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Dinslaken
Flüchtlingscafé bietet Hilfe im Alltag

Dinslaken: Flüchtlingscafé bietet Hilfe im Alltag
Mechthild Kung gehört zu Ehrenamtlichen, die sich im Flüchtlingscafé der Caritas engagiert und den Besucher mit Rat und Tat zur Seite steht. FOTO: Heinz Schild
Dinslaken. Jeden Mittwoch öffnet die Dinslakener Jugendkneipe Huberts der Caritas ihre Türen für Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und sich eine neue Zukunft in Deutschland erhoffen. Ehrenamtliche engagieren sich. Von Heinz Schild

Pünktlich um 15 Uhr öffnet das Flüchtlingscafé der Caritas an jedem Mittwoch in den Räumen der Jugendkneipe Huberts an der Trabrennbahn seine Türen. Kaffee, Tee und Kuchen stehen für die Besucher bereit. Dort können sie plaudern, Kontakte knüpfen Billard spielen. Anfangs bleiben die dort ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer erfahrungsgemäß unter sich, die Flüchtlinge kommen zumeist erst später. Gegen 16.30 Uhr wird es so langsam voller. Überwiegend sind es Männer, die den Treffpunkt aufsuchen, Frauen kommen dort meistens im Familienverbund hin. Zielstrebig steuern die eintretenden Gäste auf Mechthild Kung zu und begrüßen sie herzlich. Die Dinslakenerin gehört zu den acht Frauen und zwei Männern, die sich regelmäßig im Flüchtlingscafé engagieren und dort als feste Ansprechpartner bekannt sind. "Ich mache dies wirklich gern", sagt Mechthild Kung mit einem strahlenden Lächeln, das jeden sofort davon überzeugt, dass sie mit ganzem Herzen bei der Sache ist.

Als der große Zustrom der Flüchtlinge eingesetzt hatte, gab es für diese keine Anlaufstelle, wo sie sich treffen und mit Deutschen in Kontakt kommen konnten, erklärt Mechthild Kung. Sie besprach das Problem mit Caritasdirektor Michael van Meerbeck, der Unterstützung zusagte und die Jugendkneipe Huberts als Versammlungsort anbot. Zudem übernahm die Caritas die Trägerschaft für das Projekt, das im Januar 2016 an den Start ging. Jeden Mittwoch in der Zeit von 15 bis 18 Uhr sind nun die Türen des Huberts für Flüchtlinge geöffnet. Die Resonanz auf das Angebot ist unterschiedlich, manchmal kommen 20 Gäste, dann wieder sind es um die 60 Besucher. Es sind zumeist Menschen aus Syrien, Iran, Afghanistan, aber auch aus Somalia. "Im Flüchtlingscafé geht nicht nur ums Kaffeetrinken, wir bieten praktische Hilfe im Alltag", sagt Kung.

Anfangs brachten die Flüchtlinge und Asylbewerber jede Menge Behördenpost zu den Mittwochs-Treffen mit, weil sie nicht wussten, was in den Briefen stand, was von ihnen gewollt wurde. Mechthild Kung und die übrigen Ehrenamtlichen sind mit Rat und Tat zur Stelle, sie helfen nach besten Kräften, vermittelten Gesprächspartner und begleiten die Flüchtlinge zu den Behörden. Inzwischen unterstützen sie die Flüchtlinge beispielsweise auch bei der Wohnungssuche, machen sie mit Nachbarn bekannt und sind Ansprechpartner, wenn es mal Schwierigkeiten gibt. Sie geben Nachhilfe in Deutsch, helfen bei der Vermittlung von Betriebspraktika.

Mechthild Kung will die Flüchtlingen unterstützen, sich in der neuen Umgebung einzufinden und ihnen die Integration etwas erleichtern, damit keine Parallelgesellschaft entsteht. "Die Flüchtlinge begegnen uns offen und mit viel Herzlichkeit", berichtet sie.

Einer der Besucher des Cafés ist Adel, wie er von seinen Freunden genannt wird. Er ist 42 Jahre alt, stammt aus Afghanistan und kam von Griechenland vor einigen Monaten nach Deutschland. Das Flüchtlingscafé ist für ihn ein Treffpunkt. Sein Ziel ist es, hier in Deutschland auf eigenen Beinen zu stehen und den Lebensunterhalt für sich, seine Frau und seine vier Kinder zu verdienen. Aus seiner Heimat ist er nach eigener Aussage geflohen, weil es für ihn dort zu unsicher gewesen ist, die Taliban hätten ihn als Feind angesehen und töten wollen. Dankbar ist er für die Unterstützung, die er in Deutschland erhält.

Quelle: RP
 
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