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Dinslaken
Eine gute Idee wird zehn Jahre alt

Dinslaken: Eine gute Idee wird zehn Jahre alt
Cläre Ahrens, Susanne Eschke, Christiane Hetzel, Gabriele Cochè-Schüer, Anne Janssen und Barbara Baratie (von links) FOTO: Markus Weissenfels
Dinslaken. Unternehmerinnen-Forum Niederrhein wächst ständig. Netzwerkerinnen aus Duisburg sowie den Kreisen Wesel und Kleve treffen sich viermal im Jahr zum Erfahrungsaustausch. Von Gabi Kowalczik

Eine große Gruppe von Frauen, alle gestandene Unternehmerinnen, teils sogar in der gleichen Branche tätig. Genau genommen also Konkurrentinnen. Wer dabei jetzt an Stutenbissigkeit denkt, liegt voll daneben. Denn das Gegenteil sei der Fall, betonen die Mitglieder des "Unternehmerinnen-Forums Niederrhein" - und wer sieht, wie herzlich die Aktiven des Netzwerks miteinander umgehen, der glaubt ihnen das auch.

Seit mittlerweile zehn Jahren funktioniert das Miteinander im Forum. Ein stolzer Geburtstag, wie Anne Janssen von der Entwicklungsagentur Wirtschaft (EAW) des Kreises Wesel betont. "Es werden viele Foren gegründet", sagt sie. So lange zu bestehen und den Austausch lebendig zu halten, das sei die Kunst.

Genau das sei mit harter Arbeit verbunden, gibt Gabriele Cochè-Schüer, Vorstandsvorsitzende des Forums, ganz offen zu. Zu Beginn 2005 habe das Netzwerk eine zweijährige Anschubfinanzierung aus EU-Fördermitteln erhalten, danach gründeten die Aktiven einen Verein, der bis heute stetig wächst. "Dazu bedarf es aber einer professionellen und strukturierten Führung", weiß Cochè-Schüer. "Um die zu bekommen, haben wir uns beim Aufbau unseres Netzwerks dafür entschieden, eine Geschäftsführung einzurichten."

Viermal im Jahr treffen sich die Unternehmerinnen, die hauptsächlich aus den Kreisen Wesel und Kleve, aber auch aus Duisburg und sogar den Niederlanden stammen, an wechselnden Orten zu Impulsvorträgen und zum Austausch in schöner Atmosphäre. Einerseits seien diese Veranstaltung als entspannter Ausgleich zur harten Arbeit gedacht, erklärt Gabriele Cochè-Schüer. Auf der anderen Seite sei besonders der Austausch den Frauen enorm wichtig für ihre Arbeit und letztlich ja auch Sinn und Zweck des Netzwerkens, fügt Barbara Baratie, Geschäftsführerin des Unternehmerinnen-Forums hinzu. Und allein unter Frauen sei der Austausch ein besonderer und anderer als mit männlichen Kollegen, betont Baratie. Unter den Unternehmerinnen gehe es nicht immer nur ums nackte Geschäft. Da komme auch Persönliches zur Sprache, wie sich der Job am besten mit Familie und Kindern vereinbaren lasse etwa. "Es geht eben auch ums Zwischenmenschliche", bringt es Barbara Baratie auf den Punkt.

Einen weiteren Vorteil in einem reinen Frauenforum sieht die Weseler Unternehmerin Susanne Eschke darin, "dass Frauen auch Scheitern zugeben können", ihre Erfahrungen offener mit anderen teilen. "Öffentlich über Misserfolge reden? Das ist für Männer viel schwerer", ist sie überzeugt. Durch diese Offenheit untereinander gebe es innerhalb des Forums eine unglaubliche Herzlichkeit, findet Christiane Hetzel.

Aber nicht nur im Gespräch miteinander, sondern auch in der Unternehmensgründung gehen Frauen anders vor als Männer, ist Cläre Ahrens überzeugt. "Wir gehen oft weniger Risiken ein, fangen klein an und arbeiten uns Schritt für Schritt vor." Sie selbst habe ihre Beratungsfirma etwa zehn Jahre von zu Hause aus geleitet, bevor sie Büroräume angemietet habe.

Quelle: RP
 
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