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Dinslaken
Es geht um die Zukunft der Schulen

Dinslaken: Es geht um die Zukunft der Schulen
FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Das Gutachten zu den weiterführenden Schulen ist jetzt in den Ratsgremien angekommen. Die Diskussion beginnt. Von Jörg Werner

Auf den Zuhörerstühlen im Dinslakener Ratsaal saßen gestern etliche Eltern von Schülern der Friedrich-Althoff-Sekundarschule. Die Sorge um die Schule ihrer Kinder hatte sie in den Schulausschuss getrieben. Diese Sorge nahm ihnen die Politik nicht, aber immerhin gab sie ihnen die Zusicherung mit auf den Weg, dass das Aus für die Sekundarschule noch keineswegs beschlossene Sache ist. Für die Zukunft der Schule sieht es dennoch düster aus. Sie ist zwar erst mit dem Schuljahr 2012/13 an den Start gegangen. Doch die Hoffnung, dass sie zum Erfolgsmodell würde, hat sich nicht erfüllt.

Es mangelt ihr an Schülern, und es gibt - jedenfalls wenn man Dr. Heinfried Habeck folgt, auch keine Chance, dass sich daran nachhaltig etwas ändert. Der Schulexperte hat für Dinslaken eine Gutachten zur Schullandschaft erarbeitet und dabei vier denkbare Szenarien entwickelt. In keinem kommt die Sekundarschule mehr vor. Die Politik will dies gutachterliche Urteil allerdings noch nicht als endgültig verstanden wissen.

"Was das Gutachten sagt, ist das eine, was die Politik daraus macht, das andere", formulierte das Jutta Frenk von der Unabhängigen Bürgervertretung. Und Helmut Weinrich (SPD) erklärte, dass die politischen Beratungen ganz am Beginn stünden. Nun müssten die Stellungnahmen der weiterführenden Schulen eingeholt, Gespräche - auch mit den Eltern - geführt werden und: "Es wäre ganz falsch, wenn wir nun ausschließlich die Sekundarschule in den Blick nehmen." Es gehe um die Zukunft der Dinslakener Schullandschaft insgesamt. Der Gutachter empfiehlt ja beispielsweise auch die Schließung des Hiesfelder Gymnasiums, weil es die Entwicklung der Schülerzahlen aus seiner Sicht nicht erlaubt, alle drei Gymnasien der Stadt zu erhalten. Genauso empfiehlt er, die Ernst-Barlach-Gesamtschule achtzügig zu führen, was für deren Zukunft natürlich auch erhebliche Konsequenzen hätte. Die Politik will sich nun die notwendige Zeit nehmen, all diese Frage intensiv zu beraten.

Schuldezernentin Christa Jahnke-Horstmann nutzte die Gelegenheit, die Entscheidung von 2011 zur Errichtung einer Sekundarschule zu verteidigen. Aus heutiger Sicht müsse man zwar feststellen, dass sich die damals mit der neuen Schulform verbundenen Hoffnungen nicht erfüllt hätten, doch gebe es auch gute Gründe dafür festzuhalten, dass aus damaliger Sicht die Entscheidung richtig gewesen sei. "Wer jetzt behauptet, das war ein Fehler, der soll auch sagen, wie es denn damals hätte besser gemacht werden können", sagte die Dezernentin und ließ ihren Geschäftsbereichsleiter Thomas Termath vor dem Ausschuss noch einmal die Gründungsgeschichte der Sekundarschule rekapitulieren.

Der wies dann zum Beispiel darauf hin, dass alles in Absprache mit der Bezirksregierung und der Schulaufsicht über die Bühne gegangen sei und dass die Bezirksregierung aufgrund der Elternbefragung sogar darauf bestanden habe, die Schule fünfzügig zu gründen, obwohl Dinslakens Schulverwaltung nur eine vierzügige Schule gewollt habe, weil sie das Elternvotum damals skeptischer eingeschätzt habe.

Und dann fühlte sich die Schuldezernentin auch noch zu einem Appell gedrängt. Egal, wie die Entscheidungen zur künftigen Schullandschaft nun ausfielen, sie müssten nachhaltig sein.

Quelle: RP
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