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Dinslaken
Feldbahnstrecke ist zur Hälfte fertig

Dinslaken. Touristische Attraktion im Gahlener Aap soll Ende August eröffnet werden.

"Was lange währt wird endlich gut": Zehn Jahre hat es gedauert, bis die Feldbahnfreunde Schermbeck ihr Ziel erreicht haben. Nach mancherlei vergeblichen Bemühungen konnte in diesem Jahr eine 650 Meter lange Feldbahnstrecke im Gahlener Aap östlich der Jugendfreizeitstätte hergerichtet werden, die nach der offiziellen Abnahme durch das Bauordnungsamt des Kreises Wesel zu einer touristischen Attraktion werden dürfte. Der Erfolg soll im Rahmen der Jubiläumsfeier am 26. August zwischen 11 und 18 Uhr gebührend gefeiert werden. Nicht nur die Feldbahnstrecke kann besichtigt werden, sondern auch der Fahrzeugpark der Feldbahnfreunde und weitere Fahrzeuge von befreundeten Vereinen.

Dabei ist die Feldbahn im Gahlener Aap eine Notlösung. Eigentlich wollte eine Gruppe von Feldbahnfreunden jene Strecke erhalten, die bis 2002 Ton aus dem Gahlener Heisterkamp zu den Schermbecker Dachziegelwerken Idunahall transportierte. Als 2005 die Planungen des Fördervereins Deutsche Feldbahn für eine regelmäßige Befahrung bekannt wurden, gab es massiven Widerstand aus der Gahlener Bürgerschaft. Doch dann gab es plötzlich Probleme ganz anderer Art. Die Firma Idunahall schloss ihren Schermbecker Betrieb zum Jahresende 2005. Zudem splittete sich der Verein Feldbahnfreunde auf, wegen unklarer Eigentumsverhältnisse und unterschiedlicher Ziele. Ein Teil der Feldbahnfreunde gründete am 3. Februar 2007 den Verein Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen. Vorsitzender wurde der noch heute amtierende Michael Nienhaus. Während der Altbestand auf dem Idunahall-Gelände verblieb, konnte der Gahlener Verein auf dem Gelände der Familie Haferkamp eine Werkstatt einrichten und dort seine Fahrzeuge unterbringen.

An der Zielsetzung, die Feldbahn zum Heisterkamp wieder zu befahren, änderte sich nichts. Selbst als ein Teil des Idunahall-Geländes verkauft wurde, blieb der Verein dabei. Dann aber erfuhren die Feldbahnfreunde, dass im Falle einer Erneuerung der Kanalbrücke für die Neuverlegung von Gleisen Kosten in Höhe von 450.000 Euro entstehen würden. Der Verein beschloss, die Strecke in den Heisterkamp an der Südseite des Kanals enden zu lassen. Auch dieses Vorhaben scheiterte aber, sodass die Feldbahnfreunde 2015ihren Bauantrag zur Reaktivierung der Feldbahnstrecke in den Heisterkamp zurückzogen.

Seither konzentrierten sich die Bemühungen auf ein großes Feld östlich des Hauses Haferkamp. Zunächst wurde auf dem Hofgelände eine kurze Gleisanlage verlegt, um die dort abgestellten Fahrzeuge bewegen zu können. Am 25. April 2016 erteilte der Kreis Wesel die Baugenehmigung zum Aufbau einer Besucherfeldbahn. Den Nordstrang des Gleises wollen die Feldbahnfreunde in den Jahren 2018/2019 verlegen. Dazu ist viel ehrenamtliches Engagement erforderlich. Jeden Mittwoch wird gearbeitet, Arbeitseinsätze an Samstagen werden nach Absprache erledigt. Der Gleisbau für die 600-mm-Feldbahn hat im Moment Vorrang. Daneben werden zwei Lokomotiven betriebsfertig gemacht. Künftig soll es feste Fahrtage geben. Gruppen können auch zusätzliche Fahrten an anderen Tagen buchen. Anmeldungen sind per Mail unter vorstand@feldbahn-schermbeck.de möglich.

(hs)
 
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