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Dinslaken/Voerde/Hünxe
Enttäuschung über Wahlausgang sitzt tief

Dinslaken/Voerde/Hünxe: Enttäuschung über Wahlausgang sitzt tief
Die Ergebnisse der Bundestagswahl boten am Sonntag Anlass für engagiert geführte Diskussionen. Bürgermeister Michael Heidinger (2.v.r) im Gespräch mit dem wiedergewählten SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Vöpel (2.v.l.), Volker Kobelt (l.) und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Buchmann. FOTO: Foto (3) Martin Büttner
Dinslaken/Voerde/Hünxe. Mit Dirk Vöpel (SPD), Marie-Luise Dött (CDU), Roman Müller-Böhm (FDP), Niema Movassat (Die Linke) und Uwe Kamann (AfD) vertreten künftig fünf Bundestagsabgeordnete den Dinslakener Wahlkreis in Berlin. Von Heinz Schild

Mit fünf Abgeordneten wird der Wahlkreis 117, den die Städte Dinslaken und Oberhausen bilden, im neuen Deutschen Bundestag vertreten sein. Am vergangenen Sonntag holte der Sozialdemokrat Dirk Vöpel sich mit 38,5 Prozent der abgegebenen Stimmen das Direktmandat. Des Weiteren ziehen über die Reservelisten ihrer Parteien ins Berliner Parlament ein: Marie-Luise Dött (CDU), Niema Movassat (Die Linke), Roman Müller-Böhm (FDP) und Uwe Kamann (AfD), wie der Landeswahlleiter gestern mittelte.

Einen Tag nach der Bundestagswahl mit dem verheerend schlechten Abschneiden von CDU und SPD saß bei etlichen Politikern die Enttäuschung über den Ausgang der Wahl noch immer tief. Die nächste Zeit werden die Parteien und ihre Funktionäre mit der Aufarbeitung des Wahlergebnisses beschäftigt sein, um daraus dann die notwendigen Konsequenzen für die künftige Parteiarbeit zu ziehen.

Die Wahlergebnisse im Blick: CDU-Fraktionschef Heinz Wansing (links) mit einigen Christdemokraten, unter ihnen der christdemokratische Stadtverbandsvorsitzende Rainer Hagenkötter (2.v.r.). FOTO: Martin Büttner

"Das war schon eine deftige Niederlage", sagte gestern Jürgen Buchmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Dinslakener Rat, zum Abschneiden der Sozialdemokraten. Dirk Vöpel gelang es zwar zum zweiten Mal, seinen Wahlkreis direkt zu holen, aber er musste empfindliche Stimmeneinbußen hinnehmen. In Dinslaken holte er 37,1 Prozent der Erststimmen, die SPD gewann 32,3 Prozent der Zweitstimmen. "Wir müssen nun alles in Ruhe analysieren, Schnellschüsse sind nicht gefragt", so Buchmann weiter. Der SPD-Fraktionschef, der mit einem so schlechten Abschneiden der Sozialdemokraten nicht gerechnet hatte, ist der Überzeugung, "dass ein paar Jahre der Opposition im Bundestag der SPD jetzt gut zu Gesicht stehen werden".

Niema Movassat von Die Linke freute sich gestern zwar, dass er 7,4 Prozent an Erststimmen für seine Partei hatte einfahren können und über den aussichtsreichen Listenplatz sechs in den Bundestag einziehen wird, doch zeigte er sich erschrocken über das Wahlergebnis der AfD. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Türen des Parlaments für diese Partei mit ihren rassistischen, sozialchauvinistischen und nationalistischen Parolen verschlossen geblieben wären."

Der Kandidat der Grünen, Patrick Voss (2.v.l.), hat den Sprung in den Bundestag nicht geschafft. FOTO: Büttner Martin

Trotz des Wahlsieges der christdemokratischen Bundestagskandidatin Sabine Weiss im Wahlkreis 113, zu dem auch Voerde und Hünxe gehören, kam bei Bernd Altmeppen, Chef des Voerder CDU-Stadtverbandes, keine richtige Freude auf, angesichts der Tatsache, dass bundesweit CDU-Wähler zur AfD herübergewechselt sind. Diese müssten zurückgeholt werden. Er sieht es daher als eine Zukunftsaufgabe der Christdemokraten an zu zeigen, dass die CDU die bessere Alternative ist und auch die die bessere Politik macht. "Die AfD kann kein aufrechter Demokrat wollen", sagt Altmeppen. Allerdings habe es in Deutschland immer Menschen gegeben, die sich zu den Rechtspopulisten hingezogen gefühlt hätten. Den Wahlerfolg, den die Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss errungen hat, führt Altmeppen auch darauf zurück, dass die CDU im Kreis hinter ihr gestanden und sie unterstützt hat. "Die Geschlossenheit in der CDU-Familie ist das Fundament, auf dem der Wahlsieg von Sabine Weiss ruht", ist Bernd Altmeppen überzeugt.

Wilhelm Windszus, Vorsitzender der CDU Hünxe, sieht auf Bundesebene nun die Stunde der Jamaika-Koalition (CDU, Grüne, FDP) gekommen. Eine Große Koalition der Christdemokraten mit der SPD ist für ihn kein Thema mehr. Dass die SPD sich in der Koalition erneuern will, hält Windszus für gut, zumal dann die AfD nicht die größte Oppositionspartei sei.

Quelle: RP
 
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