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Reportage Am Montag
Ein Stück Bayern am Niederrhein

Reportage Am Montag: Ein Stück Bayern am Niederrhein
Mit ihren Freunden feiert Hanna Rolles (2. von rechts) auf dem Oktoberfest in Friedrichsfeld. Sie kommt extra zum Fest jedes Jahr in ihre alte Heimat zurück, um zu feiern und legt sich dafür eigentlich auch immer wieder ein neues Outfit passend zum Thema zu. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Zum siebten Mal veranstaltete der Bürgerschützenverein Friedrichsfeld "Alter Emmelsummer" 1868 ein Oktoberfest. Mit Blasmusik feierten mehr als 300 Gäste in Dirndl und Lederhose die "Wiesn"-Atmosphäre. Von Florian Langhoff

VOERDE Beim Betreten der Mehrzweckhalle auf dem Gelände des BSV Friedrichsfeld könnte man fast meinen, man wäre in einem der Festzelte auf dem Münchener Oktoberfest gelandet. Blau-weiße Flaggen zieren die hölzernen Dachbalken des Gebäudes. Ein Kranz mit passendem Schmuck fehlt ebenso wenig wie die bayerische Landesflagge und Werbebanner diverser Weißbiermarken an den Wänden. Die Niederrheiner Gipfelstürmer sorgen mit Blasmusik für Unterhaltung. Natürlich gibt es auch hier einen Fassanstich, allerdings durch den amtierenden Schützenkönig Marvin Fengels. "O'zapft is und hoch die Kannen", tönt es danach durch die Halle. Einer der Oktoberfestbesucher hat dazu allerdings eine kritische Anmerkung parat: "Das Bier hier wird nicht schal. Hier gibt es nämlich maximal 0,5 Liter." Einer der wenigen Punkte, die das Friedrichsfelder Oktoberfest deutlich von der Münchener "Wiesn" unterscheiden, wo mit einem Liter Bier befüllte Maßkrüge gereicht werden.

Stilecht sind die meisten Besucher zum Oktoberfest auch in Trachten unterwegs. Die Herren in Lederhosen und karierten Hemden, die Damen natürlich im Dirndl. Für viele hat der Besuch des Oktoberfestes in Friedrichsfeld mittlerweile schon Tradition. "Wir haben einige Gäste, die jedes Jahr wiederkommen, um hier zu feiern", erklärt Marvin Fengels, der Pressesprecher des Schützenvereins. Zu diesen gehören auch Hanna Rolles und ihre Freunde. "Ich bin jedes Jahr hier", sagt sie. Sie ist in Friedrichsfeld aufgewachsen aber mittlerweile weggezogen. Das Oktoberfest in ihrem Heimatort steht aber fest im Kalender. "Normalerweise kaufe ich mir auch jedes Jahr extra dafür ein neues Dirndl. Aber das habe ich jetzt zum zweiten Mal an", erzählt sie. Für sie steht dabei nicht unbedingt das bayerische Lebensgefühl im Vordergrund, sondern das Feiern: "Wenn später die Blasmusik aufhört und andere Musik gespielt wird, geht es erst richtig los", sagt sie und geht mit ihren Freunden dann weiter.

Zum ersten Mal sind Daniela Bröker und Tanja Rekowski beim Oktoberfest in Friedrichsfeld zu Gast. "Ich bin hier hingezogen, habe gesehen, dass es hier ein Oktoberfest gibt und meine Arbeitskollegin dazu eingeladen", erzählt Daniela Bröker. Bisher haben die beiden Frauen viel Spaß in der bajuwarischen Feieratmosphäre. Natürlich haben sich die beiden auch extra für den Anlass ein Dirndl besorgt. "Das gehört für eine Frau zum Oktoberfest doch einfach mit dazu", erklärt Daniela Bröker. Derweil rätseln allerdings schon einige Herren, wie das noch mal war mit den Schleifen am Dirndl und dem Beziehungsstatus. Schnell wird im Internet nachgeforscht. Das Ergebnis: Schleife rechts zeigt an, dass die Frau vergeben ist, links, dass sie noch zu haben wäre. Wissen das auch die Frauen? "Da habe ich gar nicht drauf geachtet", kommentiert eine der Damen.

Aber man muss ja auch nicht jede Tradition beachten. Da wo sie Spaß machen, werden sie allerdings gepflegt: So erproben gleich mehrere Männer ihr Geschick an dem Holzbalken, der am einen Ende der Halle steht, um mittels Hammer Nägel hineinzuschlagen. Mit gemischtem Erfolg. Ein besonderer Spaß zum Oktoberfest in Friedrichsfeld.

Daniela Bröker (rechts) und Tanja Rekowski stoßen mit Dirk Gühnemann vom BSV Friedrichsfeld auf das Oktoberfest an. FOTO: Martin Büttner
Quelle: RP
 
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