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Dinslaken
Eine Fahrradwerkstatt für die Fliehburg

Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt
Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt FOTO: dpa, fg nic
Dinslaken. Der Förderverein der Flüchtlingsunterkunft plant für die aktuell 653 Bewohner außerdem eine Nähwerkstatt. In einer offenen Mitgliederversammlung am 25. November werden die Projekte vorgestellt. Alle Bürger sind dazu eingeladen. Von Hendrik Gaasterland

In der Dinslakener Fliehburg leben aktuell 653 Menschen aus 31 Nationen. Es gibt 116 Familien und 210 Singlehaushalte, bestehend aus 126 Frauen, 340 Männern und 187 Kindern. Sie alle verließen ihre Heimatländer auf Grund von Vertreibungen, Hunger, Elend, Bürgerkriegen, Misshandlungen, ethnischen Konflikten oder politischen Kriegen. Im Juni 2014 gründete sich der Förderverein Fliehburg, der die ohnehin im Übergangswohnheim tätigen Gruppen und Vereine unterstützen und stärken will. Vorsitzende ist Lilo Wallerich. "Zweck des Fördervereins ist, die Lebenssituation der aufgenommenen Flüchtlinge zu verbessern", erklärt der zweite Vorsitzende des Fördervereins, Guido Busch.

Seit der Gründung sind bereits zahlreiche Projekte durch den Förderverein in der Fliehburg angestoßen und auf den Weg gebracht worden. Er kümmerte sich um Sprachunterricht, Lernhilfe, Kinderbetreuung, Verkehrsunterricht, Freizeitangebote sowie um die Ausgestaltung von Räumen und Plätzen für die Aktivitäten. Außerdem half der Verein bei Wohnungssuche und Behördengängen sowie bei der Kontaktpflege mit Familien und Einzelpersonen. Die situative und individuelle finanzielle Hilfe - zum Beispiel für Klassenfahrten oder für die Grundausstattung in der Schule - gehörte auch dazu. "Wir wollen die Menschen nicht nur in ihrem Leben in der Fliehburg unterstützen, sondern ihnen auch bei der Integration in die Gesellschaft helfen", meint Guido Busch.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Die finanziellen Mittel werden ausschließlich durch Mitgliederbeiträge und Spenden aufgebracht. "Bei der Gründung hatte der Förderverein rund zehn Mitglieder, im vergangenen Oktober waren es schon 54 - die Tendenz ist weiter steigend", berichtet der zweite Vorsitzende, der nicht nur alle Mitglieder zur offenen Mitgliederversammlung am Mittwoch, 25. November, ab 18 Uhr in die Fliehburg einlädt, sondern auch alle interessierten Bürger.

Auf der Agenda der Versammlung steht unter anderem die Vorstellung weiterer geplanter Aktionen. In einen Container, der noch ausgebaut wird, soll eine Fahrradwerkstatt einziehen, die mit Werkzeugen und Ersatzteilen vollständig ausgestattet wird. "Die Bewohner können ihre Fahrräder verkehrssicher machen lassen oder zusammen im Team ihre Räder reparieren. Wenn sie es gemeinsam machen würden, hätte es den Vorteil, dass sie eine Beschäftigung und eine Tagesstrukturierung hätten", sagt Guido Busch. Außerdem soll eine Nähwerkstatt installiert werden, in der den Menschen in Kleingruppen das Nähen beigebracht wird. "Der Förderverein setzt sich nicht nur finanziell, sondern auch persönlich ein. Lilo Wallerich ist zum Beispiel fast jeden Tag vor Ort, um zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten."

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Der (Mindest)Mitgliedsbeitrag im Förderverein beträgt zehn Euro im Jahr. Spenden und der Mitgliedsbeitrag sind steuerlich absetzbar. Informationen sind bei jedem Vorstandsmitglied oder bei der Vorsitzenden Lilo Wallerich unter der Rufnummer 02064 96911 oder per E-Mail an l.wallerich@gmx.de erhältlich.

Quelle: RP
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