wie auch Unterstützung von Integration und Sprachkompetenz.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dinslaken: Eigener Wohnraum fördert Integration


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.