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Serie Anne Bude
Eine Verkaufshalle für alle Fälle

Serie Anne Bude: Eine Verkaufshalle für alle Fälle
Angestellte Michaela Ersoy bedient Patrick Pauls und seine Töchter Alisha (7) und Zoey (4). FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. An der Augustastraße 50a in Dinslaken bekommen die Kunden fast alles, was das Herz begehrt - auch am Sonntag. Von Florian Langhoff

Dinslaken Sie gehört irgendwie dazu - schon seit gut zehn Jahren steht Michaela Ersoy regelmäßig am Tresen der Verkaufshalle an der Augustastraße 50a. "Den Kiosk gibt es allerdings schon wesentlich länger", berichtet die Frau, die jeden Kunden mit einem freundlichen Lächeln begrüßt. Der große Raum bietet Platz für ein breites Warensortiment und das geht weit über das hinaus, was man von einem normalen Kiosk so gewöhnt ist. Natürlich finden sich die Klassiker: gekühlte Getränke, Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften und die Boxen mit dem Naschwerk für Centbeträge, das in eine Tüte kommt. Damit hört es hier allerdings nicht auf. In einem Regal finden sich Konserven mit Gemüse, Brot und sogar Backmischungen. Und kalt gehalten werden hier nicht nur die Getränke, sondern auch Butter und Margarine. "Wir haben eigentlich alles hier", sagt Ersoy, und wer sich einmal umgeschaut hat, kann und mag ihr nicht widersprechen. Ein Ständer mit Romanen gehört neben den Zeitschriften auch zum Angebot, und sogar Geschenkpapier findet sich im Sortiment der Verkaufshalle. Es gibt Gebäck, an jedem Morgen frische Brötchen - und immer frischen Kaffee. Selbstverständlich.

Wegen dieses Kaffees kommt Stammkunde Dieter Seidel, den man als Platzwart von Möllen und unter dem Spitznamen "Toto" kennt, extra mit seinem Roller aus dem Voerder Stadtteil Möllen an die Augustastraße gefahren. "Der Kaffee hier ist richtig lecker und man kann ihn zu jeder Tageszeit bekommen", sagt er.

Oft nimmt er sich auch Zeitungen oder Zeitschriften oder noch eine Kleinigkeit zu essen mit. "Die Bedienung hier ist immer richtig freundlich. Da kommt man gerne wieder", sagt der Möllener. Mit dem hochgelobten Kaffee stellt er sich gern noch auf einen kleinen Plausch zu einem der anderen Stammkunden des Kiosks. Man kennt sich hier. "Wir haben sehr viele Kunden, die regelmäßig nachmittags kommen. Die trinken dann einen Kaffee, essen noch ein Teilchen und plaudern miteinander", erzählt Michaela Ersoy.

Aus der Nachbarschaft hat sich gerade auch Patrick Pauls mit seinen Töchtern Alisha (7) und Zoey (4) auf den Weg zum Kiosk gemacht. "Wir kommen teilweise sogar mehrmals am Tag her, um etwas zu kaufen", berichtet der Familienvater. Meistens sind es Kleinigkeiten, die gerade gebraucht werden oder beim Einkauf vergessen wurden. "Manchmal einen Kaffee, einen kleinen Snack oder etwas Süßes", erzählt er. Bei dem heutigen Besuch ist Letzteres gewünscht. Michaela Ersoy greift also zur kleinen Schaufel für die bunten Süßigkeiten in den Plastikdosen auf dem Tresen und füllt auf Zuruf der Nummern eine Papiertüte mit den kleinen Leckereien für zwischendurch.

Doch die Kunden kommen längst nicht nur aus der direkten Kiosk-Nachbarschaft. "Natürlich haben wir viele Kunden, die in der Nähe wohnen, aber eigentlich kommen sie von überall her", erzählt Michaela Ersoy. Kaufen weniger Kunden in der Verkaufshalle, weil auch Discounter oder Tankstellen ihre Öffnungszeiten ausdehnen? Ersoy verneint. "Hier in der Umgebung hat eigentlich niemand länger auf als wir im Kiosk", sagt sie. Unter der Woche ist die Verkaufshalle von 5 bis 22 Uhr geöffnet. Am Sonntag öffnet der Kiosk erst um 6 Uhr.

Und bei dem Warenangebot in der Verkaufshalle - von Holzkohle für den Grill im Regal bis zur Fertigtorte in der Kühltruhe - können wahrscheinlich auch die wenigsten Tankstellen mithalten. "Wenn jemandem am Sonntag das Essen ausgeht, dann wird er hier im Kiosk sicher noch fündig", sagt Michaela Ersoy. Und lächelt freundlich.

Quelle: RP
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