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Hünxe
Eine vollkommene Schönheit

Hünxe. Schloss Gartrop hat sich in eine Schönheit verwandelt. Nach sechsjähriger Renovierung erstrahlt das vormals heruntergekommene Anwesen in nie da gewesenem Glanz. In Kürze wird es vollkommen sein. Vollbracht hat dies Peter Blumrath – mit Leidenschaft, Begeisterung und viel Geld. Von Ralf Schreiner

Rauschende Ballnächte feiern, Konzerte genießen, in frei stehenden Badewannen Champagner schlürfen, dabei den über Kuhwiesen aufsteigenden Mond betrachten, aus altenglischen Ledersesseln ins knisternde Kaminfeuer träumen und bei einem Spaziergang durch den Schlosspark nachschauen, ob jemand das Leck geschlagene Boot aus dem Burggraben gerudert hat.

Schloss Gartrop macht Träume wahr. Die von Hotelgästen, die das Besondere lieben. Und die eines Schlossherrn, der vor sechs Jahren mit seinen Kindern zu einer "unangemeldeten Besichtigung" über den Zaun des Anwesens stieg und sofort spürte, dass dieser Ort etwas Besonderes hat. Dr. Peter Blumrath verliebte sich in das Barockschlösschen. Seit 2004 gehört es ihm.

Von Anfang an hatte der neue Besitzer mit dem Anwesen Großes vor. Er wollte einen Ort schaffen, der berührt – "durch eine schlichte, vornehme Architektur, durch Qualität, kulturelle Begegnungen und Begegnungen von Mensch zu Mensch, durch Möglichkeiten der Besinnung und Stille, durch Lebenslust und Freude am Feiern". Nach sechs Jahren steht Blumrath kurz vor dem Ziel. Die Umbau- und Restaurierungsarbeiten gehen in die letzte Phase. Ende des Jahres sollen sie abgeschlossen sein.

21 Zimmer wird das Schloss-Hotel dann haben. Die im Hauptgebäude werden schon jetzt vermietet. Zwei weitere entstehen in den beiden Torhäusern, sechs in der Alten Rentei über dem großen Galeriesaal. Der ehemalige Pferdestall ist ein Ort zum Tafeln und Tanzen geworden, die ersten Hochzeiten sind gefeiert, auch Konzerte hat es bereits gegeben.

Rechts an den Saal schließt sich die Küche an, links die Orangerie. Der ehemalige Kuhstall, komplett mit Eiche verkleidet, wirkt hell und luftig, durch die Fenster blickt man auf den Burggraben. Am Kopf des Tonnengewölbes ist eine Bar untergebracht, die später zugleich als Rezeption dienen soll. Hinter der Küche entstehen drei weitere Wohneinheiten im Landhausstil. Blumrath selbst wird den hinteren Flügel der ehemaligen Wirtschaftsgebäude beziehen – hier entsteht derzeit ein 140 Quadratmeter großes Refugium.

Der Hof hinter der Rentei ist mit antikem Kopfsteinen aus Belgien gepflastert. Ein "blauer Stein" ziert den Boden des Raumes hinter der Orangerie: pierre église, ebenfalls aus Belgien, strahlt angenehme Kühle aus. Das wiederum passt zu dem alten Brunnen, der dort bei Umbauarbeiten gefunden wurde und in das Raumkonzept eingebunden werden soll.

Peter Blumrath wusste von Anfang an, dass Schloss Gartrop ein Abenteuer würde, auch in finanzieller Hinsicht. Er ahnte, dass nicht alle Pläne und Ideen sich eins zu eins würden umsetzen lassen. Mehr als einmal ist er an seine Grenzen gestoßen. Manches Problem hat ihm schlaflose Nächte bereitet.

Aber er hatte einen langen Atem. Das Durchhalten hat sich gelohnt. Was Peter Blumrath mit einer hoch motivierten Handwerkertruppe im Rücken und unter Aufsicht der Denkmalbehörde geschafft hat, verdient Lob. Der Schlossbesitzer bekommt es regelmäßig. Rund 6000 Besucher hat er mittlerweile über sein Anwesen geführt. Alle waren begeistert von der schlichten und doch so vornehmen Architektur, von all der Schönheit und Eleganz.

"Die Menschen spüren meinen Enthusiasmus, sie sehen, wie viel Liebe und Begeisterung darin steckt", sagt Peter Blumrath. Das zeigt sich im Innern des Schlosses und setzt sich in den großzügigen Außenanlagen mit den weitläufigen Wassergräben fort. Alle Zimmer im Herrenhaus sind individuell mit alten Stilmöbeln eingerichtet; ausgewählte Antiquitäten und moderne Designerstücke setzen Akzente. An den Wänden hängen alte Stiche und Ölgemälde neben zeitgenössischer Malerei. Viel Leder und sehr viel feiner Stoff wurden verarbeitet. Hier steht eine asiatische Skulptur, dort auf dem Sekretär der gerahmte Originalbrief eines längst verstorbenen Papstes. Jedes Zimmer ist mit einem Kamin ausgestattet, jedes bietet großartige Blicke auf Weiden, Wiesen, Wasser, Bäume. Ob im Entree, im Raucher- und Lesezimmer oder Bankettsalon – wo immer der Gast sich bewegt, umweht ihn die Vergangenheit, aus der dezent eine Brücke in die Gegenwart führt. Alles ist fein durchdacht und aufeinander abgestimmt, nichts wirkt aufdringlich oder gar protzig.

Der Hotelbesitzer rechnet fest damit, dass nach Abschluss aller Umbauarbeiten auch vermehrt Individualreisende nach Gartrop finden. Eines verspricht er ihnen bereits jetzt: Der Weg lohnt sich.

Quelle: RP
 
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