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Reportage Am Montag
Ein Zeltlager der besonderen Art

Reportage Am Montag: Ein Zeltlager der besonderen Art
Während der Dinslakener Pfadfinder Till Ewich (rechts) mit seinen Mitstreitern das Seil hält, balanciert die französische Austauschschülerin Sylvaine Callies, die gerade bei den Dinslakenern zu Gast ist, über das Seil. FOTO: Florian Langhoff
Dinslaken. Die Pfadfinder des Stammes Sankt Vincentius aus Dinslaken nahmen am Diözesanzeltlager der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg am Auesee im Wesel teil und hatten dort jede Menge Spaß bei Spielen und beim Schwimmen im See. Von Florian Langhoff

Dinslaken/Wesel Die Sonne scheint über dem Weseler Auesee. Auf dem Gelände des Freibades, wo sich sonst die Weseler bei so einem Wetter sonnen würden, ist eine kleine Stadt aus Zelten entstanden. Das Diözesanlager der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Münster findet am Ufer statt. Rund 3500 Pfadfinder aus 79 Pfadfinderstämmen aus dem gesamten Gebiet der Diözese Münster treffen hier zusammen. Mit dabei: die Pfadfinder des Stammes Sankt Vincentius aus Dinslaken. Franziska Vogt vom Stammesvorstand der Dinslakener Pfadfinder hat gerade alle Hände voll zu tun. "Wir führen hier gerade ein ziemlich großes Spiel mit vielen unterschiedlichen Stationen durch. Die Pfadfinder sind gerade alle auf dem ganzen Gelände unterwegs", erklärt sie.

Dabei ist das Diözesanzeltlager an sich schon etwas besonderes. Denn die letzte Veranstaltung dieser Art fand vor zehn Jahren statt. "Die Vorplanung alleine dauerte rund drei Jahre", erklärt Benjamin Gust, Pressereferent des Diözesanverbandes der Pfadfinder. "Man muss bedenken, dass die Pfadfinder alle ehrenamtlich unterwegs sind und das alles neben der normalen Arbeit und den üblichen Aufgaben machen." Da ist die Organisation einer solchen Großveranstaltung, mit allen dazugehörenden Aufgaben, natürlich ein Mammutprojekt. "Wir freuen uns, dass wir so einen guten Standort gefunden haben. Und wenn man sich das Zeltlager jetzt anschaut, dann hat sich der Aufwand gelohnt", erklärt Gust weiter.

Bei einem Spiel müssen die Jungpfadfinder aus Dinslaken versuchen, mit einer Tuchschleuder einen Ball in einen Karton zu befördern. Das gelingt nach kurzer Probephase perfekt. FOTO: Langhoff Florian

Im Zeltdorf, in dem die Dinslakener Pfadfinder ihre Zelte aufgeschlagen haben, herrscht ein wenig Leere. Denn zum Großspiel, in das alle Pfadfinder des Zeltlagers eingebunden sind, gilt es Aufgaben an verschiedenen Stationen auf dem Gelände des Zeltlagers zu meistern. So sind die 56 Pfadfinder, die aus Dinslaken angereist sind, alle beschäftigt. Dabei war die Anreise schon etwas Besonderes. "Wir sind alle zusammen mit dem Fahrrad hier hergefahren. Die Strecke war gut zu bewältigen, und das war ein schönes Naturerlebnis", erzählt Franziska Vogt. Die Zelte wurden zum Aufbau nachgeliefert. Apropos Naturerlebnis: Mobiltelefone sind bei den Pfadfindern nicht gern gesehen. "Wir haben nichts gegen die digitale Welt, aber wir möchten im Zeltlager die Gemeinschaft fördern", sagt Benjamin Gust. "Es ist auch mal ganz schön, nicht alle paar Minuten auf das Smartphone zu schauen", ergänzt Franziska Vogt.

Am Ufer des Sees sind die Jungpfadfinder aus Dinslaken gerade an einer der Spielstationen beschäftigt. Mit einem Tuch sollen sie eine Schleuder bauen, damit dann einen auf das Tuch geworfenen Ball in einen Karton befördern. "Ach. Das schaffen wir doch wohl", sagt die zwöljährige Malin. Ganz so einfach ist die Aufgabe aber nicht, da gerade eine leichte Brise über den See weht. Doch nach einigen Testläufen meistern die Jungpfadfinder aus Dinslaken die Aufgabe perfekt. "Die Spiele machen wirklich Spaß", sagt die zwölfjährige Anouk. Noch mehr Spaß haben die Pfadfinder bei dem warmen Wetter allerdings bei der Abkühlung im See - und bei den abendlich stattfindenden Parties, bei denen die Pfadfinder jeweils in unterschiedlichen Altersstufen zusammen feiern.

Auch die "Rover", die älteren Mitglieder der Pfadfinder aus Dinslaken, haben sich zu den Spielen aufgemacht. Nachdem sie schon mehrere Stationen bewältigt und sich mit anderen Pfadfindergruppen zusammengetan haben, wartet eine besondere Aufgabe auf sie. Sie müssen ein Seil gespannt festhalten, über das zwei Pfadfinder gleichzeitig balancieren sollen. Eine davon ist die französische Austauschschülerin Sylvaine Callies, die gerade bei den Dinslakener Pfadfindern zu Gast ist. Die Gemeinschaftsarbeit gelingt und nach einer Runde auf dem Seil, ist Silvaine schnell zurück am Boden. "Es war schon etwas spannend, auf dem Seil zu laufen", sagt die 16-Jährige.

Die älteren Pfadfinder haben, genau wie ihre jüngeren Stammesmitglieder, viel Spaß im Feldlager in Wesel. "Der große Platz mit dem See ist ganz cool. Man kann jederzeit zur Abkühlung schwimmen gehen, wenn man Lust hat", sagt der 17-jährige Till Ewich. "Es macht auch Spaß, die ganzen anderen Pfadfinder kennenzulernen, die hier sind", erzählt er weiter. Dazu bieten das groß angelegte Spiel und die großen Zeltdörfer im Zeltlager natürlich die beste Gelegenheit. Für die Dinslakener Pfadfinder hat sich die Reise an den Auesee also gelohnt.

Quelle: RP
 
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