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Dinslaken/Voerde/Hünxe
Ergebnis der Sparkassenfusion: "Nispa"

Dinslaken/Voerde/Hünxe: Ergebnis der Sparkassenfusion: "Nispa"
Neues, großes Haus, aber kein Sparkassenhauptsitz mehr: das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße in Dinslaken. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken/Voerde/Hünxe. Die Vorbereitungszeit war kurz, der offizielle Name ist etwas länger. Aus der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und der Verbandssparkasse Wesel soll die Niederrheinische Sparkasse im Kreis Wesel, kurz "Nispa", werden. Von Jörg Werner

Ende Januar hatte die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe ihre finanzielle Schieflage verkündet und klar gemacht, dass sie eine Eigenkapitalspritze von 35 Millionen Euro braucht. Von da an ging's recht schnell.

Die Gewährträgerkommunen Dinslaken, Voerde und Hünxe konnten das benötigte Geld nicht aufbringen, eine Fusion schien der einzig gangbare Weg. Der Partner war schnell ausgeguckt: die Verbandssparkasse in Wesel. Am Dienstag, 23. Juni, sollen die Räte in Dinslaken, Voerde, Hünxe über den "Ehevertrag" entscheiden. Danach gehen 60 Prozent am vereinigten Institut an das Weseler Haus, das die Dinslakener rückwirkend zum 1. Januar 2015 "aufnehmen" wird. Auf die Kommunen des neuen Sparkassenzweckverbandes Wesel-Dinslaken verteilen sich die Anteile nach folgendem Schlüssel: 40,18 Prozent Wesel, 23,36 Prozent Dinslaken, 13,56 Prozent Hamminkeln, 11,83 Prozent Voerde, 6,26 Prozent Schermbeck und 4,81 Prozent Wesel. Sitz der vereinigten Sparkasse wird Wesel.

Angesichts der finanziellen Probleme ihres Hauses übernehmen Dinslaken, Voerde und Hünxe eine Garantie in Höhe von 20 Millionen Euro für vom Ausfall bedrohte Kredite. Sollten diese Kredite bedient werden, kommt die Garantie naturgemäß nicht zum Tragen. Wie hoch die Summe ist, die die betroffenen Kommunen also tatsächlich aufwenden und über ihre Haushalte bereitstellen müssen, wird sich frühestens in fünf bis zehn Jahren zeigen.

Der Vorstand wird aus zwei Mitgliedern und einem Stellvertreter bestehen, wobei im Vertrag nicht ausdrücklich geklärt ist, ob die beiden Vorstände gleichberechtigt sind. Da die Vorstände der beiden Häuser bislang aus jeweils zwei Mitgliedern bestehen, wird also ein Vorstandsmitglied im Rahmen der Fusion weichen müssen.

Das droht den Mitgliedern der bisherigen politischen Aufsichtsräte nicht, denn für die Übergangszeit der laufenden Wahlperiode soll der Verwaltungsrat des neuen Hauses aus der beachtlichen Zahl von 33 Mitgliedern bestehen, so dass auch die 15 bisherigen aus dem Verwaltungsrat der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe unterkommen werden. Erst ab der kommenden Wahlperiode wird die Anzahl der Verwaltungsräte reduziert auf den Vorsitzenden, elf von der Politik entsandte Vertreter und sechs Arbeitnehmervertreter. Die Politik aus Dinslaken (3), Voerde und Hünxe (jeweils 1) kommt dann gemeinsam auf fünf, die aus Wesel (5), Hamminkeln und Schermbeck (jeweils 1) auf siebenSitze.

Geregelt wird in dem Vertrag, über den die Räte entscheiden sollen, auch die Aufteilung der Gewerbesteuer auf die Kommunen, und die Verteilung der Gelder, die das neue Geldinstitut für Spenden und Sponsoring ausgeben wird. Sie werden gemäß der Anteile zu 60 Prozent im Gebiet von Wesel, Hamminkeln und Schermbeck eingesetzt und zu 40 Prozent in Dinslaken, Voerde und Hünxe. Die Aufteilung dieser Gelder auf die einzelnen Kommunen erfolgt in Anhängigkeit von den jeweiligen Kundeneinlagen.

Die beden selbstständigen Stiftungen der Sparkassen - die Bürgerstiftung in Dinslaken und die Jubiläumsstiftung in Wesel - bleiben als solche bestehen, die Stiftungszwecke, der Wirkungskreis und die Ausschüttung ihrer Erträge sind vom Zusammengehen der beiden Institute unberührt.

Quelle: RP
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