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Dinslaken
Ein Kunstwerk zum Thema Nachhaltigkeit

Dinslaken: Ein Kunstwerk zum Thema Nachhaltigkeit
Die neu gestaltete Fassade des so genannten Hexenhauses an der Brückstraße. FOTO: Christoph Karl Banski
Dinslaken. Im Rahmen der "Weltbaustellen"-Kampagne verwandelten drei Künstler die Fassade des Hexenhauses.

Keine Frage, ein wichtiges Ziel haben die drei Künstler schon erreicht: Das Hexenhaus erregt Aufmerksamkeit, ist zu einem echten Blickfang geworden. Immer wieder bleiben die Menschen stehen, schauen sich das farbenfrohe Wandbild an und versuchen, das Motiv, das den Titel "Pacha Mama" trägt, mit der Kamera festzuhalten - was nicht leicht ist, denn es zieht sich über die komplette Fassade und die angrenzende Mauer. Zwei Wochen lang haben die Urban-Arts-Künstler Tim Blankenstein und Julian Schimanski mit dem chilenischen Gastkünstler Marcos Reych am Hexenhaus gearbeitet. Seit einigen Tagen ist das Gerüst verschwunden, die Sicht auf das Kunstwerk frei.

Auf den ersten Blick ist es eine fröhlich-bunte Fassade - aber eine mit ernstem Hintergrund: Der Umgang mit der Natur ist das Thema. Die Aufgabe im Rahmen der "Weltbaustellen"-Kampagne lautete, Aufmerksamkeit auf die Nachhaltigkeitsziele zu lenken. Erste Ideen und Entwürfe wurden per E-Mail zwischen Dinslaken und Chile ausgetauscht, vor Ort entstand das Motiv so, wie es heute zu sehen ist. Der knallig bunte, grafische Stil von Marcos Reych mischt sich mit dem fotorealistischen der Urban-Arts-Künstler. Rund 220 Dosen Sprühfarbe wurden benötigt.

"Pacha Mama" ist der chilenisch-indianische Begriff für die Mutter Welt, erklärt Julian Schimanski. Die Frau mit dem Kind an der Brust - das Sinnbild für die kommenden Generationen - dominiert die Szene, sie hält eine Waage in der Hand. "Sie soll auf das Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Wegwerfgesellschaft und den bewussten Umgang mit der Natur hinweisen", erklärt Julian Schimanski. Das Ganze sei auch eine Art Mahnmal: Im See vor dem Gebirge auf der linken Seite des Bildes ist eine versunkene Stadt und die Freiheitsstatue zu erkennen. New York? "Es könnte auch jede andere Stadt sein", so Schimanski. "Die Natur hat sich zurückgeholt, was ihr gehört", erklärt er die Idee. Von der schmaleren Hausfront schauen zwei Füchse hinüber. Mit ihnen wollen die Künstler symbolisieren, wie wichtig es ist, im Einklang mit der Natur und den Tieren zu leben.

Die Betrachter sollen sich eigene Gedanken zum Erscheinungsbild des Hexenhauses an der Brückstraße machen. "Für uns selber ist es spannend, was andere in dem Bild sehen", so Schimanski. Dafür ist viel Zeit: Mindestens fünf Jahre soll das Bild erhalten bleiben, so ist es vorgesehen. Und auch, dass ein Künstler aus Afrika oder Südamerika beteiligt ist. Alle sind gespannt, wie der Blickfang in der Altstadt bei den Dinslakenern ankommt. Die erste Resonanz, hat der künstlerische Leiter Ben Perdighe festgestellt, war bereits positiv.

(rme)
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