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Serie Anne Bude
Eine Verkaufshalle zum Wohlfühlen

Serie Anne Bude: Eine Verkaufshalle zum Wohlfühlen
Verkaufshallen-Inhaber Diethelm Schänzer steht seit drei Jahrzehnten an der Böskenstraße hinter dem Tresen und versorgt seine Kundschaft mit Süßigkeiten, Getränken, Presseartikeln und Zigaretten. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. An der Böskenstraße in Friedrichsfeld steht Diethelm Schänzer seit 30 Jahren hinter dem Tresen in seiner Verkaufshalle. Im dazugehörigen Aufenthaltsraum treffen sich die Kunden auch zum Kartenspielen und gemütlichem Beisammensein. Von Florian Langhoff

VOerde Man schreibt das Jahr 1985: Boris Becker gewinnt Wimbledon, das Wrack der Titanic wird entdeckt, und Marty McFly reist im gleichnamigen Film "Zurück in die Zukunft". In Friedrichsfeld steht in jenen Tagen Diethelm Schänzer zum ersten Mal in seiner Verkaufshalle hinter dem Tresen und versorgt seine Kundschaft mit Süßkram, Presseartikeln, Zigaretten und Getränken. "In den drei Jahrzehnten hat sich vieles verändert", erzählt der Inhaber der Verkaufshalle Schänzer an der Böskenstraße im Voerder Stadtteil.

Und in diese strömen beständig Kunden zur Tür hinein und wieder hinaus. Wie schon Anfang der 1970er-Jahre, als die Verkaufshalle eröffnete, sind es viele Mitarbeiter der Firmen aus dem benachbarten Gewerbegebiet. "Das ist für mich ein echter Glücksfall", erklärt Diethelm Schänzer. Viele der Arbeiter kommen vor oder nach ihrer Schicht am Kiosk vorbei. Seine Stammkundschaft, zusammen mit den Menschen, die in der Nachbarschaft wohnen. Und Stammkundschaft braucht man heute, denn das Leben als Verkaufshalleninhaber ist nicht leichter geworden. "Mittlerweile haben die Discounter selbst am Samstag bis 22 Uhr auf und die Tankstellen teilweise 24 Stunden jeden Tag. Das gab es früher nicht und da können wir auch nicht mithalten", erklärt Diethelm Schänzer.

Im Aufenthaltsraum des Kiosk hat es sich Stammkunde Siegfried Strauß gemütlich gemacht. Hier wird gerne geklönt oder man spielt Karten.

Dabei sind auch die Öffnungszeiten seiner Verkaufshalle schon sehr lang. Täglich ist diese bis 22 Uhr geöffnet, unter der Woche ab 5.30 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr. "Die Arbeitszeiten sind auch nicht für jeden geeignet. Vermutlich gibt es auch deshalb immer weniger Kioske und Trinkhallen", erklärt er. Dabei bietet Diethelm Schänzer seinen Kunden aber mehr, als nur eine Einkaufsmöglichkeit. "Handel ist Wandel", verrät der Verkaufshallen-Inhaber sein Motto fürs Geschäftsleben. Und diesem folgt er auch. So betreibt er in seinem Geschäft seit rund fünf Jahren einen Paketshop. Kunden kommen vorbei, bringen ihre Sendungen oder holen diese in der Verkaufshalle ab. "Das wird sehr gerne genutzt. Vor allem, weil die Kunden so keine Lieferung verpassen, wenn sie mal nicht zu Hause sind", erklärt Diethelm Schänzer.

Zudem sorgt, neben dem üblichen Warenangebot, ein Kaffeeautomat dafür, dass die Kunden auch schnell einen Kaffee zum Mitnehmen bekommen können. "Das ist in den vergangenen Jahren ein immer größeres Thema geworden", verrät der Verkaufshallen-Inhaber. Wer mehr Zeit mitbringt, kann vom begehbaren Verkaufsraum aber auch in den Aufenthaltsraum des Kiosk gehen. Hier treffen sich die Stammkunden zum Klönen oder Kartenspielen. "Das ist auch ein wenig Kneipenersatz", sagt Diethelm Schänzer. So gibt es im Kiosk auch einen Sparclub, der immerhin 120 Mitglieder zählt. Einige davon nehmen regelmäßig am Kirmesschießen in Friedrichsfeld teil. Und das recht erfolgreich, wie die Pokale in einer Vitrine über dem Verkaufstresen beweisen.

Während Diethelm Schänzer weitere Kunden bedient, gönnt sich Stammkunde Siegfried Strauß im Aufenthaltsraum ein Feierabendbier zum Wochenende. Er mag die Verkaufshalle an der Böskenstraße. "Man wird hier immer sehr schnell und freundlich bedient", erzählt er. "Außerdem kann man hier im Aufenthaltsraum immer ein bisschen quatschen und trifft meistens Kollegen oder bekannte Gesichter. Das ist schön", erklärt er weiter.

So ist die begehbare Verkaufshalle mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit. Sie ist ein geselliger Treffpunkt für die Menschen, an dem man auch einen Teil seiner Freizeit verbringen kann.

Quelle: RP
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