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Unsere Woche
Ein Kompromiss, bei dem niemand zurückstecken muss

Dinslaken. Der Hiesfelder Freibadverein und die Arbeitsgruppe der Schwimmsport treibende Vereine können mit dem gefundenen Konsens in der Bäderfrage gut leben.

Der Dinslakener Bäderkompromiss ist beschlossene Sache, der Stadtrat gab mehrheitlich seine Zustimmung zur Sanierung des Hiesfelder Freibades und zum Ausbau des Stadtwerkebades DINamare. Die Kosten für die Umsetzung beider Vorhaben werden mit 10,8 Millionen Euro veranschlagt. Das ist sehr viel Geld. Der Hiesfelder Freibadverein und auch die Arbeitsgruppe der Schwimmsport treibenden Vereine zeigten sich mit dem beschlossenen Kompromiss zufrieden. Und das können sie auch allemal sein, denn beide Gruppen bekommen das, was sie gewollt haben. Große Kompromisse mussten sie dafür nicht eingehen. Die Stadt erspart sich durch diese Lösung zwei Bürgerbegehren - die der Freibadverein auf der einen und die Schwimmsport treibenden Vereine auf der anderen Seite in Gang gesetzt und für die sie Unterschriften gesammelt hatten. Von der Lösung, so heißt es, profitieren auch diejenigen, die weder dem Freibadverein noch den Schwimmvereinen angehörten, denn der Öffentlichkeit stehe künftig das 25-Meter-Becken im DINamare vollständig zur Verfügung, da es keine Einschränkungen mehr durch die Trainingszeiten der Verein gebe. Das wird all diejenigen Dinslakener herzlich wenig Interessieren, die sich nicht zu den Wasserratten zählen. So mancher Bürger wird wahrscheinlich zu Recht sagen, die jetzige Lösung hätte man auch viel früher haben können - und dann wäre man mit der Entwicklung der Bäderlandschaft auch schon ein gutes Stückchen weiter als bisher.

Die Entscheidung der Stadt Dinslaken, für die geplanten Neubauten und Renovierungen der Flüchtlingsunterkünfte Im Hardtfeld und an der Fliehburg einen Baustopp zu verhängen, hat für Aufregung und Erstaunen gesorgt. Die Caritas, die für die Kommune die Flüchtlingsbetreuung übernommen hat, ist seit Jahren ein verlässlicher Partner und stets zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Das bewies sie nicht nur auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, als sie und ihre Mitarbeiter Tag und Nacht zur Stelle waren und dafür sorgten, dass alle neu zugewiesenen Flüchtlinge gut untergebracht wurden. Da wirkt der jetzt verhängte Baustopp schon wie ein Schlag ins Gesicht, zumal der Stadtrat die Schaffung neuen Wohnraums abgesegnet hatte. Angesichts zurückgegangener Flüchtlingszahlen hat die Stadt offensichtlich das Interesse daran verloren, dass die geplanten Unterkünfte in vollem Umfang gebaut werden. Zumal die Gefahr besteht, dass durch die Notwendigkeit einer außerordentlichen Abschreibung die Kommune in die gesetzliche Haushaltssicherung rutscht. Nun muss das geschehen, was schon viel früher hätte geschehen sollen: im gemeinsamen Gespräch Lösungswege zu finden, damit die Partnerschaft zwischen der Stadt Dinslaken und dem Caritasverband nicht weiter leidet.

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Quelle: RP
 
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