| 00.00 Uhr

Dinslaken
Flüchtlinge: Stadt kommt an ihre Grenze

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Dinslaken. Dinslaken unternimmt alle Anstrengungen, die zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Dennoch wird die Lage immer problematischer. Bis Dienstag muss für weitere 100 Neuankömmlinge Platz geschaffen werden. Wo, ist ungeklärt. Von Jörg Werner

Am Dienstag hat der Rat gerade erst den Beschluss gefasst, dass neuer Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen wird. Und er hat entschieden, dass der Caritasverband, der die Flüchtlingsbetreuung für die Stadt organisiert, ab sofort zwei weitere Sozialarbeiter einstellen und eine Nachtwache an der Fliehburg einrichten kann. Der Grund für diese Entscheidung: Die Zahl der Flüchtlinge, die dort ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben, war inzwischen auf 820 angestiegen. Die Zahl ist aber schon wieder überholt. Wie Caritasdirektor Michael van Meerbeck gestern auf Nachfrage der Rheinischen Post bestätigte, sind weitere 100 Flüchtlinge angekündigt, die sukzessive bis zum Dienstag kommender Woche eintreffen werden. Wo sie untergebracht werden? Michael van Meerbeck: "Ich weiß es nicht."

Bis die von der Politik beschlossenen Bauvorhaben umgesetzt werden können, wird es noch eine Weile dauern. Die Lösung muss aber schnell gefunden werden. Die Caritas sei im Gespräch mit der Stadt, erklärte van Meerbeck. Auch im Rathaus konnte gestern noch niemand eine Antwort auf die Frage gegeben, wo die 100 Flüchtlinge unterkommen können, wie Stadtsprecher Horst Dickhäuser erklärte. Die Verwaltung arbeite intensiv an Lösungen. Sie zu finden, sei allerdings nicht so einfach. "Wir haben zwar einiges in der Pipeline", sagte Dickhäuser und verwies dabei auch auf die Beschlüsse der Politik. "Das alles lässt sich aber nicht ad hoc umsetzen." Im Rathaus kann man sich inzwischen des Eindrucks nicht erwehren, dass noch möglichst viele Flüchtlinge vor dem für Weihnachten angekündigten Zuweisungsstopp in die Kommunen verteilt werden sollen. Bislang war es in Dinslaken erklärtes Ziel, die Belegung von Turnhallen zu vermeiden. "Bei dieser Linie bleibt es auch", sagte Dickhäuser. Ausschließen mochte er indes angesichts der sich zuspitzenden Situation nichts mehr.

Dickhäuser erneuerte den Appell der Stadt an private Mieter, möglichst zeitnah Wohnraum zur Verfügung zu stellen, der für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet werden könne.

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.