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Voerde
Flüchtlingshelfer organisieren sich

Voerde. Netzwerkertreffen für Ehrenamtliche, die sich bereits um Asylbewerber in der Stadt Voerde kümmern oder sich auf diesem Gebiet noch engagieren wollen. Feste Ansprechpartner benennen, Informationen zugänglich machen. Von Florian Langhoff

Mit so viel positiver Resonanz hatten die Organisatoren des Netzwerktreffens nicht gerechnet. Gut 100 Menschen fanden sich in der Voerder Gesamtschule zusammen, um zu erfahren, wo sie Flüchtlingen in der Stadt helfen können und um zu diskutieren, wie sich der ehrenamtliche Einsatz für die Asylbewerber in der Stadt besser koordinieren lässt. "Ich freue mich sehr, dass so viele von Ihnen hierher gekommen sind", erklärte Bürgermeister Dirk Haarmann. "Ohne Sie wären die Willkommenskultur und die Integration der Flüchtlinge hier in Voerde nicht möglich."

Denn, so Haarmann, angesichts der aktuellen Situation wäre die Stadt vor allem darauf beschränkt, sich um eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge zu bemühen. "Wir wissen heute noch nicht, wo wir die Menschen unterbringen sollen, die uns nächste Woche zugewiesen werden - oder wie viele das sind", sagte der Bürgermeister. Mit der Notunterkunft für 300 Menschen, die derzeit in Voerde geschaffen wird, sei ein erster Schritt zu Entspannung der Lage getan. Allerdings würden noch weitere Flüchtlinge kommen. "Im Gebäude der Pestalozzischule werden in Zukunft bis zu 100 Menschen untergebracht", erklärte Mia Malou Kobbert, die bei der Stadt Voerde - gemeinsam mit Iris Rutert - für die Asylbewerber zuständig ist. Derzeit sind etwa 490 Flüchtlinge in der Stadt untergebracht.

Besonders wichtig ist das Engagement der Bürger, um den Flüchtlingen im Alltag und bei der Integration zu helfen. Bisher kümmern sich rund 60 Ehrenamtler um die Neuankömmlinge. Ob es nun darum geht, ihnen mit Deutschkursen Einblicke in die Sprache zu vermitteln, sie zu Behörden zu begleiten oder für die Gestaltung der Freizeit zu sorgen. Von Seiten der Verwaltung wünscht man sich, feste Ansprechpartner für einzelne Teilbereiche der Hilfe zu haben, um die Arbeit besser koordinieren zu können. "Und wir sind für die Projekte in der Flüchtlingsarbeit immer auf der Suche nach weiteren Räumlichkeiten", erklärte Mia Malou Kobbert.

In vier unterschiedlichen Arbeitsgruppen besprachen die Helfer, was man am ehrenamtlichen Einsatz für die Flüchtlinge noch verbessern könnte. Dabei kam aus allen Gruppen die Forderung nach festen Ansprechpartnern für die Koordination der Aufgaben und einem Organigramm, auf dem diese schnell zu finden sind. Auch den Flüchtlingen selbst sollte man schnell wichtige Informationen zugänglich machen, entweder über Flyer oder über das Internet. Für die Ehrenamtler sollen künftig Treffen stattfinden, damit sich die Helfer auf ihrem jeweiligen Feld koordinieren können. Das wohl wichtigste Ziel der Hilfe formulierte der evangelische Pfarrer Gisbert Meier. "Die Menschen sollen sich in der Stadt angenommen und ernstgenommen fühlen", sagte er.

Quelle: RP
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