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Voerde
Emmelsum im Blick der Filmkamera

Voerde: Emmelsum im Blick der Filmkamera
Auch die Schleuse Emmelsum kommt in dem Film der Berliner Regisseurin Eva Könnemann vor. FOTO: Heiko Kempken
Voerde. Berliner Regisseurin Eva Könnemann drehte ein 30-minütiges Porträt über den Voerder Ortsteil. Von Petra Keßler

Über den Ort Emmelsum lässt sich nicht allzu viel sagen? Was Eva Könnemann da auf der städtischen Internetseite zum Dorf im Voerder Norden las, weckte ihre Neugier - und mündete am Ende in ein knapp 30-minütiges Porträt, das für den Deutschen Kurzfilmpreis 2015 in der Kategorie "Dokumentarfilm" nominiert wurde. Die Verleihung ist heute in der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. "Das offenbare Geheimnis" ist der Titel des Beitrags von Eva Könnemann.

Aber der Reihe nach: Es war per Zufall, dass die Regisseurin auf den Voerder Ortsteil aufmerksam wurde. Als sie für eine Arbeit über Wappen recherchierte, stieß sie im weltweiten Netz auf das Emmelsumer Emblem, das ihr wegen der dort abgebildeten Biene auf grünem Grund ins Auge fiel.

Das Motiv steht im Zusammenhang mit einem Ereignis Mitte des 19. Jahrhunderts - das einzige Mal, dass Emmelsum geschichtlich nachgewiesen hervorgetreten sei, heißt es auf der Homepage der Stadt. Zu jener Zeit bekam der Ort nämlich eine eigene Schule und die gab sich ein Siegel, auf dem ein Bienenkorb mit Bienen abgebildet war.

Eva Könnemann wollte mehr über dieses Dorf wissen, über das es aus der Ferne nicht viel herauszufinden gab. Die Bescheidenheit, die Zurückgenommenheit, mit der Emmelsum auftritt, hatten ihr Interesse entfacht. Also machte sich die Berlinerin eines Tages per Zug auf den Weg Richtung Niederrhein, kam in Voerde an, schaute sich in Emmelsum um, ging dort spazieren und machte auch einige Fotos.

Die erste Annäherung an den ihr völlig fremden Ort und seine Menschen war nicht ganz einfach. Zum einen, weil sie kaum Leute auf der Straße traf, zum anderen, weil ihr zunächst mit "etwas Misstrauen" begegnet wurde, wie sie erzählt - was sich später aber umkehren sollte.

Ein wichtiger Türöffner war für die Berlinerin ein Kunstlehrer aus Friedrichsfeld, auf den sie ein ihr bekannter Hamburger Galerist hingewiesen hatte. Über diesen Lehrer lernte Eva Könnemann einen Schüler aus Emmelsum kennen. Allmählich wuchs der Kreis der Menschen, zu denen sie in Kontakt kam. Sie erzählten ihr vom Leben und von Besonderheiten auf dem Dorf. "So kam Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen dazu", berichtet Eva Könnemann, die sich in Emmelsum sehr freundlich aufgenommen fühlte.

Nicht fehlen durfte bei ihren Besuchen dort natürlich die Schleuse. Eine wichtige Station, wie sie sagt. Dort kam Eva Könnemann mit Schiffern ins Gespräch. Auch konnte sie an Bord gehen und mit durch eine Schleuse fahren. Wie das früher so war, davon erzählte ihr eine Frau, deren Vater der erste Schleusenwärter war. Auch beim Schützenfest des BSV "Bleib treu" Emmelsum - ein Fest, das sie so noch nicht miterlebt habe - lief die Kamera der Berlinerin mit.

Ihren Film über den Voerder Ort sieht sie nicht nur als reinen Dokumentarbeitrag. "Das ist ein sehr persönlicher Film", betont Eva Könnemann. Es geht auch um den Prozess der Suche und der Annäherung an das für sie fremde Dorf. Der Film beginnt mit einer Szene, in der zu hören ist, wie die Regisseurin mit jenem Kunstlehrer telefoniert, der ihr einen Kontakt zu den Menschen in Emmelsum ebnet.

Eva Könnemann lernt bei ihrer Suche und Annäherung einen ihr unbekannten Landstrich, eine andere Mentalität kennen. Die Berlinerin blickt mit den Augen einer Großstädterin auf das ländliche Leben, entdeckt Unterschiede, aber auch einige Gemeinsamkeiten. Ihren Dokumentarfilm, den sie im Frühjahr fertig stellte und der bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen bereits einen Preis erhielt, würde sie gerne auch an dem Ort zeigen, an dem er entstanden ist.

Quelle: RP
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