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Dinslaken
Ein klingender Appell für Toleranz

Dinslaken: Ein klingender Appell für Toleranz
Tobias Melle und Vladimir Ivanoff. FOTO: Pankok-Stiftung
Dinslaken. Musik trifft Bild, Barockklänge begegnen arabischer Musik und Jazz, Malerei und Fotografie verbünden sich: Arabische Passion - Konzerte im Weseler Dom und in Düsseldorf zum 50. Todestag von Otto Pankok Von Thomas Hesse

Zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung anlässlich des 50. Todestages von Otto Pankok lädt die Otto-Pankok-Stiftung für den 19. Oktober in den Weseler Willibrordi-Dom und für den 20. Oktober in die Düsseldorfer Maxkirche ein. Es handelt sich um die faszinierende Verbindung verschiedener Künste und in der kombinierten Bild-Musik-Komposition um eine Uraufführung der besonderen Art. "Arabische Passion" sind die Veranstaltungen überschrieben. Sie bilden den diesjährigen Höhe- und Schlusspunkt der Muziek Biennale Niederrhein.

Erst- und einmalig treten bei beiden Konzerten die Musik des Münchner Ensembles Sarband und des Modern String Quartet nach 14 Stücken Johann Sebastian Bachs sowie die Stimme der libanesischen Sängerin Fadia el-Hage in einen Dialog mit den großformatigen Projektionen des Fotokünstlers Tobias Melle und den Kohlezeichnungen von Otto Pankoks berühmter "Passion". Die Friedensbotschaft, zu der sich christliche und islamische Musik hier vereinen, erhält durch die Inszenierung von Pankoks Arbeiten, ergänzt um Melles aktuelle Fotografien eine zusätzliche bildhafte Dimension. Ilse Falk von der Pankok-Stiftung erinnerte gestern an die 60 Werke Otto Pankoks, die er in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gezeichnet und mit denen er Sintis und Roma ein Denkmal gesetzt hat.

"Der Bezug zu Bachscher Musik ist getragen von der Suche nach Frieden, übersetzt und gespielt von Menschen aus aller Welt", sagte die ehemalige Bundestagsabgeordnete. Die Realisierung erst möglich gemacht hat die Muziek Biennale "Das Doppelkonzert ist ein sehr guter Abschluss für uns", sagt Dr. Rita Mielke vom Kulturraum Niederrhein. Pankoks Zyklus "Die Passion" passt vom Namen und vom Geist zur "Arabischen Passion", die im Jahr 2006 uraufgeführt wurde und in der die Komplexität der beiden Passionen von Johann Sebastian Bach auf die Spontanität von klassischer arabischer Musik und Jazz trifft. Das Ensemble Sarband von Vladmir Ivanoff spielt die Bach-Stück, die jeweils in Improvisationen übergehen, intoniert von den Mitgliedern des Modern String Quartet. Die libanesische Sängerin Fadia el-Hage konfrontiert das Leiden des Menschensohnes in Bachs Musik mit der aktuellen Situation in der Heimat Jesu Christi, dem Nahen Osten. Tobias Melles stimmungsvolle, nicht politisierende Fotos spiegeln den Klang in Bildern wider. Anders gesagt: Für die Initiatoren der Aufführungen in Wesel und Düsseldorf geht es angesichts der erschütternden Bilder und Nachrichten aus dem Nahen Osten vor allem um ein ganz klares Signal: ein klingendes "Zeichen des Friedens" zu setzen. Der Vorverkauf für das Konzert hat begonnen.

Info "Arabische Passion", Mittwoch, 19. Oktober, 19.30 Uhr, Willibrordi-Dom, Wesel; Tickets: 20 Euro; Vorverkauf: Buchhandlung Korn, Brückstraße 13, Wesel; Mayersche Buchhandlung, Hohe Straße 20-22, Wesel; ticket@pankok-museum-esselt.de. Der zweite Termin ist Donnerstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, Maxkirche, Schulstraße, Düsseldorf; Tickets 25 Eu; Vorverkauf: Maxhaus-Foyer; eintrittskarten@maxhaus.de

Quelle: RP
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