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Dinslaken
Ein tiefer Blick in die Stadtgeschichte

Dinslaken: Ein tiefer Blick in die Stadtgeschichte
Dinslaken. Das Museum Voswinckelshof beschäftigt sich mit der Geschichte Dinslakens - von der Prähistorie bis zur heutigen Zeit. Von Florian Langhoff

Das älteste Stück in der Sammlung des Museums Voswinckelshof kann man nicht direkt zur Stadtgeschichte Dinslakens zählen. Es ist eine Harpune die, neue Erkenntnisse haben es ergeben, aus dem Jahre 10924 vor Christus stammt. "Und das heißt, das damals schon Menschen hier gesiedelt haben", erklärt Dr. Peter Theißen, der Leiter des Museums. Im ersten Raum, der für die neue Dauerausstellung des Museums bereits fertiggestellt wurde, geht es um die Geschichte der Siedlung bis zum Mittelalter. Die urzeitlichen Harpunen haben dabei einen besonderen Platz: Künstler Alfred Grimm hat ein großformatiges Kunstwerk geschaffen, dass Menschen zeigt, die mit diesen Werkzeugen in der Hand auf die Jagd gehen. "Das macht dieses Ausstellungsstück viel lebendiger", erklärt Dr. Peter Theißen. Und tatsächlich: Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie mit den Instrumenten Beute gemacht wurde.

Direkt nebenan gibt es einen, im wahrsten Sinne des Wortes, tiefen Einblick in die Stadtgeschichte. Ein Loch im Boden, mit einer stabilen Glasplatte bedeckt, erlaubt den Besuchern einen Blick auf die Fundamente des Museums. Diese Bodenvitrine wurde bei der Renovierung des Museumsbaus geschaffen. "Früher hat man die Gebäude alle auf Holzstützen gebaut", erklärt der Museumsleiter. Diese wurden durch das Wasser im Boden konserviert, doch mit Absinken des Grundwasserspiegels verwitterten sie und führten zum Absinken des Gebäudes. Jetzt ruht dieses auf neuem Pfählen und einem Stahlbeton-Fundament. Dieses können die Besucher durch den Blick in den Untergrund mit dem alten Unterbau des Gebäudes vergleichen.

Hier präsentiert sich die Stadtgeschichte auch mit modernster Technik. Via Touchscreen können die Besucher wichtige Urkunden aus der Stadtgeschichte (samt Übersetzung) auf den Bildschirm zaubern. Dazu kommt historisches Kartenmaterial, mit dessen Hilfe sich die Entwicklung der Stadt verfolgen lässt. Eine Vitrine an der Wand zeigt die Geschichte des Geldes in Dinslaken. "Wir haben hier einen Großteil der bekannten Dinslakener Pfennige, die es noch gibt", erklärt Theißen. Außerdem lagern hier einige Milliarden. Allerdings Reichsmark-Scheine aus Zeiten der schnellen Inflation, in denen Arbeiter ihren Lohn teilweise in Schubkarren nach Hause fuhren.

Das Thema Arbeit lässt sich im nächsten Raum ganz gut nachvollziehen. Denn hier wird die Geschichte vom Handwerk zur Industrie erzählt. "In Dinslaken fand die Industrialisierung erst 80 bis 90 Jahre nach den Daten statt, die in der Forschung normalerweise genannt werden", erklärt Dr. Peter Theißen. Erst mit der Eröffnung des Thyssen-Walzwerkes und der Zeche Lohberg kam die Industrie nach Dinslaken. Und prägte durch den Zuzug der Arbeiter natürlich auch die Siedlungsgeschichte der bis dahin recht ländlichen Ortschaft. "Das hat zu großen gesellschaftlichen Veränderungen geführt", berichtet der Museumsdirektor. Im Raum gibt es zahlreiche Werkzeuge und Maschinen zu bestaunen und über Film- und Tonaufnahmen zu erleben. Bis März sollen auch die anderen Teile der neuen Ausstellung fertig sein, mit weiteren Ausstellungsstücken aus dem Museumsfundus. "Man kann nicht nur mit Medien arbeiten. Diese Stücke sind wichtig, um Geschichte zu zeigen", sagt Theißen.

Quelle: RP
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