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Dinslaken
Ein Leuchtturmprojekt für die Region

Dinslaken: Ein Leuchtturmprojekt für die Region
Übergabe der Unterlagen für den Planfeststellungsantrag. Dr. Klaus Spindler (von links), Geschäftsführung FWSRR, Regierungspräsidentin Anne Lütkes, Udo Wichert ( Aufsichtsrat FWSRR), Thomas Döking, Mitglied FWSRR- Geschäftsführung, und Dr. Angela Küster, Abteilungsleiterin Umwelt, Arbeitsschutz. FOTO: Steag
Dinslaken. Der Planfeststellungsantrag für die Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr wurde eingereicht. Dinslakener Stadtwerketochter ist beteiligt.

Rund 30 Aktenordner umfassen die Unterlagen des Planfeststellungsantrags, den die Projektverantwortlichen der Fernwärmschiene Rhein-Ruhr (FWSRR) bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht haben. Ein Exemplar nahm Regierungspräsidentin Anne Lütkes aus den Händen von Udo Wichert, Aufsichtsratsvorsitzender der FWSRR GmbH, entgegen. Wichert: "Das ist ein großer Tag für uns. Mit der Einreichung der Unterlagen haben wir einen wichtigen Meilenstein zur Realisierung des europaweit einzigartigen ökologischen Leuchtturm-Projekts erreicht: Im westlichen Ruhrgebiet entsteht das größte zusammenhängende Fernwärme-System der EU." Das von der Landesregierung NRW unterstützte Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen und sicheren Energie-Zukunft für die Region.

Konkret sind es die Menschen im Ruhrgebiet und am Niederrhein, deren Versorgung mit Fernwärme durch die Schiene auf Jahrzehnte sichergestellt wird. Dr. Thomas Götz, Geschäftsführer der Fernwärmeversorgung Niederrhein, die an der FWSRR mit 25,1 Prozent beteiligt und eine Tochter der Dinslakener Stadtwerke ist, betont den lokalen Charakter des Projektes: "Mit der Schienenverbindung sind wir in der Lage, günstige, lokal vorhandene industrielle und regenerative Erzeugungsanlagen einzubinden." Diese seien nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern bedeuteten ganz konkret für die Kunden Preisstabilität. "Der Ausbau der Fernwärmenetze an Rhein und Ruhr bietet den Bürgerinnen und Bürgern von Dinslaken und der gesamten Metropolregion Vorteile für das Klima und die Versorgung", so Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, "denn Fernwärme ist preisstabil, besonders umweltfreundlich und sorgt für eine langfristig gesicherte Wärmeversorgung aus regionalen Quellen."

Die neue Fernwärmeschiene wird vom Bottroper Süden bis in den Duisburger Norden verlaufen und dort auf die bereits bestehenden Fernwärmeschienen Ruhr und Niederrhein treffen. Damit werden zusätzliche industrielle und regenerative Wärmequellen erstmalig für die Wärmeversorgung in der Region von Herne bis Moers nutzbar gemacht. Dazu gehören Müllheizkraftwerke, Industrieanlagen mit ihrer Abwärme, Gas- und Steinkohleheizkraftwerke sowie Wärme aus regenerativer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Durch Effizienzsteigerung, der Einbindung zusätzlicher industrieller und regenerativer Wärmequellen sowie der Erhöhung der KWK-Quote werden durch die neue Schiene allein im Ruhrgebiet jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 eingespart. Auf diese Weise leistet die FWSRR einen wesentlichen Beitrag zu den CO2- und KWK-Zielen des Landes NRW.

Dr. Klaus Spindler, Sprecher der FWSRR-Geschäftsführung, zieht mit der Einreichung der Genehmigungsunterlagen ein erstes, emotionales Fazit: "Das ist ein bewegender Tag. Rund 30 Aktenordner können nur andeuten, welche Arbeit das Projekt-Team zu bewältigen hatte: Planungen für rund 25 Kilometer Leitungsstrecke, Abstimmungsgespräche mit über 100 öffentlichen Institutionen und intensive Informationen der Öffentlichkeit, das war eine schiere Mammut-Aufgabe. Aber unser Team hat hier hervorragende Arbeit geleistet."

Über die FWSRR GmbH: Anteilseigner der Gesellschaft sind die Steag Fernwärme (56,6 Prozent), die Fernwärmeversorgung Niederrhein mit Geschäftsanteilen von 25,1 Prozent, die Energieversorgung Oberhausen AG (18,3 Prozent). Ihr Zweck ist die Planung, Errichtung und der Betrieb der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr.

Quelle: RP
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