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Voerde
Familien wehren sich gegen doppelte Kita-Beiträge

Voerde. Kinder sind auf Einrichtungen in Voerde und Dinslaken verteilt. Jugendhilfeausschuss soll heute entscheiden

Drei Familien aus Voerde wehren sich dagegen, dass sie für die Betreuung ihrer Kinder doppelt zur Kasse gebeten werden, weil sie Einrichtungen in zwei Kommunen besuchen. Ihre älteren Kinder gehen in eine Kita in Dinslaken. Zwei der Jüngeren besuchen eine Tagespflegestelle in Voerde und ein drittes wird ab Februar ebenfalls in Voerde betreut. In beiden Kommunen müssen sie dafür die vollen Gebühren bezahlen - denn eine Befreiung für Geschwisterkinder gilt nur, wenn die Kinder Einrichtungen innerhalb von Voerde besuchen. Diese Regelung gilt seit dem 1. August. Die drei Familien finden dies ungerecht und haben einen Antrag an die Stadt gestellt mit der Bitte, ihre Geschwisterkinder von den Beiträgen zu befreien. Der Jugendhilfeausschuss muss heute darüber entscheiden. Die Verwaltung schlägt vor, das Anliegen abzulehnen.

Die Familien schreiben in ihrem Antrag, dass sie sich aufgrund der pädagogischen Ausrichtung bewusst für die Waldorf-Kita in Dinslaken entschieden hätten - in Voerde gebe es ein solches Angebot nicht. Wohl aber für die jüngeren Kinder: Sie besuchen eine Tagesmutter in Voerde, die nach den Grundlagen der Waldorfpädagogik arbeitet. Da die Kinder in verschiedenen Kommunen betreut werden, gilt für die Familien der Geschwisterrabatt nicht, sie müssen in beiden Städten die vollen Gebühren zahlen. Eltern, die mehrere Kinder in Voerde betreuen lassen, müssen dagegen für Geschwister keinen Beitrag mehr zahlen.

Für junge Familien sei der doppelte Beitrag viel Geld, argumentieren die Betroffenen. Dem Haushalt der Stadt Voerde bringe die Regelung jedoch nur wenige Mehreinnahmen ein, da nur eine Handvoll Familien betroffen seien.

Die Stadt Voerde verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass die Familien sich für ein Betreuungskonzept in der Nachbarkommune entschieden hätten und nach Ortsrecht die Beiträge an das dortige Jugendamt zu zahlen sind, während für das Kind, das in Voerde betreut wird, die Beiträge an das Voerder Jugendamt fließen. Eine Abfrage habe ergeben, dass Dinslaken, Rheinberg, Kamp-Lintfort und Moers ebenso verfahren. "Eltern, die sich bewusst für ein Betreuungsangebot in einer Nachbarkommune entscheiden, müssen in Kauf nehmen, dass möglicherweise abweichende Elternbeiträge zu zahlen sind und die Geschwisterregelung nicht greift", heißt es im Beschlussvorschlag für den Jugendhilfeausschuss. Daher spricht sich die Verwaltung für die Ablehnung des Antrags aus. Die Politik muss sich in der heutigen Sitzung (17 Uhr, Rathaus, Raum 137) entscheiden.

(rme)
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