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Dinslaken/Voerde/Hünxe
Feuerwehren setzen ihre Schutzziele zum größten Teil um

Dinslaken/Voerde/Hünxe. In Dinslaken und Voerde liegt die Quote der Retter und Brandbekämpfer deutlich über 80 Prozent. Von Robin Kunte

Schafft es die Feuerwehr nicht pünktlich zum Einsatz? Dieser Frage ist das ARD-Magazin "Plusminus" nachgegangen. Ergebnis: In vielen Kommunen erreicht die Feuerwehr ihre Einsatzziele oft zu spät und mit zu wenigen Leuten. In mindestens 40 Prozent aller Großstädte halten die Einsatzkräfte laut "Plusminus" die sogenannten Schutzziele nicht ein. Wenn bei Bränden Menschenleben gefährdet sind, müssen die Einsatzkräfte demnach spätestens 13 Minuten nach der Alarmierung mit mindestens acht Mann am Brandort eingetroffen sein. Sonst droht vom Feuer eingeschlossenen Menschen der Tod durch eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung. Definiert wurden die Schutzziele bereits 1998 von der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren (AGBF). Überhaupt nur sechs Großstädte in Deutschland sollen eine Quote von mehr als 90 Prozent erfüllen.

Auch Dinslaken, Voerde und Hünxe haben ihren Brandschutzbedarfsplan an den Vorgaben der AGBF angelehnt. Erreicht werden die Ziele hier oft, aber nicht immer. "Wir weisen einen Erreichungsgrad von weit über 80 Prozent auf", sagt Ulrich Borgmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Dinslaken. Zwar kommen die städtischen Einsatzkräfte überwiegend innerhalb der vorgegebenen Frist zum Einsatz, allerdings nicht immer in voller Stärke. Dinslaken unterhält eine Freiwillige Feuerwehr mit Hauptamtlicher Wache. Auf einem ersten Löschzug sitzen mindestens sieben Berufskräfte, hinzukommen drei Ehrenamtliche. Das klappt nicht immer. "Zu bestimmten Tageszeiten sind wir nur bei acht oder neun Kräften", so Borgmann. Nach Definition der AGBF ist die Zahl ausreichend. "Wir sind ganz gut aufgestellt, müssen aber trotzdem nacharbeiten."

Auch die ausschließlich durch Freiwillige betriebenen Feuerwehren in Voerde und Hünxe erreichen die Schutzziele größtenteils, in Voerde liegt die Quote nach Angaben von Wehrführer Ernst Wardemann bei 85 Prozent. Grundsätzlich gelten die Vorgaben für Zeit und Mannstärke nicht für alle Einsätze der Feuerwehr. Unverrückbar sind sie laut AGBF für "kritische" Schadensereignisse, also wenn Menschenleben in Gefahr sind. Das ist in Deutschland am häufigsten bei Wohnungsbränden im Obergeschoss eines mehrgeschossigen Gebäudes bei verqualmten Rettungswegen der Fall.

Doch selbst in Dinslaken brennt es im Jahr nur rund zehn Mal auf diese Art, auch in Voerde nur selten, in der Regel sind keine Menschen mehr in den Wohnungen. Laut Gemeindebrandinspektor Heinz-Wilhelm Neuhaus hat es in Hünxe schon seit Jahren keinen Brand mehr gegeben, bei dem Personen in einer Wohnung eingeschlossen waren.

"Dennoch muss man natürlich jederzeit damit rechnen und darauf vorbereitet sein", sagt Neuhaus. "Man darf die Feuerwehr nicht nur auf dieses Schutzziel reduzieren", meint Ulrich Borgmann von der Dinslakener Wache. Wenn es etwa einen Großbrand wie vor einigen Wochen in der Jeanette-Wolff-Realschule gibt, aber keine Menschenleben in Gefahr sind, gehe es darum, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Dann schaffe es die Feuerwehr innerhalb kurzer Zeit, ein Großaufgebot für die Löscharbeiten zum Einsatz zu bringen.

Quelle: RP
 
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