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Voerde
Erste Kindstaufe im Voerder Freibad

Voerde. Der Förderverein hatte für ein abwechslungsreiches Aktionswochenende an der Allee gesorgt. Von Corinna Meinold

Der strahlend blaue Himmel und die sommerlichen Temperaturen waren am Sonntagvormittag wie geschaffen für einen Freibadbesuch. Doch wo sich sonst auf der Wiese die Badegäste tummeln, stand an diesem Morgen ein improvisierter Altar aus einem Bierzelttisch mit weißer Decke und Blumenschmuck. Zahlreiche Gläubige hatten den Weg ins Freibad gefunden, um in entspannter Atmosphäre erstmals einen Gottesdienst auf der Wiese neben dem Schwimmbecken zu feiern.

Die Idee dazu hatte der Förderverein der Voerder Bäder immer schon mal, wie dessen Vorsitzender Prof. Dr. Günther Jacobi erzählte. Eigentlich sollte es zum zehnjährigen Bestehen des Vereins im vergangenen Jahr so weit sein, aber geklappt hat es erst vergangenen Sonntag im Rahmen des Aktionswochenendes im Freibad. Pfarrer Harald Eickmeier von der evangelischen Kirchengemeinde war sofort mit im Boot: "Das ist witzig mit den Geräuschen im Hintergrund und mitten im Leben, da kann man als Kirche gut dabei sein." Und wenn man schon am Wasser sei, müsse man auch ein Kind taufen, sagte Eickmeier zu Beginn des Gottesdienstes und begrüßte besonders die kleine Ronja mit ihren Eltern.

Ein wenig überrascht waren Monika und Martin Lacks genannt Ortmann schon, als Pfarrer Eickmeier ihnen den Vorschlag machte, ihre Tochter im Freibad taufen zu lassen. Da sie aber beide vom Land kommen und gerne draußen sind, waren sie "sofort begeistert" und dachten sich, dass eine Taufe im Freibad unter den alten Bäumen auch toll wäre. Und das war es auch, die Eltern strahlten mit der Sonne um die Wette. "Besser könnte es gar nicht sein", freute sich Vater Martin am Ende eines stimmungsvollen Gottesdienstes, den Ronja ganz gelassen auf dem Schoss von Mama Monika verbrachte, selbst das Taufwasser brachte die Kleine nicht aus der Ruhe.

Das Thema Wasser zog sich wie ein roter Faden durch den schön gestalteten Gottesdienst, der vom Posaunenchor Voerde musikalisch begleitet wurde. Als Harald Eickmeier daran erinnerte, dass Gottes Reich mit kleinen Kinderschritten in diese Welt kommt und daran, dass wir andere Menschen ebenso zum Leben brauchen, wie Wasser, hörte man es aus dem Schwimmbecken leise plätschern. Als Symbol für Gottes Segen überreichte der Pfarrer Ronjas Eltern ein Schneckenhaus, denn Schnecken haben die besondere Fähigkeit, ihre Häuser von innen zu heilen. Diese Fähigkeit, von innen heraus genügend Stärke zu haben, um bei allen Unwägbarkeiten des Lebens innerlich heil zu bleiben, wünschte Harald Eickmeier auch Ronja für ihr Leben. Außerdem gleiche kein Schneckenhaus dem anderen, jedes sei so unverwechselbar wie wir Menschen. In zwei Dingen unterscheidet sich Ronja in ihrem zarten Alter von einem knappen halben Jahr schon jetzt von anderen: Sie ist das jüngste Ehrenmitglied des Fördervereins Voerder Bäder und das erste Kind, das im Voerder Freibad getauft wurde.

Quelle: RP
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