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Voerde
Ein Blick in den Brennkessel

Voerde. Die Fernwärmeversorgung Niederrhein hat in Friedrichsfeld ihr Biomasseheizwerk eingeweiht. Von Florian Langhoff

Zur Einweihung des Biomasseheizwerks hätten sich die Verantwortlichen kaum bessere Umstände wünschen können: Sonniges Wetter und angenehme Temperaturen lockten schon früh die ersten Besucher zur offiziellen Eröffnung der Anlage in Friedrichsfeld. "Die große Resonanz zeigt mir, dass das Thema Klimaschutz auch auf kommunaler Ebene immer mehr Aufmerksamkeit erfährt", sagte Bürgermeister Dirk Haarmann in seiner Rede. Er lobte das Engagement der Fernwärmeversorgung Niederrhein. "Die Unternehmen müssen solche Projekte unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität betrachten. Da ist die Umsetzung eines solchen Projektes schon ein Kraftakt", betonte er. Für ihn ist die Errichtung der Anlage und die Umstellung der Abnehmer von Erdgas auf Fernwärme ein Gewinn für alle. "Die Stadt, die Unternehmen und die Kunden profitieren und es ist auch noch gut für die Umwelt", sagte Haarmann.

Mit einer Investition in Höhe von 4,7 Millionen Euro hat sich das Unternehmen die Anlage einiges kosten lassen. "Ohne große Kunden wie die Wohnbau und Siemens wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen", erklärte Thomas Döking, Hauptabteilungsleiter Technik der Fernwärme Niederrhein. Für ihn hat die Anlage Modellcharakter, da sie ohne große Fördermittel umgesetzt wurde. "Darauf können wir alle stolz sein", sagte er. Bisher sind das Siemens-Werk und rund 50 Objekte der Wohnbau an die Fernwärmeversorgung des Biomasseheizwerks angeschlossen. In weiteren Bauabschnitten sollen nun auch die anderen Objekte der Wohnbau und schließlich auch die Sportanlage jenseits der B8 mit Wärmeenergie versorgt werden. Allein mit der Umstellung der Wohnbau-Objekte werden jährlich 1930 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Für die Besucher gab es dann die Möglichkeit, sich bei einer Führung von Projektleiter Karl-Heinz Kühler die Technik der Anlage erklären zu lassen. Das Brennmaterial, ausschließlich unbehandeltes Holz der Güteklasse A, wird per Lkw an die Anlage geliefert und in ein Lager gebracht. Von dort aus befördert ein automatisches System das Brennmaterial zu den zwei Kesseln. "Jeder der Kessel kann pro Stunde maximal 3,5 Kubikmeter Brennmaterial verarbeiten", erklärt der Projektleiter. Die Besucher konnten einen Blick in einen arbeitenden und einen ausgeschalteten Kessel werfen. Bei der Verbrennung bleibt Asche übrig, die in einem Container gesammelt wird. Aus dem entstehenden Rauchgas wird der Staub mittels E-Filter gezogen. "Wir liegen bei allen Emissionswerten unter den Grenzen", erklärte Karl-Heinz Kühler. Die Einsparung beim Kohlendioxid erreicht man im Biomasseheizwerk durch die Verbrennung von Holz als nachwachsendem Rohstoff.

Zusätzlich zu den beiden Kesseln, die Holz verbrennen, verfügt die Anlage noch über einen weiteren Kessel, der mit Erdgas betrieben wird. "Der ist für die Überbrückung von Spitzen in der Energieabnahme gedacht und für den Fall, dass einer der anderen Kessel ausfallen sollte. Wir sind da sehr gut aufgestellt", erklärte Thomas Döking den Besuchern.

Die konnten den Besuch der Eröffnung mit Suppe, Kaffee und Kuchen auf dem Gelände abrunden oder sich für eine Probefahrt in einem Elektroautomobil vor dem Gelände anmelden.

Quelle: RP
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