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Dinslaken
Familie Homann setzt Energiewende um

Dinslaken: Familie Homann setzt Energiewende um
Von links: Minister Johannes Remmel, Jasmin Homann mit Sohn Max und Udo Sieverding vor dem Batteriespeicher im Keller von Familie Homann. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Hiesfelder erzeugen eigenen Solarstrom und können ihn in einer Batterieanlage für späteren Verbrauch speichern. Von Heinz Schild

Die vierköpfige Familie von Jasmin und Peter Homann ist energiebewusst. Mit Strom wird sparsam umgegangen und beispielsweise das Licht ausgeschaltet, wenn das letzte Familienmitglied den Raum verlässt. Nur knapp 2500 Kilowattstunden Strom verbrauchen die Hiesfelder im Jahr. Doch Jasmin Homann wollte ihre Stromkosten weiter reduzieren und ließ sich deshalb von der Dinslakener Firma Bäder Solar beraten, was noch möglich ist und entscheid sich dann, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Hauses an der Taubenstraße zur Erzeugung von Solarstrom installieren und einen Batteriespeicher im Keller aufstellen zu lassen. Seitdem produziert Familie Homann ihren eigenen Strom, nutzt ihn für den Eigenbedarf, speichert ihn und speist überschüssige Mengen ins öffentliche Netz ein.

Gestern besuchte Johannes Remmel, nordrhein-westfälischer Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, die Hiesfelderin, informierte sich vor Ort und lobte Jasmin Homann für ihr Engagement. Anerkennung zollte auch Udo Sieverding, Leiter des Bereichs Energie der Verbraucherzentrale NRW, sieht er in ihr doch eine Pionierin, da sie nicht nur auf Solarstrom setzt, sondern dafür auch eine Speicheranlage betreibt.

"Sie gehören zu den Menschen an der Basis, die die Energiewende umsetzen. Das ist Klimaschutz, der von unten wächst", stellte Minister Remmel fest. In der Kombination von Anlagen zur Erzeugung von Sonnenstrom und dem Einsatz von Batteriespeichern sieht er die Zukunft, ebenso die Verbraucherzentrale, die darauf ihre landesweite Aktion "Schick die Sonne in die Zukunft" aufbaute. Deutschlandweit waren Anfang 2016 rund 35.000 Batteriespeicher in Betrieb, davon 5000 bis 7000 in Nordrhein-Westfalen, berichtete Sieverding. Photovoltaik und Speicher sind für ihn ein großes Zukunftsthema. Gerade für NRW sei Photovoltaik die regenerative Energie. Rund 15.000 Euro haben die Eheleute Homann in ihre Photovoltaikanlage und den Batteriespeicher, der etwa so groß wie ein normaler Kühlschrank ist, investiert. In 13 bis 14 Jahren wird sich die Anlage rentiert haben, sagte Michael Kelenc, Mitinhaber der Dinslakener Firma Bäder Solar, welche die Anlage plante und aufbaute. Enttäuscht zeigte sich Jasmin Homann darüber, dass sie keine KfW-Förderung bekommen hat. Der Kredit, den sie in Anspruch nehmen wollte, sei mit unter 10.000 Euro zu niedrig, habe es damals geheißen. Die Verbraucherzentrale macht sich dafür stark, dass Fördermittel von Privatleuten leichter abgerufen werden können. Wie Udo Sieverding erklärte, müsse die Nachrüstung von Speichern mit Blick auf Steuern und Einspeisevergütung vereinfacht und Planungssicherheit bei der Besteuerung selbst genutzten Stroms geschaffen werden.

Er erinnerte daran, dass Anfang 2015 per Verordnung die Bemessungsgrundlage zu Ungunsten der Anlagenbetreiber verändert worden sei. "So etwas darf nicht passieren, wenn engagierte Privatleute in das gesellschaftliche Großprojekt Energiewende investieren", erklärte Sieverding. Den Boom nach Speicheranlagen führt er auch auf die gesunkene Vergütung zurück, die Solaranlagenbetreiber erhalten, wenn sie ins Netzt einspeisen. Da sei es für sie wirtschaftlicher, die selbst erzeugte Energie zu speichern und selbst zu verbrauchen.

Quelle: RP
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