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Reportage Am Montag
Ein Baum als Zeichen der Liebe

Dinslaken. Am Wasserschloss Haus Voerde pflanzten Ehepaare am Hochzeitsweg Bäume ein. Mittlerweile sind es mehr als 150 Stück. Von Florian Langhoff

Voerde Die Wiese an der Allee am Wasserschloss Haus Voerde ist gut besucht. Fahrzeuge des Kommunalbetriebs Voerde stehen zwischen den Bäumen der Straße. Auf der Grünfläche haben sich neun Brautpaare um Bürgermeister Dirk Haarmann versammelt. "Der Andrang ist heute etwas größer, weil wir uns entschieden haben, die Bugwelle der Warteliste abzuarbeiten", erklärt der erste Bürger der Stadt. Die Bäume stehen schon an ihren jeweiligen Plätzen. Hier hat der Kommunalbetrieb schon vorgearbeitet. "Sie sollen aber trotzdem noch selbst Hand anlegen, damit Sie auch eine gewisse Verbundenheit zu ihrem Baum entwickeln", sagt Dirk Haarmann und reicht den wartenden Ehepaaren Schaufeln und Handschuhe.

"Ich kann Ihnen nur empfehlen, im Frühjahr wieder herzukommen. Wenn die Bäume blühen, ist das ein wunderschönes Bild", erklärt Heinz Boß, der Vorsitzende des Heimatvereins Voerde, auf dessen Initiative der Hochzeitsweg 1998 angelegt wurde. Zum 33. Pflanztermin ist daraus ein kleiner Hochzeitshain geworden, in dem jetzt der 150. Baum gesetzt werden soll. Die zuerst gepflanzten Bäume ragen an den Seiten des Weges, der von der Allee in Richtung Seniorenzentrum führt, schon etliche Meter in die Höhe. Daneben stehen die kleineren Bäume, die später dazukamen und schließlich die neuen, die von den Mitarbeitern des Kommunalbetriebs schon an den für sie vorgesehenen Stellen platziert wurden.

Trotzdem ist hier noch die Arbeit der Ehepaare gefragt, denn die Pflanzlöcher müssen noch mit Erde verfüllt und dazu ein Gerüst um die Bäume aufgestellt werden. "Das Gerüst sorgt dafür, dass sich die Bäume nicht bewegen und die Wurzeln festwachsen können", erklärt Werner Hegering, Gärtner beim Kommunalbetrieb Voerde. Drei Jahre werden die Bäume so beim Wachstum unterstützt. Zuerst gilt es aber, das Pflanzloch wieder mit Erde zu befüllen.

An diese Aufgabe machen sich auch Ines und Tim Krüßmann. Schnell haben die beiden, die im Juni 2015 geheiratet haben, das Loch ausreichend befüllt. Dann gilt es, dass Gerüst aus Holzlatten zu errichten, an denen der Baum später mit Seilen festgebunden wird. Die Nägel erweisen sich als etwas widerstandsfähiger als gedacht, als Tim Krüßmann die erste Querlatte des Gerüstes anbringen möchte. "Der nächste Nagel gehört mir", sagt seine Ehefrau Ines, schnappt sich den Hammer und treibt das Metall im Rekordtempo durchs Holz. Nach einigen weiteren Nägeln und dem Anbringen der Seile ist es geschafft: Der Baum steht gerade an seinem Platz.

Von selbst war das Ehepaar allerdings nicht auf die Idee gekommen. "Meine Eltern haben uns das nachträglich zur Hochzeit geschenkt", erklärt Tim Krüßmann. "Wir wussten zwar, dass es so etwas hier gibt, aber hatten dann nicht mehr daran gedacht, hier einen Baum zu pflanzen." Seine Ehefrau Ines ist angetan von diesem nachträglichen Hochzeitsgeschenk ihrer Schwiegereltern. "Das ist eine schöne Idee und das Aufstellen hat Spaß gemacht", sagt sie. In Zukunft werden die beiden sicherlich häufiger einen Abstecher in den Hochzeitshain machen. "Wir kommen ohnehin recht oft hier vorbei. Aber demnächst stehen sicherlich häufiger Besucher hier an, besonders wenn die Bäume blühen", sagt Tim Krüßmann.

Schließlich stehen alle Bäume fest in der Erde. Selbst gießen müssen die Ehepaare ihren eigenen Baum allerdings nicht. Das übernimmt der Kommunalbetrieb Voerde. Auf das die Bäume, wie die Ehen ihrer Besitzer, möglichst lange halten.

Quelle: RP
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