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Dinslaken
Eppinghoven braucht eine Kita

Dinslaken. Eltern der katholischen Kindertagesstätte Sankt Johannes haben Unterschriften für den Erhalt eines Kindergartens in ihrem Ortsteil gesammelt. Gestern übergaben sie eine Liste mit 883 Namen an Bürgermeister Michael Heidinger. Von Heinz Schild und Jörg Werner

Seitdem klar ist, dass die Kindertageseinrichtung (Kita) Auf der Brey, deren Träger die katholische Kirchengemeinde Sankt Vincentius ist, zum 31. Juli 2012 geschlossen werden soll, kämpfen die Eltern dafür, dass es auch in Zukunft eine solche Einrichtung in ihrem Ortsteil gibt. "Eppinghoven braucht einen Kindergarten", stand auf dem Transparent, das die Vertreter des Elternrats und die Kindergartenkinder ins Rathaus mitgebracht hatten, als sie dort Bürgermeister Dr. Michael Heidinger die Unterschriftenlisten überreichten.

Den Besuch der Elternvertreter im Rathaus bewertete das Stadtoberhaupt "als ein wichtiges Signal, das auch sehr ernst genommen wird". Er bekräftigte, alle Möglichkeiten prüfen zu wollen, ob ein Kindergarten, sei es ein zwei- oder ein dreigruppiger, in Eppinghoven wirtschaftlich tragfähig sei. Versprechungen wollte Bürgermeister Dr. Heidinger den Eltern nicht machen, doch sagte er zu, Kontakt zur katholischen Kirchengemeinde aufzunehmen, mit ihr Gespräche zu führen, um die Entwicklungsperspektiven für eine Kindertageseinrichtung als ortsnahes Angebot in Eppinghoven auszuloten.

Der Elternrat hat sich nicht nur Gedanken über die Zukunft gemacht, sondern bereits zahlreiche Gespräche geführt, ein Konzept erstellt und steht mit möglichen Trägern in Verbindung. Die Überlegungen wurden den Jugend- und Sozialpolitischen Sprechern der Fraktionen und Vertretern der Dinslakener Stadtverwaltung präsentiert.

Die Teilnehmer, so berichtete gestern Dirk Neuhaus, Sprecher des Elternrats, seien sich einig gewesen, den Kindergartenstandort Eppinghoven zu erhalten und sich dafür einzusetzen. Die Eltern halten es für möglich, die bestehende Einrichtung so auszubauen, dass dort Kinder unter drei Jahren aufgenommen, integrative Plätze und eine Ganztagsbetreuung angeboten werden können – wenn die Kirchengemeinde als Trägerin mitzieht und ihre Absichten aufgibt, das Areal für Wohnbebauung zu verkaufen.

Für einen möglichen Tagesstättenneubau wurde ein Erbbaugrundstück von einem Privatmann angeboten, wie Neuhaus weiter berichtete. Mit der Kaiserswerther Diakonie und "Outlaw", einer gemeinnützigen Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe aus Greven, gibt es zwei interessierte Organisationen, die beim Neubau einer dreigruppigen Einrichtung als mögliche Träger in Frage kommen. Die Eltern, denen eine christliche Bindung des künftigen Trägers wichtig ist, favorisieren inzwischen die Kaiserswerther Diakonie.

Pastor Theo van Doornick, gestern von der Rheinischen Post zur Position der Eppinghovener Eltern befragt, meinte, dass es natürlich auf jeden Fall wünschenswert sei, wenn der Kindergarten bei einem christlichen Träger bleibe. Auf die Frage, ob er sich denn für Eppinghoven eine ähnliche Lösung vorstellen könnte, wie beim Karl-Leisner-Kindergarten, der, wie sich das die Eltern wünschen, von der Caritas übernommen werden könnte, erklärte van Doornick: Ja, dass würde er sehr begrüßen , wenn die Caritas Träger der Kita im Averbruch werde, die Entscheidung liege allerdings bei der Stadt. Natürlich, so der Pfarrer, hätte er auch keine Einwände, wenn es in Eppinghoven zu einer Lösung mit der Caritas käme.

Quelle: RP
 
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