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Dinslaken
Ein Tag im Deichdorf Bislich

Dinslaken. Kirche, Museum, Störche und viel erlebbare Natur: ein Besuch in Bislich ist wirklich empfehlenswert. Wilhelm Kock vom Heimat- und Bürgerverein Bislich zeigte der Rheinischen Post, wie ein kompletter Tag im Deichdorf aussehen könnte. Von Michael Elsing

Dass sich ein Besuch in Bislich lohnt, das ist längst über die Grenzen der Stadt Wesel hinaus bekannt. Natur pur und eine einzigartige Idylle, das zieht die Menschen vor allem, wenn die wärmeren Jahreszeiten vor der Tür stehen, in Massen ins Deichdorf. Doch wie lässt sich so ein Tag in Bislich bestreiten? Was kann man machen? Welche Punkte sollte man unbedingt ansteuern und an welchen Stellen kann man mal so richtig ausspannen.

Wilhelm Kock vom Heimat- und Bürgerverein Bislich führte die Rheinische Post durch "sein" Dorf und dabei wurde schnell klar, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, um einen kompletten Tag in Bislich zu verbringen.

Der Startschuss könnte bei einem leckeren Frühstück fallen, wobei schon hier die Auswahl groß ist. Das Bauerncafé Hellenhof, das Fährhaus, das Café Landluft, die Gaststätte Pooth, das Teehaus der Obstplantage Clostermann (auf Bestellung) oder das Café Storchennest, überall wartet ein köstliches Frühstück auf die Besucher.

Anschließend würde sich ein Spaziergang oder die Fortsetzung einer Radtour über den sehr gut ausgebauten Deich anbieten. Von Flüren kommend, gehts an der Bislicher Straße links hinauf auf den Deich und schon lässt es sich auf ideal asphaltiertem Untergrund kilometerlang sehr gut radeln und dabei links und rechts des Deiches die Natur genießen. Vom Beginn der Deichstraße bis zur St. Johannes-Kirche (etwa 3,5 Kilometer) lassen sich gleich an drei Stellen (Forellenstübchen, Hubertushäuschen, Kirchenwoy) nistende Störche beobachten, die seit 2011 regelmäßig ihr Domizil in Bislich aufschlagen. Kurz hinter dem Café Hellenhof sollte man einen Blick auf die Alte Schmiede Kock werfen, die als Außenstelle des Museums vor zwei Jahren zum Leben erweckt wurde und in der regelmäßig Schmiede-Vorführungen stattfinden.

Weiter gehts Richtung Ortskern, wobei schon von weitem der Turm der St. Johannes-Kirche zu erkennen ist. Bei näherem Heranrücken fällt auch die Evangelische Kirche, eine 1729 erbaute Saalkirche, ins Auge. Die St. Johannes-Kirche in ihren heutigen Ausmaßen wurde im 12. Jahrhundert als dreischiffige, romanische Pfeilerbasilika errichtet. Mitte des 15. Jahrhundert wurde sie gotisiert, anschließend mehrfach restauriert, bevor sie im Zweiten Weltkrieg zerstört und hiernach von den Bislichern wiederaufgebaut wurde. Letzte einschneidende Veränderung in der Kirche war 2008 die Restaurierung des neugotischen Hochaltars, der seitdem wieder an seinen ursprünglichen Platz im Altarraum zurückgekehrt ist. Längst mehr als nur ein Geheimtipp ist der angrenzende Kirchgarten mit Blick auf die Kirchenwoy und eines der drei (bewohnten) Storchennester. Er ist ein besonderes Kleinod, von einigen Bislichern liebevoll gepflegt und ein idealer Punkt, um eine Pause einzulegen und einfach abzuschalten.

Von der Kirche aus sind es dann auch keine 500 Meter bis zum nächsten Höhepunkt in Bislich: dem Museum. Mit dem Heimat-, Rhein-Deich und Ziegelmuseum werden hier gleich drei Museen unter einem Dach vereint. Lebensbedingungen und Lebensweisen der Vorfahren am Niederrhein stehen hier auf anschauliche Art und Weise im Mittelpunkt. Nach Absprache sind Führungen, auch kombinierbar mit einer Führung durch Dorf und Kirche, möglich.

Wen es dann so langsam, aber sicher nach Hause zieht, der sollte unbedingt mit offenen Augen den Heimweg antreten. Denn mit dem Wanderweg am Ellerdonksee, der Obstplantage Clostermann, geführten Schifffahrten mit der "MS August" auf dem Diersfordter Waldsee, der Naturarena "Auf dem Mars", der zwölf Kilometer langen Storchen-Route oder den beliebten Gänse-Exkursionen gibt es weitere Anziehungspunkte, die einen Besuch in Bislich lohnenswert machen.

Quelle: RP
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