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Dinslaken
Ein künstlerischer Blick auf Liebesschlösser

Dinslaken: Ein künstlerischer Blick auf Liebesschlösser
Halt und Bewegung: Rainer Höpken mit einem seiner Love.locks-Bilder auf Alu Dibond vor dem Restaurant Canapé. FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Rainer Höpken zeigt im Altstadt-Restaurant Canapé Love.locks: 17 Fotos von blitzendem Metall und knallbunten Farben.

Sie hängen zu tausenden an den Gittern und den Geländern der Hohenzollernbrücke in Köln: Liebesschlösser, festgekettete und unverrückbare Treuebeweise aus Stahl. Ob Rainer Höpken selbst den Schlüssel für ein solches Schloss in den Rhein warf, lässt er unbeantwortet.

Was er seit Mittwoch im Restaurant Canapé in 17 Varianten zeigt, ist sein künstlerischer Blick auf die Schlösser, die in kleinen Gruppen aufgereiht oder in dicken Bündeln verhakelt, in blitzenden Metall und knallbunt lackiert seit drei Jahren eine ungebrochene Faszination auf ihn ausüben.

Die Brücke selbst ist für Höpken ein spiritueller Ort: "Man steht dort an einer riesigen Energiekreuzung: Der Rhein fließt ins Meer, Fernzüge fahren in alle Welt." Dies steigert die Symbolkraft der Schlösser über den Ausdruck eines einfachen Partnerschaftstrends hinaus. Ausgerechnet dort, wo alles für Bewegung steht, werden die Schlösser als Symbol für Beständigkeit und Halt zwischen zwei Menschen gekettet - und werden selbst zum statischen Problem für die Traglast der Brücke.

Rainer Höpken fotografierte die Schlösser in unterschiedlichen Anordnungen, Häufungen, Farben. Gleicbleibend ist der Fokus auf sie in der Bildkomposition, im Hintergrund bleiben Züge oder die Domspitzen verschwommen.

Aber was er unter dem Titel Love.locks präsentiert, sind nicht einfach gerahmte Fotoabzüge besonders gelungener Motive. Höpken, der, bevor er sich in den letzten vier Jahren vermehrt auf die Fotografie konzentriert hat, mit Objektkunst von sich reden machte, bezieht den Bildträger als künstlerisches Element mit ein.

Die Love.locks-Fotos ließ er auf Alu Dibond drucken, 50 mal 70 Zentimeter hohe und breite, nicht wie sonst üblich mit weißer Farbe grundierte Aluminiumplatten. Deren schimmernden Oberfläche wird überall sichtbar, wo im Digitalfoto weiß dargestellt wäre. So sind es vor allem die Metallschlösser selbst, die im Bild durch Metall wiedergegeben werden.

Im Altstadtrestaurant Canapé, wo die ungerahmten Werke nur durch einzelne Spots ausgeleuchtet werden, entstehen Licht- und Tiefeneffekte erst wirklich, wenn der Betrachter nicht vor den Bildern verharrt, sondern seinen Blick bewegt. Als "Heavy Metal der romantischen Art" bezeichnet Rainer Höpken seine Love-locks-Serie. "Heavy Metal, wohin man sieht. Denn nicht nur die metallenen Züge (Eisenbahn genannt) und die mit Graffiti überzogenen Brückenträger fallen hier ins Gewicht und Auge."

Dem hielt Ingo Borgardts bei der gut besuchten Vernissage zarte Klänge auf Holz und Nylon entgegen, Er spielte Romantisches auf der Konzertgitarre, darunter auch ein instrumentales Liebeslied aus eigener Feder.

Die Bilder können bis Weihnachten im Restaurant Canapé an der Gartenstraße 1 in der Dinslakener Altstadt betrachtet werden.

(bes)
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